Review: Liebestänze

Liebestänze
Im Grunde ist das eine klassische Boy meets Girl Geschichte in der es Klischees regnet, der Bankangestellte Felix zieht mit ein paar Kumpels in das Berlin der Mittneunziger und verliert sich im Techno und den Drogen der damaligen Zeit. Dabei stellt er brünftig der DJane Klara hinterher, quasi eine Jugendliebe zu der es nie kommen sollte und die Story hangelt sich daran entlang, wie sich die beiden nach Irren und Wirren zwischen Tresor, E-Werk und Loveparade dann endlich doch noch finden. Irritierend ist dabei, warum die Clubs zwar authentisch nach den Originalnamen benannt werden, einige Protagonisten jedoch nicht und jeder der die Anekdoten aus der Zeit kennt weiß, wer sich hinter dem Professor und dem Paten verbirgt, muß wohl was rechtliches sein. Ja, Motte stand nackt auf den E-Werk Boxen und der Zusammenbruch des Frontpageimperiums fand ähnlich wie geschildert statt, trotzdem es handelt sich hier um keinen Tatsachenroman.
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Review: SubBerlin – Unterground United

Da ist er also, der bereits zweite Versuch das Phänomen Tresor in einer Doku zu fassen. Nach Mike Andawis The Vault And The Electronic Frontier nun also SubBerlin – Underground United. Natürlich gelingt das weder dem ersten, noch dem zweiten Film, davon sollte man vielleicht auch gar nicht ausgehen, dazu hat jeder der dabei war einfach seine speziellen Erinnerungen an den Laden, bzw. seine prägenden Momente, die seinen Tresor ausmachten und die so flüchtig sind, das keine Kamera dieser Welt sie aufgenommen hat. Unter dieser Prämisse ist ein schönes Dokument Zeitgeschichte entstanden, dessen Material Timann Künzel hauptsächlich in den zwei Wochen Schliessungszeit des Tresors unermüdlich aufgenommen hat und mit historischen Aufnahmen aus dem Tresor verbindet. Typische und eher untypische Vertreter des Tresors sind zu sehen und dazu hört man einige Tracks, die those who know für immer mit diesem Loch von Technohölle verbinden werden. Der Beginn zeigt bereits das Ende, wie der Bagger den ehemaligen Eingang einreisst. Da vom Beginn des Tresors nur wenig auf Video dokumentiert wurde müssen wir uns wohl mit der Dokumentation des Endes begnügen, man sieht wie Stevie bei der letzten Platte weint, die Schlangen der letzten Tage und wie die letzten das Gebäude verlassen. Dazwischen erzählen so unterschiedliche Menschen wie Rok, Jeff Mills, Blake Baxter,Chris Liebing, Marc Reeder, Marusha, Motte, Sven Väth, Paul van Dyk, Johnny Stiehler, der Schreiber dieser Zeilen und natürlich Dimitri Hegemann mit glänzenden Augen Anekdoten von ihren persönlichen Tresorerfahrungen. Vieles davon ist sicherlich nicht zum ersten Mal zu hören, trotzdem war es mir ein Vergnügen all das mal gebündelt und fokussiert in Spielfilmlänge zu sehen. Klar, das in diesen 90 Minuten nicht alle aus 15 Jahren TresorgeschIchte befragt und erst recht nicht jeder Aspekt beleuchtet werden konnte, dennoch reicht es zu einem melancholisch, schönen Dokument über einen Club und sein Ende durch Investoren, die an dieser Stelle Bürogebäude, die bis heute leer stehen, als wertvolleres Gut und bessere Alternative sahen. Einer der Höhepunkte ist daher das Interview mit dem Münchner Investor, der mit seinen Aussagen als Münchner, der in seiner Jugend ja auch mal im P1 gefeiert habe, so dem Klischee der ignoranten Brutalität eines BWLers entspricht, das es einem ob der Kluft schon graust. Diese Aussagen aus dem Jahr 2005 sind auch gerade in aktueller Hinsicht interessant, denn der Tresor ist ja nicht der einzige kulturelle Ort, der im Investitionsfieber unterging, das E-Werk verSAPt, da wo die architektonische Schönheit Ahornblatt/Exit stand steht heute ein langweiliges Novotel das unsere Stadt nicht gerade schöner macht und die Liste liesse sich bis zum heutigen Mediaspree weiter fortsetzen. Von daher hat die Dokumentation vielleicht nicht nur für die damals dabei gewesenen oder Tresorinteressierte einen Wert, sondern dokumentiert auch, wie in dieser Zeit das zarte Pflänzchen (Sub)Kultur immer wieder unter der tumben Regentschaft der Anzugträger verdrängt wurde, ohne das diese Finanzarroganz, die von Kunst und Kultur entdeckten Räume auch nur im mindesten integriert, würdigt oder wenigstens respektiert und sich damit mindestens so ignorant zeigt wie die Mächte des Systems, das vorher an selber Stelle wirkte.
Ach ja, SubBerlin – Underground United soll es dann gegen Ende des Jahres auf DVD geben.

