Die schleichende Annäherung von Dubstep und Techno

Die beiden Genres beschnüffeln sich zunehmend interessierter, was ich nur begrüße, erinnert mich an die ähnliche Situation vor ca. 10 bis 11 Jahren, als ich Techno zunehmend uninteressant fand und auf Breaks umschwenkte,nur das im Gegensatz zur jetzigen Situation damals eine fast feindliche Ablehnung gegenüber Breaks festzustellen war Ähnlich auch deshalb, weil ich beim Durchhören der unzähligen Technoreleases ein ähnliches Gähnen bei mir breit macht wie zu jener Zeit, während mir beim Durchhören von Dubstepreleases oftmals ein munteres “YEZZZ!!!” rausrutscht. Während Techno sich heute in den meisten Fällen minimal äußert und dabei so unspektakulär und gleichförmig daher kommt, sind Mut zum fordernden Tune und Nichtanbiederung an einen vorhersagbaren Szenegeschmack bei Dubstep oft genug zu finden. Von daher begrüße ich natürlich die zunehmende Befruchtung beider Genres. Interessant dürften da auch die beiden nächsten von Marie Ann Hobbes werden, heute legt Pinch einen Mix aus Techno und Dubstep vor, während nächste Woche Ricardo Villalobos sein Kontra dazu geben wird.
Aber auch mittels Releases wird gerade ordentlich geflirtet, ich liste mal eine kleine Auswahl für Interessierte:

Marcel Dettmann vs. Scuba
Mark Ashken von Skream geremixt
Stamp Release aka Sleeparchive!!!
und es geht auch andersrum Ricardo Villalobos remixt Shackleton

Wenn es nicht ganz so minimal sein soll sondern auch mal technoidercrossovern darf, dem empfehle ich mal Musik von alten Ravern für alte Raver wie auf diesen Compilations:

No Bad Sectors EP
4 Guardians EP
und sich dann an den Artists weiterhangeln, schöne Universen tun sich da auf!

Die Ergebnisse der ersten Kolab im schicken Player

Hier die Ergebnisse der ersten Kolab, die ich ja angekündigt hatte.
Die Regeln sahen folgendermaßen aus: Jeder Partizipant schmeißt ein Sample in den Pool und die zusammengekommenen Samples müssen allesamt in den einzelnen Tracks jedes einzelnen vorkommen. Dazu hatte man einen Tag Zeit, um an dem Track zu basteln, danach mußte Schluß sein. Die Ergebnisse hören sich so an:

Der Tag an dem DRM starb

ine Totgeburt war DRM ja schon immer und Dank der heutigen Verkündung von His Steveness und EMI ist es in Zukunft wahrscheinlich endlich leichter Musik zu kaufen als sie zu klauen. Der erste Major hat ein Einsehen und macht es dem iTMS somit möglich Tracks DRM-frei zu verkaufen. DRM-freie Tracks kosten dafür verschmerzbare 30 Cent mehr, dafür gibt’s auch doppelte Qualität (256 kBit/s). Bin gespannt ob und wann der Rest der Majors nachzieht.
Neben dem ganzen Hossiana das nun überall darüber geschrieben wird, stellt sich mir folgende Frage: Wird es dadurch den Indies im iTMS auch möglich DRM-frei zu verkaufen? Denn bei allen Lobpreisungen um der Sache willen zum Trotz, für meinen Geschmack gibt es bei Majors eh kaum was zu holen, was ich nicht schon auf diversen Tonträgern hätte. Die Aktion als Symbol für den Sturz der digitalen Mauer in allen Ehren, es war aber nur ein erster Schritt, wenn auch wahrscheinlich der wichtigste seit langer Zeit.

Dan le sac VS Scroobius Pip – “Thou Shalt always Kill”

Meine Güte, kann es wahr sein das Youtube mal verantwortlich für einen kleinen viralen Hype ist, der nicht im dämlichen angesiedelt ist, a la Grup Tekkan, oder wie die Peinlichkeit damals hieß, sondern so, wie man sich das mit dem Internet immer wünschte, pure Quality aus dem Nichts
Das jedenfalls macht gerade kräftige Wellen und ist für mich die musikalisch angenehmste Überaschung des Jahres bislang:

Und jawoll, einer der wenigen Fälle wo der Text dem Ganzen auch noch die Krone aufsetzt, anstatt nur Blabla zu sein, das die Musik verkleistert hier die Lyrics wo ich auch freudig erfuhr, das wohl auch ein, absolut in mein Set passender, Knifehandchop Remix in Bälde zu erwerben sein wird, den man auf seiner Myspaceseiteprobehören kann.

