Doku “The Sound Of Belgium” nun auf Boiler Room zum Nachgucken

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Über die Doku TSOB hatten wir es hier schon öfter und bei der Deutschland Premiere hatte ich ja die Ehre bei dazu gehörigen Podiumsdiskussion mitzuzwirken. Nun tut es mir zwar Leid für alle die teuer die DVD erstanden haben, andererseits, Information wants to be free und so freue ich mich das dieses Zeitdokument über New Beat, eine wichtige Epoche im Werdegang zu Techno, für alle verfügbar ist. Einbetten ist leider nicht, da müßt ihr schon zum Broiler Room rüberklicken:

TSOB
The Sound of Belgium explores the rich but untold story of Belgian dance music. From the dance halls with Decap organs to the golden days of Popcorn; from EBM and New Beat to Belgian house and techno.

At the end of the 80s, Belgium was taken by surprise by the New Beat, a once immensely popular, almost surreal type of dance music. Its unexpected but short lived success didn’t only leave a mark on a new generation of musicians in Belgium in the years to come; its eclectic mix of sounds and styles actually had its seeds in earlier decades.

A story that has been widely ignored by ‘serious’ music critics and the mainstream media in general, ‘The Sound of Belgium’ goes in search of the spirit of a nation and the people that danced to it.

Harold & Phyllis Instagram Locked Grooves

Ich kann mich noch gut an meinen ersten Locked Groove erinnern, es war auf einer Heaven 17 Platte und die Nadel lief nicht aus, sondern das Ende loopte “For a very long time”, blöd nur das ich das erst Stunden später merkte, als mit Kopfhörer auf wieder aufwachte. Seitdem hat der in Vinyl geritze Locked Groove immer wieder mal für Aufsehen gesorgt, Detroit war da eine ganze Weile sehr hinter her.
In die heutige Zeit retten das Harold & Phyllis auf eine Weise die meinetwegen gern Beispiel machen dürfte, indem sie Gifs aus dem Internet mit selbstgemachten Locked Grooves unterlegen. Auch wenn Instagram seit Abschaffung der chronologischen Timeline für mich kaputt ist, könnte das ein ideales Tool dafür darstelle.Obige Beispiele sind nur zwei von einer immer länger werdenden Liste.

Animierte elektronische Musik: Anatomy Of A Track

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Na das paßt doch auf einen Sonntag. Der Youtube Channel Anatomy Of A Track zerlegt Tracks in seine optisch animierten Einzelteile. Bislang sind dort 12 Tracks aus der mehr oder weniger elektronischen Ecke zu finden, jeder in einem anderen passenden Style, aber so bearbeitet das die aktuellen Trackbestandteile auf der laufenden Timeline hervorgehoben werden.
Hier mal meine 3 favorisierten Beispiele, ich hoffe da kommt noch mehr.
Wir sind schon einen weiten Weg gegangen, seit den X-Mix Videos damals.

Mix des Tages: R&S MIX016 – Luke McMillan AKA The DJ Producer

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Mit Luke McMillan AKA The DJ Producer verbindet mich viel, seidem wir damals zusammen auf der Universe in UK auflegten und das Tape davon über die Jahre Geschichte schrieb, ich werde auf dieses bis heute noch gelegentlich angeschrieben und gebucht. Nun haben wir beiden uns auf Facebook wieder gefunden und zeitgleich haut der einen Mix für R&S Records raus der es aber sowas von gehörig in sich hat, das ich den liebend gerne Teile, alt trifft auf neu, wie es halt nur einer versteht, der seit damals auch am Puls ist. Kein Stück verweichlicht über all die Jahre, aber eben auch nicht stehen geblieben, ich mag das.

Tracklist:

  1. TELOMERE – VISITATION
  2. FREDRIK ASTERVALL – BEAN
  3. OUTRAGE – TOO MUCH ENERGY
  4. FRANKIE BONES – CALL IT TECHNO (RATIO REMIX)
  5. B.F.C. – GALAXY (EXCERPT)
  6. RRKS – FUNCTIONING (DELAYED MIX) – (EXCERPT)
  7. METROCAT – TERRA INCOGNITA (JAY ZONEY REMIX)
  8. NIGHTMARES ON WAX – AFTERMATH (SPECIAL REQUEST REDUX)
  9. AXONES – HUMAN PREDATOR
  10. TRONIK HOUSE – THE SAVAGE & BEYOND
  11. NINNA V – CATHARSIS (C – SYSTEM MIX)
  12. QUADRANT – INFINITION (EXCERPT)
  13. JAM & SPOON – KEEP ON MOVIN’
  14. GHOST IN THE MACHINE – PSKDT (WHAT DOES IT MEAN)
  15. MELLA D – HELTER SKELTER
  16. AYARCANA – BEEN DOWN SO LONG IT LOOKS LIKE UP TO ME
  17. MIKE HUMPHRIES – JUPE
  18. DALOSSO – BROKEN
  19. SPECIAL REQUEST – BRAINSTORM
  20. RETSOF – SUNS (ORIGINAL MIX)
  21. MUNDO MUZIQUE – ACID PANDEMONIUM (EXCERPT)
  22. ANOTHER ALIAS – GHASTLY ESCAPADES
  23. TRIPPED – CONTROL
  24. APHEX TWIN – POLYOMIA C (EXCERPT)
  25. BOGLIN – INDOCTRINATE
  26. GHOST IN THE MACHINE – HOLD MY DRINK
  27. D.H.S. – HOUSE OF GOD (RADIO) – (EXCERPT)
  28. TRIPPED – Y THO

Ab heute: UR Wear bei Carhartt

URCarhartt
Ich mußte mir gestern, als ich die Meldung sah, tatsächlich erstmal die Augen reiben und zweimal hinschauen. Ich kenne jetzt nicht die Hintergründe und bin mir durchaus bewußt das heute solche Kooperationen das Mittel der Wahl sind um im Labelbereich Dinge zu wuppen, ich hoffe inständig das sie einen guten Schnitt damit machen und damit neue Projekte stemmen können, die Releasetaktung ging in den letzten Jahren ja auch deutlich zurück.
Aber!
Ich hätte mir da schon erklärende Worte gewünscht, stattdessen sehe ich da aber nur etwas von Carhartt und eine haarsträubende Modestecke bei I-D (huch die gibt’s ja auch noch!), aber nichts von denjenigen, die Underground im Namen tragen und einst für “Fuck The Majors” standen wie sonst vielleicht kaum einer, und das kommt dann schon etwas verschämt rüber. Vielleicht kommt ja noch was, bis dahin behandele ich das wie einen kleinen Tod.