Review: Party like its 1989 @ Haus der Kulturen der Welt

Das war im Rückblick eine wirklich großartige Sause im noch jungen Jahr. Das Haus der Kulturen der Welt hat im Zuge des diesjährigen 20. Jahrestages des Mauerfalls ein Programm, das nun auch eine Party präsentieren wollte, so wie sie damals vielleicht war und damit der ersten Loveparade im Jahre 89 huldigen.
Dazu hatte man ein paar DJs eingeladen, die damals entweder schon dabei waren oder ähm, sonst irgendwie ins Konzept paßten.?Die Schwangere Auster hatte bis dato noch keinen Rave gesehen, glaube ich, aber genau das sollte dem Ganzen erst die richtige Authentizität geben. Es war eben nichts perfekt, die Bühne auf der die Dj-Kanzel stand wackelte dermaßen das die Nadeln unablässig sprangen, die Getränkekarte schon bei meinem Ankommen um ca.2:00 um die Hälfte geschrumpft und das Personal völlig überfordert. Überhaupt das Personal, ich glaube sowas hatten die noch nicht erlebt, fanden das aber alles ganz toll und freuten sich mit, was diesem Gemäuer da zufuhr. Das hatte schon so einen 89 Flair, damals als das ganze Gefeiere und die Musik noch nicht in den Medien, geschweige denn in der Öffentlichkeit angekommen war. Dazu paßt so eine Location, wie die im Westen gelegene und ravemäßig völlig unbeleckte Schwangere Auster ja wie Arsch uff Brille.?
Man hatte sich wirklich Mühe gegeben, Projektionen , Backstage mit Blick auf’s Kanzleramt, amtliche Anlage, nur leider falsch aufgestellt, besagte Bühne aber die grandiose Aufteilung des Raumes machte das alles wett, in dem 70er Flair des Interieurs hatte man im Bauch eine Technohölle installiert, die frei von allen Seiten zugänglich war und in das großzügige Foyer leitete, das zum Chillen einlud. Aprospos frei zugänglich: ein weiterer sympathischer Effekt, neben dem dem freien Eintritt, war auch, das keine Türsteher da waren, wirklich jeder war willkommen. Und so ergab sich ein Publikum wie man es nicht alle Tage zu sehen bekommt, von 16 bis über 50 war da alles dabei. Von Leuten die damals noch gar nicht geboren waren, bis zu den Leuten die schon bei der ersten Loveparade tanzten, feierten da wirkich alle zusammen! Die meisten DJs achteten darauf auch wirklich Musik aus dieser Epoche zu spielen, Mijk war sogar so ordentlich und spielte nur Platten aus 89!?
Meine Zeit war von 4:00 bis 6:00 und kann nicht anders als frenetisch bezeichnet werden, war das ein Spaß, der nur von den springenden Nadeln getrübt wurden als alles auf die Bühne stürmte um zu tanzen und sich erst besserte, als Ordner mit Absperrband diese leider räumen mußten, was aber auch zu diesem Vorwendeflair paßte! Ich war kurz davor den Crossfader abzukleben um die Illusion zu perfekt zu machen.
Zwischenzeitlich und auch danach traf man auf Leute aus allen Feiergenerationen der letzten 20 Jahre und ich will gar nicht großes Namedropping betreiben, Bilder davon gibt’s in der Zeitmaschine “14 Jahre später” meine sind unter den Fanfotos

Kurzreview: Premiere “Von wegen – Off Ways”

