Thema der Woche 26: “Universe Mind Body & Soul” oder wie Tanith den `wahren` Hardcore nach England brachte’

Zu meinem ersten Auftritt in England kam ich wie die Jungfrau zum Kind, irgendwann im Sommer 92 rief jemand in englisch an und erzählte mir was von “Big Rave”, “lots of tents” und ”even more DJs”. Ich wußte zwar noch nicht was Universe in England bedeutete, freute mich aber natürlich endlich meine Englandpremiere zu haben und dann auch noch gleich auf einem dicken Rave! Man hatte ja viel gelesen über englische Raves und deren schiere Größe zu der Zeit. In der weiteren Kommunikation stellte sich heraus, das Veranstalter und Chef des Ganzen Paul Shurrey mich persönlich angerufen hatte und das ich der erste deutsche DJ sein würde, dem die Ehre zuteil wurde auf einem englischen Riesenrave zu spielen. Zu meinem Glück kam ich durch die Loveparadeveranstaltung in diesen Hangars, da hatte mich das angereiste Universekomitee gehört und mich als “outstanding” befunden, woraufhin man mich eben für das Festival verpflichten wollte. Es lief auch alles perfekt, Universe kümmerte sich um meinen Flug und alles weitere. Im September 92 flog ich also zum ersten mal zum Auflegen in das Mutterland der Raves, UK. Weiterlesen

Theo Parish Sampling

Ich will mich ja schon länger mehr in das Thema Fieldrecording reintun, zumal die Auswahl an Recordern dafür immr besser und billiger wird. Dieses Video mit Theo Parish und seiner Geräuschsafari hat da nur noch Wasser auf die Motivationsmühle gegossen:

Musiker verdienen zu viel!

Der Auffassung ist jedenfalls die RIAA, diesmal mit den Majors, Apple und anderen Downloadshops unter einer Decke. Von den 13% die ein Komponist heute erhält – das sind gerademal 9 Cent!- sollen in Zukunft gerade mal 9% übrig bleiben, bei Downloads ganze 4% und bei Prelistening und Streaming soll der Künstler gleich ganz leer ausgehen.
Das ist das Verhältnis zwischen Nutte und Zuhälter ja kollegialer geregelt! Wirft ein bezeichnendes Licht auf die Äußerungen um mangelnden Respekt und um die um ihre Pfründe gebrachten Artists, wenn mal wieder die bösen Raubkopierer von RIAA und Konsorten thematisiert werden.
Quelle: Gizmodo

Das dümmste Stück Musik seit langem

Ich hab lange überlegt ob ich’s überhaupt poste, weil any Promotion… Sie wissen schon.
Aber das Ding ist so dämlich und dummdreist das ich’s hier mal ohne weitere Angaben zur Diskussion stelle:

Ach ja, für jene denen das noch nicht plakativ genug war (oder vielleicht auch diejenigen denen lustige Bunnies seit Aphex Twins Donkey Rhubarb und folgenden Abwandlungen wenig originell erscheinen), man scheint auf den Text so stolz zu sein, das man noch ein weiteres Video speziell für diesen nachgedreht hat, auf das die hohe Reimkunst auch ja das Hirn erreicht :

Da will wohl einer mit allen Mitteln einen Dorfdruffihit landen ;)
Jedenfalls soviel peinliche Plattheit hab ich schon lange nicht mehr im Techno erlebt, 1,2, Polizei läßt grüßen!

Thom Yorke geremixt

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Noch mehr Futter das zur Zeit meinen iPod rockt sind die wirklich gut ausgesuchten Remixe von Thom Yorke’s Eraser. In der illusteren Runde der Remixer befindet sich so ziemlich alles, was momentan vorne ist, Burial, Modeselektor, The Bug, Surgeon, Various Production, um nur mal die Perlen zu nennen. Dat Janze gibbet exklusiv auf Boomcat als Download in drei Paketen zu erwerben für 2,95 englischen Pfund pro 3 Tracks.

Von wegen NuRave!

Ich weiß nicht was soll es bedeuten, das klassischer Oldschool sich gerade in meiner Wahrnehmung wieder clustert, muß wohl an der Jahreszeit liegen. Jedenfalls bin ich in letzter Zeit über vielleicht nicht ganz so ernstzunehmende, aber umso erfrischendere Versuche gestolpert, den alten UK Hardcoresound wieder aufleben zu lassen.

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Den Anfang machte Asylum Seeker’s Hardcore House EP, dahinter steht Ed DMX. Der cuttet und pastet da in einer Manier alte Sounds und Beats zusammen, das man sagen kann, der Name der EP ist Programm.

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Nicht minder original klingt Glowstyx – Class Of 1992, hier allerdings weniger House und dafür mehr Hardcore, als hätte die Ära von Force Mass Motion, Altern 8, Automation und Nitrous nie aufgehört und mit “The Dabbler” gibt’s sogar ein amtliches Anasthasia-Hoover-Brett. Dahinter steckt nun auch kein Unbekannter, sondern Breakcoremeister Bong Ra, der dafür 4 GB Sample CDs aus der Zeit gesammelt und verwurstet hat.

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Unique 3, die schon anno 89 mit “The Theme” die allererste Bleephymne ablieferten und danach ewig von der Bildfläche verschwunden waren, legen heute auch mit einem Album, Invasive Signals, nach und neben ein paar Misses gibt’s auch einige Hits. Insbesondere “Shades Of Gray” “Draw The Line” und “Rocks The Bass” sind tatsächlich die konsequente Weiterentwicklung dessen, was man unter Unique 3 versteht und die Misses hatte man auf dem damaligen ersten Album ebenso, also auch nur konsequent. Aber das schöne an Mp3-Releases ist ja das man die nicht mitkaufen muss :)

Electronic Explorations

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Wem’s hier noch nicht genug mit Mixen ist oder wem das alles zu oller Kram ist, oder wer sich einfach mal Mixe reinziehen will die ganz weit vorne sind, der sollte mal rüber zu Electronic Explorations lauschen. In their own words:
as we travel through electronic music’s hottest property, a deviously crafted patchwork of carefully sewn rhythms, sonic contortions and delicate melodies.
Dubstep, minimal electronica, techno and advanced soundscapes. Producers who rarely see the light of day, too busy in their own homes, making some of the most arresting, forward thinking and intelligent music.
If you like your music experimental, uncompromising, hand crafted and eerie, mathematical and heavy on the bass then look no further than Electronic Explorations

Ich hätt’s nicht besser sagen können! Die ersten 4 Mixe sind schon eine Wonne und die Liste dessen, was da noch kommt, liest sich auch mehr als interessant. Genau my cup of tea!

Vertriebssterben Update

Wie Marc es hier schon schrieb, nun ist auch 3Beat tot, Amato hat die wohl mitgerissen, damit bleibt in UK nur noch Vital als Vertrieb.
Passenderweise schreibt Johnny heute beim Spreeblickeinen einen Leitfaden wie es die Musikindustrie doch noch ins 21. Jahrhundert schaffen kann. Nichts was hier in der ein oder anderen Form nicht auch schon betrachtet und gefordert wurde, allein mir deucht es ist längst zu spät, zumindest was die Majors angeht.
Umso trauriger stimmt es mich wenn ich sehe wie die Guten, die Indies, mit in den Strudel gerissen werden, der aus der Unsexyness von Majorignoranz gepaart mit uncoolen Gesetzen entsteht.
Warum ein Album bei Beatport allerdings genauso teuer kommt wie die physische CD steht auf einem anderen Blatt und sollte mal seperat erörtert werden