Mix of the day: Jerome Hill: Classic Bleep, Bass & Acid mix

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Bleeps kann man nie genug haben, schonmal gar nicht wenn sie von einem Meister seines Fachs, wie Jerome Hill, zusammen gemixt werden. So ziemlich alles aus der schönen Phase 90-91, keine Füller dabei, nur Anthems der Epoche.

Tracklist:

Panic – voices of energy 1 – ozone – 1990
Eon – Spice – vinyl Solution- 1990
Direct – Techno gone mad (remix) – R&S – 1990
Jungle Brothers – Houseapella – Idlers – 1988
Rhythmatic – Take me back (extra bass edit) – Network – 1990
Ital Rockers – Ital’s anthem – Bassic – 1990
Autonation – Inside your mind – R&S – 1991
Project 86 – Industrial bass – Nu Groove – 1990
LFO – Nurture – Warp – 1991
Mental Cube – Chile of the bass generation – Debut – 1990
Bleep – A byte of AMC – SSR – 1990
Unique 3 – The Theme (Unique re-edit) – Ten records – 1990
DJ Mink – Hey Hey Can you relate – Ozone – 1990
Homeboy Hippie & a Funky dredd – Total confusion (Heavenly mix) – Tam tam – 1990
Charles B – Lack of love – Desire – 1988
Autonation – Sit on the bass – R&S – 1991
*Hardnoise – Untitled (accapella) – Music of life – 1990
Bobby Konders – Nervous acid – Nu Groove – 1990
Asmo – Music Please – Tek – 1990
Forgemasters – Shall we – Warp – 1989
Lost Entity – Bring that back – Nu Groove – 1990
Looney Tunes – Just as long as i got you – XL – 1989
Bitin Back – She’s breakin up – Fokus – 1991
Little little – Tickle me – MG – 1989
Steve Poindexter/Mike Dunn – Computer Madness – Musique – 1989
The Party Boy – The Twighlight zone – Urban – 1988
Phuture – Your only friend – Trax – 1988/Fierce re-release

(Via Mark Archer)

Record of the day: Skinny Puppy – VIVIsectVI (1988)

images.duckduckgo

Läuft hier gerade und dabei fällt mir auf wie gut die eigentlich wieder paßt. Für mich in Sachen Collagierung und Sounddesign bis heute eigentlich unerreicht, aber auch in Sachen Konsequenz und Radikalität fehlt mir sowas gerade heute. Wohlgemerkt das war 1988! Und neben Acid hörte ich eben sowas, ging bestens zusammen. Will sagen, mein Techno kommt eher von da als von Disco :D Auch wenn das in der Geschichtsschreibung wohl unter EBM laufen wird, hatten sich für mein Empfinden Skinny Puppy spätestens ab diesem Album davon verabschiedet, bzw. weiterentwickelt. Wirklich tanzbar war das nicht und wollte es wohl auch gar nicht sein, dafür aber ein sehr prophetisches Ausloten was mit der Elektronik so möglich ist, das den Test of time bis heute besteht,wie eben bei Acid und Techno zur gleichen Zeit auch, nur eben auf einer anderen Ebene, aber mit ähnlichen Mitteln. Interessant wie unterschiedlich die Ergebnisse aussahen, aber als Soundtrack zu Cyberpunk taugten beide gleichermaßen.
Ich hatte seinerzeit das Glück einige Konzerte in ihrer damaligen Gore Hochphase, also etwa zur Zeit dieses Albums, miterleben zu können und das war optisch mindestens ebenso konsequent umgesetzt wie das Audio, da flogen im wahrsten Sinne des Wortes die Fetzen, blutig und dreckig, das wo sich Trent Reznor und Marilyn Manson später, nicht nur in Sachen Mummenschanz, wohl inspiriert haben lassen. Der Wahnsinn sah live so aus:

Das Album hatte ebenso wie die Liveshow eine Geschichte zu erzählen, gegen die die heutigen LED Wände einfach mal schlapp wirken.

Hier das ganze Album in all seiner Pracht zum komplett durchhören

Arte Tracks: Nachtleben, Berlin 1997

Berlin1997

1997, damals, als der alte Tresor noch neben dem noch nicht fertigen Potsdamer Platz lag und im Matrix an der Warschauer noch Techno lief und keiner die Computer Zapfanlagen mochte. Als die letzten Ausläufer der anarchistischen 90er zwar noch da waren, aber jeder wußte das das jetzt schneller als einem lieb ist, zuende ging. Das Jahr in dem es die Frontage schon nicht mehr gab und das E-Werk schloß. Die Konfusion war jetzt nicht mehr außerhalb der Szene sondern in ihr und manche versuchten das mit Glamour aufzufangen, zurück zum Koks oder so. Die anderen wollten genau das nicht, kannte man ja noch aus den 80ern.
Kurze, aber im Nachhinein aussagekräftige Doku von Arte Tracks damals

(via Zeitmaschine)