Uli M. Schueppel hat vor 20 Jahren die Einstürzenden Neubauten zu ihrem ersten Gig in Ostberlin begleitet. Das war also kurz nach dem Mauerfall und somit noch zu Zeiten, als die DDR zwar schon untergegange und die Mauer weg war, aber dennoch zwei Deutschlands existierten. Die Fahrt vom Cafe M in der Schönebergr Goltzstr., damals der Hotspot der Westberliner Szene, wo auch ich täglich abhing, zur Elektrokohle Lichtenberg und die surreal skurille Situation der letzten Mauerwehen am Grenzübergang machen dann auch den eigentlichen Plot des Filmes aus.
Mein Freund Alex war damals bei dem Konzert in der Elektrokohle dabei und gibt neben anderen Zeitzeugen seine Erinnerungen an das denkwürdige Ereignis zum besten. Dazu hat der Regisseur die Leute von den Orten, von wo sie damals zum Konzert anreisten, nochmal auf der Reise zum Konzertsaal begleitet und dabei interviewt.
So kam es also, das ich einen Film über eine Location sah in der ich schonmal aufgelegt hatte (Elektrokohle Lichtenberg), in einer Location, in der ich schonmal aufgelegt hatte (Kino International). Anno 91 war die vielleicht größte von allen Tekknozids in ebendiesem riesigen Saal des Kulturhauses des VEB’s.
Ich war seitdem nicht mehr da und war genauso platt wie die meisten Interviewten, als ich sah was aus dem so geschichtsträchtigen Saal geworden ist, ein Mülllager oder Billigstflohmarkt. Das einstige Foyer ein Nagelstudio. Man kann also wirklich nicht mehr behaupten, das das Verkommenlassen von Gebäuden eine Ostspezialität wäre,
Historisch machte diesen Auftritt allerdings nicht nur die Premiere der Neubauten im Osten, sondern auch der Umstand, das am gleichen Tag eine Delegation vom damaligen französischen Präsidenten Mitterand in Berlin weilte um sich über die Umstände zu informieren, was dazu führte, das Heiner Müller und Teile dieser Delegation, unter anderem den Kulturminister Jack Lang, auf dem Konzert auftauchten.
Ein schönes Zeitdokument um die Wirren zu dieser Zeit und was für Resultate diese tätigten, die vorher und später kaum noch in dieser Form denkbar waren.

Review: RJDJ

Über die Ankündigung von RJDJ hatte ich ja schon hier berichtet, nun ist das Programm seit ein par Tagen im Appstore erhältlich und ich bin begeistert! Nicht nur wegen der Funktion als Effektgerät für die eigene aurale Wahrnehmung, sondern auch das Konzept und Ausblick finde ich wegweisend.
Erstmal, RJDJ gibt es in zwei Versionen, die Freeversion beinhaltet nur einer der 6 Algorhythmen die mit der Kaufversion gebundelt sind. Folgemäßig heißt die kostenlose Variante Single und die Kaufversion Album, die Tracks heißen Scenes, die Algorhythmenbauer sind die Artists. Auf der Website sind bereits weitere Algorhythmen, bzw. Scenes für das Album angekündigt und so warte ich z.B auf Amen Shake, das die Motionsensoren des iPhones zum manipulieren und verändern der so entstehenden Musik anspricht. Aber auch die bereits mitgelieferten Effekte sind zum Teil schon sehr trippig, mit dem Echolon oder Loopinger die Schönhauser runter und Einkaufen wird da schon ein Erlebnis der Art, das man wünschte man hätte das schon zu Zeiten gehabt, als man noch bei Afterhours anwesend war, um dem Ganzen die Verpeilerkrone aufzusetzen. Besser als mit worten ist das mit einer Demonstration erklärt, einige der Alögorhythmen sind in der aktuellen Version von RJDJ bereits enthalten:

Praktischerweise läßt sich das erlebte Hörerlebnis auch gleich aufnehmen, nur der Export gestaltet sich noch etwas ungeschickt: per Audioout in Realtime auf den Rechner.
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Review: Twitterlesung

Das war sie also, die vermutlich erste Twitterlesung der Welt und auch wenn es heißt “wenn man es nicht in 140 Zeichen sagen kann, dann kann man es auch lassen”, werden das hier vermutlich ein paar mehr, ist ja aber auch Blog und nicht Twitter.
Zuerstmal hat mich erstaunt, das trotz der sengenden Hitze solch eine Schlange vor dem nbi stand, für so ein Nischending wie Twitter! Erstmal drin, erfreut ein schwarzes Macbook auf der Bühne erblickt, bei mir gibt sowas ja gleich Bonuspunkte und iPhones galore im Publikum! Remember, wir sind hier im Prenzlberg, da verlangt alleine schon das Klischee danach ;)
Aufgrund der langen Schlange und Streampoblemen von Hobnox hatte sich das ganze Programm ein wenig nach hinten verschoben, was die Bar an diesem Tag sicherlich freute. Wie stand es in einem an die Wand projezierten Tweet: “Leute sitzen bei dem Wetter in einer stickigen Berliner Kneipe und machen Internetgedöhns” Das war überhaupt sowas von Meta, man saß in einem Raum voller Twitterer, die ihre Tweets absetzten, welche dann umgehend auf der projezierten Twitterlesungsseite erschienen, so kann man Programmverzögerungen durchaus verschmerzen und die Hobnoxfrickler lasen eifrig die Tweets über den fehlenden Stream oder Ton mit, um die Probleme in den Griff zu kriegen, was dann auch irgendwann gelöst schien. Weiterlesen