Slicesmacher bringen Dokumentation über die deutsche Technoszene (1988 – heute)

Gestern hab den alten Weggenossen Hoschi in seinem Büro hier im Prenzlberg besucht. Anlaß war sein Anliegen, mit seinem nicht genug zu lobenden Projekt Slices eine längst überfällige Doku über die deutsche Technoszene von ihren Anfängen bis heute zu machen. Ich habe schon ordentlich Material da gelassen (viel Spaß beim scannen, Hoschi! ;). Was allerdings noch dringend gesucht wird ist Videomaterial aus den Anfangstagen, insbesondere aus den damaligen Brutstätten, Berlin, Frankfurt und Köln. Wer also noch Material aus der Zeit in irgendwelchen staubigen Ecken zu liegen hat und dies für eine wirklich zu begrüßende Sache zur Verfügung stellen will, der melde sich doch bitte bei Sensemusic:

Kremmener Str. 9-11 / Aufgang C
10435 Berlin / Germany
Phone. 030-44041615
Fax. 030-44041627
www.electronicbeats.net
E-Mail: slices@sensemusic.de

Dubstepradio

Oh, oh, da passieren interessante Dinge. Mary Anne Hobbs, die seit geraumer Zeit die Dubstepflagge in den BBC trägt, hat für die nächsten Wochen wirklich ein exorbitantes Programm auf der Pfanne:
Diesen Donnerstag auf BBC1 2:00 – 4:00 Distance versus Vex’d, zwei meiner Lieblings Darkdubstepper und, roll da drums und TUSCH!:
am 2.3: Ricardo Villalobos vs DJ Pinch! Das ist ja mal eine Kombi die ich sehr interessant finde. Wenn auch mich Villalobos Tracks nicht gerade umhauen, so ist er doch dafür bekannt auch mal den ein oder anderen Dubsteptrack in seinen Sets zu verarbeiten, das dann in Kombination mit dem Tektoniccheffe persönlich sollte man sich, allein schon wegen des Kuriositätsfaktors, auf keinen Fall entgehen lassen!
Überhaupt scheint die Techno-Dubstep Achse allmählich ins rollen zu kommen, man höre sich nur die überraschende neue Platte von (nicht nur) Ex-Schranzer Neil Landstrumm auf Planet Mu an.

IFPI Versuchsballon Schweiz?

Aus UK hat man ja schon ähnliches gehört, nun also auch in der Schweiz:
Die dortige IFPI will DJs, die mit modernen Mitteln auflegen, also nicht nur mit Vinyl, bis zu 5000 Franken jährlich abknöpfen. Und dabei ist es dann egal, ob die Tracks gekauft, von Vinyl gerippt, oder unlauter erworben wurden. Sogar an den für DJs üblichen Promomix wurde gedacht, der soll mit 2000 Franken bedacht werden und wer nur bis zu 12 mal im Jahr auftritt, käme mit gnädigen 500 Franken davon.
Der Branche muß es verdammt dreckig gehen, der örtliche IFPI-Scherge spricht offen davon das die IFPI neue Einnahmequellen erschliessen will. Dumm nur, das man sich mit solchen Aktionen noch die letzten Enthusiasten vergrätzt und das das Geld mit Sicherheit wieder nicht bei den entsprechenden Artists landet sondern die reichen auf’s neue reicher macht dürfte auch so klar wie transparentes Vinyl sein:

Laut Ifpi-Mitarbeiter Högger fliessen Einnahmen aus den Verträgen mit DJs nicht direkt an Musiker, sondern an die Ifpi-Mitglieder, an Musikkonzerne wie Universal, Warner, Sony BMG und EMI. Verteilt wird nach Anzahl verkaufter Alben.

