Nachruf: Goodbye De:Bug

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Wenn es einen Beweis braucht das Print tot ist, dann ist die die Nachricht von der kommenden, voraussichtlich letzten Printausgabe der De:Bug. Auch wenn ich nicht jede gekauft hatte, habe ich die restlichen Ausgaben oft als PDF nachgelesen und auch wenn mich nicht alles interessierte was in dem Heft drin stand, so war doch die Schnittmenge dessen was mich gesellschaftlich, technisch und musikalisch interessierte, die größte von allen in nur einem Printmagazin.
Die De:Bug war das einzige Magazin das Techno eben nicht nur als Musikstil, sondern, so wie ich, als “Elektronischen Lebensaspekt” begriff, vermutlich ein Überbleibsel der ersten Technogeneration.
Es war nicht immer leicht mit der Schreibe dort und es gab Phasen bzw. Artikel die mir zu sehr im schwurbeligen Praktikanten Möchtegernintellektuellismus dümpelten und sich über den Leser erhoben, was ich hasse. Aber auch diese Phase ging vorüber, es bleiben die eher guten Erinnerungen, wie die Roundtables zu denen ich eingeladen wurde oder die Zeit als dieses Blog hier bei den Jahrespolls auf den vordersten Plätzen landete, aber auch die zeitgleiche Entdeckung von Dubstep und vielen anderen Sachen, die in anderen Mags, die sich Musikmags nennen, gar nicht erst vorkamen oder erst wenn die Anzeige vom Label wegen des Albums kam, was man immer daran feststellen kann, das in allen zeitgleich das gleiche Gesicht mit zugehörigem Feature auf dem Cover prangt. Ich fand es immer sehr angehnehm, wenn auf De:Bug Covern kein aktueller Musikheld zu sehen war, sondern anderen Themen, die sonst eher in der Welt der Blogs behandelt wurden, der Vorrang gelassen wurde. Das De:Bug Blog ist bis heute eine meiner täglichen Hauptanlaufstellen, ich wünsche mir das kann auch weiterhin so bleiben. Mir persönlich wird die Printversion jetzt nicht so wahnsinnig fehlen, solange die De:Bug im Netz weiterlebt. Musik und Netzthemen passieren heutzutage eben nunmal hauptsächlich dort, also nur folgerichtig das die Medien auch dorthin wandern, ohne das man einen Monat auf die neue Ausgabe mit all ihren Sachzwängen wie Platz für Reviews und damit einghergehender Punktgröße der Schrift, und mediumsbedingter Schwächen wie nicht klickbarer Links und fehlender Kommentarfunktion leben müßte.
Ich glaube auch nicht, das durch den Verlust des Mediums die Stimmen der Redaktion verstummen und man darf sicherlich damit rechnen an anderer Stelle weiterhin von Schreibmaschinen wie Bleed zu lesen, das ist doch mittlerweile in die Gene übergegangen. Soweit ich das verfolgen konnte hat ein Großteil der Redaktion seit längerem auch ein Zweitstandbein u.a. in der Redaktion der Engadget Deutschland, von daher hoffe ich das die Existenzkrise zumindest auf persönlicher Ebene etwas gepuffert ist.
Also erstmal Danke für 16 Jahre De:Bug und all die, die ich über die Jahre dort treffen und kennenlernen durfte.
Ich habe mir jetzt mal die Mühe gemacht und alle verfügbaren Ausgaben als PDF komplettiert.

Classics For The Win: Sets aus allen Clubs, aus allen Epochen

CftW
Vonwegen wir hatten ja damals nix, Aufnahmegeräte scheinen im Nachhinein überall anwesend gewesen zu sein, anders kann ich mir die neuerliche Flut an Sets aus den frühen 90ern bis heute nicht erklären. Classics For The Win hat ein imposantes Sammelsurium aus Clubs, wie Tresor, E-Werk, Omen, Ultraschall, Aufschwung Ost und vielen anderen zusammengetragen, leider nicht als Stream, sondern nur Download und man weiß ja wie schnell sowas wieder verschwindet. Also wer mal eine rauschende Nacht aus seiner Vergangenheit nachhören will…
(Disclaimer: ich hab’s noch nicht getestet, werde aber bei den eigenen Sets checken inwieweit die stimmen, ich hab da schön böse Überraschungen hören müssen)

(via Zufällig Maik auf fb)

Aufstieg und Untergang von Techno der 90er in 30 Minuten erzählt

Pop 2000 war eine der ersten Dokus, die so anno 2000 versucht hat das Phänomen Techno der 90er zu rekapitulieren. Fast vergessen, aber mal wieder von Zeitmaschine hochgeholt.
Die hier folgenden 3 Teile zeigen sehr schön, wie schnell das damals alles ging:

Im Teil [#4/5] dann ab ca. 1:18 geht’s um mich und was Dimitri da sagt kann man hier nochmal musikalisch umgesetzt nachhören ;)

DJ Zinc – Trust Me I Was There Mixe

Zinc veröffentlicht auf Soundcloud gerade eine Mixserie unter dem Tag trustmeiwasthere,Selbstbeschreibung:
I’ll be playing the tracks that were killing it wherever I was, wether in clubs or on radio. The mixes will be in chronological order starting with a mix of of music from 86/87….These mixes are gonna be simple mixing, no triple drop acrobatics – just an opportunity to take a trip down my memory lane
Die ersten beiden sind schon raus und man trifft auf viele alte Bekannte, vielleicht genau das richtige zur Einstimmung für die Back 2 Basics morgen

(via Hard Horst)

E-Werk Revival Party 2001

Da ist mir gerade ein Video von dieser E-Werk Revival Party von anno 2001 untergekommen, zu sehen sind, neben mir am Anfang, Wolle XDP, Woody und Sammy D, wenn mich nicht alles täuscht. Sind aber auch sonst einige bekannte Gesichter dabei. Die drübergelegte Musik ist sowas von nicht authentisch, aber die Bilder!
Für diese Party wurde das E-Werk nochmal in seiner Ursprungsform für 2 Tage aufgemacht, bevor die Renovierung das alles zunichte machte, sozusagen die letzten Aufnahmen im alten Zustand. Wie es scheint wurde das damals von DJ-Sets.com aufgenommen, die es ja auch schon lange nicht mehr gibt.

Billy Daniel Bunter & Mark Archer – History Of Altern 8 & Nexus 21


Sehr schöner Podcast, gerademal im Zuge der Altern8 for Christmas Number One!!! Aktion. Das war wohl mal eine Radio Show in der Mark Archer bei Billy Daniel seine musikalische Sozialisation per Mix erklärt um dann sowohl Altern 8 als auch Nexus 21 Kram zu droppen, immer wieder mal unterbrochen von Interviews der schwer motivierten Blokes.

Zeitmaschine Interview und Gallerien

tanithSpecial
Inthemix hat meinen alten Camorad Tilman zu seiner Zeitmaschine interviewt und massig Bilder von selbiger in Gallerien verpackt, schön die mal alle so durchklickbar zu sehen:
Gallery 1: A candid glimpse inside the 90s Berlin rave scene
Gallery 2: A candid glimpse inside the 90s Berlin rave scene
Vintage photos of Berlin’s wild Love Parade: 1991-2002
Techno’s famous faces partying at E-Werk: Berlin
Inside Berlin’s techno scene: 1993-97

Und wenn wir schon dabei sind, da gibt’s auch einen Augenzeugenbericht über “How Berin became techno’s epicentre” von Thilo, der früher im Tresor und Bunker gearbeitet hat