Review: Anderthalb Wochen iPhone

Tja, der frühe Vogel fängt den Wurm und somit gehöre ich zu den 15.000, die momentan in Deutschland ein iPhone 3G ihr Eigen nennen dürfen. Es ist jetzt anderthalb Wochen her, das mir das handschmeichelnde Wunderding vom Postboten an die Tür gebracht wurde und seitdem hatte ich genügend Zeit und Situationen um es ausgiebig zu testen.
Der Einstieg erfolgte auch bei mir erstmal holpernd, die Appleserver überlastet, so das ich über eine halbe Stunde auf die Aktivierung über iTunes warten mußte, die Freischaltung erfolgte aber erst gegen 6:00 morgens, also ca. 15 Stunden nach der Aktivierung. W-lan war schnell eingerichtet und so konnte man wenigstens schonmal alles außer Telefonie durchgehen, dabei natürlich der Neuerung des Appstores für das iPhone frönen und das Gerätchen mit diversen Drittanbieterprogrammen befüllen, wozu hat man schliesslich 16 Gb? Weiterlesen

Review: We Call It Techno DVD

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Seit ein paar Tagen befindet sie sich nun in meinem Besitz, die Dokumentation über die Technoanfangstage hierzulande. Die Premiere von WE Call It Techno im Babylon war ein großartiges Veteranentreffen, bevölkert von viel, mittlerweile grauschläfiger, Technoprominenz mit anschliessendem Austausch was man heute so macht und was in der Zwischenzeit so passiert ist.
Die Redaktion hat sich dankenswerterweise sehr viel Mühe gegeben Videomaterial aus der Zeit zu besorgen, was man dem Zeitdokument deutlich anmerkt, hach was waren wir alle noch jung damals und ist das echt alles schon so lange her? Und obwohl sich sowohl Städte, als auch Akteure auf die unterschiedlichste Art und Weise entwickelt haben, so hört man dennoch heraus, das wir alle mit derselben Energie und Idee angefangen hatten. Allen Ränkespielen und Unterschieden hinter den Kulissen zum Trotz hört man also deutlich heraus, das wir alle gar nicht so unterschiedlich sind oder waren.
Die Dokumentation bringt zum Glück nicht nur die Big Players der vergangenen Tage zu Wort, sondern auch einige, deren Understatement und Bescheidenheit sie nie groß rausgebracht haben, was ihnen auch vielleicht völlig gegen den Strich gegangen wäre. Umso neutraler sind jedoch oftmals deren Beobachtungen. Im Nachhinein kam mir von mancher Seite Kritik zu Ohren, das da vielleicht etwas zuviel Berlin drin vorkomme, was ich aber nicht so sehe, ich sehe den Proporz ganz gut gewahrt und wenn mir mittlerweile zugezogene einstige glühende Frankfurtvertreter im Berlin-Frankfurt-Battle aus Franfurt an dem Abend stolz und als wäre nie was gewesen erzählen, das “Wir hier einfach die besseren Locations” haben, dann sag ich mal ist der Proporz wohl nicht umsonst so, auch das sich jede Stadt im Bonusmaterial im Vergleich mit Berlin sieht, spricht da Bände. Städte wie Hamburg, Münschen und Köln sind aber auch würdig vertreten, insbesondere Riley hat mich da mit seinen Aussagen der Unfassbarkeit sehr amüsiert. Weitere Highlights sind für mich Frank Blümel, Wolle XDP, Mijk van Dijk und Ata.
Überhaupt das einstündige Bonusmaterial, hier werden nochmal einige der Themen mit den Highlights aus 50 Stunden Interviewmaterial vertieft, wobei es durchaus kritisch zugeht und beileibe nicht nur Vergangenheitsglorifizierung betrieben wird, wie übrigens im eigentlichen Film auch.
Mit Sicherheit kann man meine Bewertung aus offensichtlichen Gründen nicht als objektiv ansehen, dennoch wage ich mal die Behauptung, das dies die bislang beste Doku über die Anfänge einer großen Geschichte ist, die noch lange nicht beendet ist. Auch wenn ich jetzt wahrscheinlich als der DJ mit dem falsch geknöpften Hemd eingehe. Zum Interviewtermin war es bittlerlich kalt, so das ich es bibbernd zuknöpfen mußte und keiner der Verantwortlichen hat mir gesagt das das um einen Knopf verdreht passiert ist ;)
Die DVD ist nur bei Sense Music & Media zu beziehen und lohnt sich sowohl für jene, die in Erfahrung bringen wollen, wie Techno in Deutschland angefangen hat, als auch für Veteranen, die ihren Kindern und Enkeln später mal zeigen wollen, was sie in ihrer Jugend so getrieben haben.