Techno, House und artwerwandetes dient also ein weiteres mal als Melkvieh um den Majors die klamen Kassen zu füllen, während die genreaffirne Infrastruktur weiter ausblutet.
Und als nächstes sind dort Restaurants und Kneipen dran, die ihre Räume mit Mp3-Playern beschallen.
Gier fressen gesunden Menschenverstand
Quelle: Tagesanzeiger.ch

IFPI Versuchsballon Schweiz?

Aus UK hat man ja schon ähnliches gehört, nun also auch in der Schweiz:
Die dortige IFPI will DJs, die mit modernen Mitteln auflegen, also nicht nur mit Vinyl, bis zu 5000 Franken jährlich abknöpfen. Und dabei ist es dann egal, ob die Tracks gekauft, von Vinyl gerippt, oder unlauter erworben wurden. Sogar an den für DJs üblichen Promomix wurde gedacht, der soll mit 2000 Franken bedacht werden und wer nur bis zu 12 mal im Jahr auftritt, käme mit gnädigen 500 Franken davon.
Der Branche muß es verdammt dreckig gehen, der örtliche IFPI-Scherge spricht offen davon das die IFPI neue Einnahmequellen erschliessen will. Dumm nur, das man sich mit solchen Aktionen noch die letzten Enthusiasten vergrätzt und das das Geld mit Sicherheit wieder nicht bei den entsprechenden Artists landet sondern die reichen auf’s neue reicher macht dürfte auch so klar wie transparentes Vinyl sein:

Laut Ifpi-Mitarbeiter Högger fliessen Einnahmen aus den Verträgen mit DJs nicht direkt an Musiker, sondern an die Ifpi-Mitglieder, an Musikkonzerne wie Universal, Warner, Sony BMG und EMI. Verteilt wird nach Anzahl verkaufter Alben.

Techno, House und artwerwandetes dient also ein weiteres mal als Melkvieh um den Majors die klamen Kassen zu füllen, während die genreaffirne Infrastruktur weiter ausblutet.
Und als nächstes sind dort Restaurants und Kneipen dran, die ihre Räume mit Mp3-Playern beschallen.
Gier fressen gesunden Menschenverstand
Quelle: Tagesanzeiger.ch

Steve Jobs wettert gegen DRM

Steht ja heute auch überall, ist allerdings auch selten das solch eine Verlautbarung auf der Applesite steht. Was mich allerdings bei der Berichterstattung darüber wundert ist, das die meisten etwas Neues darin finden das Jobs den Schwarzen DRM-Peter an die Musikindustrie rüber schiebt. Wer sich damals, zu Zeiten als der iTMS ins Leben gerufen wurde, für die Sache interessierte weiß doch eigentlich um die zähen Verhandlungen mit der Musikindustrie und um die Verwunderung der Fachwelt, das Apple das unmögliche, nämlich alle Majors unter einen Hut zu kriegen, geschafft hatte. Das war noch vor Sony’s Rootkitgeschickten und mitten in der Zeit als DRMs auf CDs gerade ihre Hochzeit hatten. Ich meine mich sogar an Interviews erinnern zu können, in denen Jobs explizit erwähnte, das der Schutz nur aufgrund der MI drinne sei.
Was mich bei der allgemeinen Berichterstattung dann aber ebenso wundert ist das sie Jobs mit dem Satz

“That’s right! No DRM system was ever developed for the CD, so all the music distributed on CDs can be easily uploaded to the Internet, then (illegally) downloaded and played on any computer or player.

davonkommen läßt. Hatten und haben wir nicht seit geraumer Zeit das Thema UnCDs?
Aber leider ist mit der Verbannung von DRM auch noch keine heile Welt gescchaffen und im Gegensatz zu den ständig kolportierten Aussagen vonwegen “die Majors haben ein Problem, den Indies geht es gut” sieht die wahre Sachlage in der Realität ein wenig anders aus, was sich jedesmal bestätigt, wenn ich bei Indies zu einem Plausch auf Besuch bin. Die Motivation ist im allgemeinen im Keller und manche geben sogar auf. Die nächste zu beantwortende Frage dürfte nun sein, wie bringe ich die Leute wieder dazu die Musik zu kaufen, bzw. den favorisierten Artist zu unterstützen? Die Abschaffung der DRM-Gängelung ist sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung, die Lösung ist es noch nicht.