Soundcloud, Socialmusickollaborationssharedingens

Puh, wie das beschreiben? Jedenfalls ist mir In den letzten Monaten der Name Soundcloud immer mal wieder über den Weg gelaufen, hatte es aber weithin ignoriert. Schon wieder für irgendein ein Betaprodukt eine Einladung ergattern um dann enttäuscht festzustellen das dann am Ende doch wieder nur so ein Web 2.0 Gedöhns ist, welches zwar für ein paar Tage nett, aber nicht gerade essentiell ist.
Heute dann über Twitter eine Einladung abgegriffen (danke Equinox!) und das Ganze mal genauer angeschaut.
Die Idee dahinter ist, das Musiker ihre Musik nicht mehr per Massenmails und Sharehostern oder FTP Freunde und Kollegen zuspammen müssen. Man würze mit ein wenig Social Network, einem schicken Player, der die Wellenform des Tracks anzeigt plus Kommentarfunktion mit Markern und Unmengen an möglichen Metadaten und praktischem Beatcounter. Das sieht dann so aus:

Kaum drin, durfte ich feststellen, das schon viel Prominenz Soundcloud nutzt um Tracks untereinander zu tauschen. Intendiert ist das aber auch um Work in Progress zu sharen und mit Kollegen auszutauschen. Ist halt alles noch beta, aber langfristig sollen da noch einige Features hinzu kommen, die es für Labels und Künstler noch attraktiver machen, ihre Promos, Tracks und Ideen über Soundcloud zu kommunizieren. Es steht einem frei, die Tracks der Öffentlichkeit zu präsentieren oder auf privat zu stellen, so das nur der erlaubte Kreis darauf Zugriff hat. Auch der Verkauf der eigenen Tracks über Soundcloud ist via einzubettendem Link möglich. Man kann, Social Networking halt, seinen favorisierten oder befreundeten Artists followen und in Foren Kommunizieren.
Insgesamt scheint Soundcloud aus den Fehlern vieler halbgarer Vorgänger gelernt zu haben und wenn man sich anschaut wer und was da schon alles am Start ist, dann kann man dieser neuen Plattform durchaus Chancen zugestehen, das die prosperieren wird. Das Potential für eine Kollaborationssite ist da, die Leute auch und man darf gespannt sein, welche Features als nächstes Einzug halten werden.

Review: Haruki Murakami- Wovon ich rede wenn ich vom Laufen rede

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Frühlingszeit, Zeit sich wieder zum Laufen zu motivieren und dann fällt mir auch noch ein neuer Murakami wie gerufen in die Hände! In diesem gerade mal 164 Seiten längen Büchlein redet Murakami nicht nur vom Laufen sondern auch viel über sich und die Schriftstellerei in Bezug auf sein Lauftraining. Murakami ist seit Angang der 80er begeisterter Läufer und hat schon diverse Marathons und einen100 km Lauf, bis zu Triathlon mitgemacht, diese Erlebnisse erzählt er hier und auch die Malässen mit denen man mit im fortschreitenden Alter zu kämpfen hat. Leben und Laufen ist hier wenig getrennt und so erfährt man nebenbei auch noch eine Menge über den Lebensweg Murakami’s, dabei kommt auch immer mal wieder die ein oder andere philosophische oder selbstreflektive Einsicht zum Vorschein, wie man sie wohl nur in Verbindung mit dem Laufen entwickeln kann. Die einzelnen Kapitel wurden über Jahre zusammengeragennund unterscheiden sich teilweise erheblich, in einigen nimmt er Bezug auf seine aktuellen Laufvorbereitungen, in anderen spielen eher seine Lauferfahrungen die tragende Rolle und in wieder anderen rekapituliert er besonders prägende Erfahrungen, wie z.B seinen Original Marathon von Athen nach Marathon bei sengender Hitze für ein Laufmagazin nachgerannt ist
Insgesamt mal wieder ein kurzweiliger Murakami, auch, oder gerade auch weil, es sich diesmal um keinen Roman handelt, sondern um seine autobiografisch gefärbte Läuferbiografie.