Die (Wahl)Nacht im Netz

Das das Ergebnis der US Wahl so ausfallen würde, war einem relativ früh klar, wenn man im Internet die virtuellen Votings und andere Meinungsabgaben verfolgte, es hätte mich schwer gewundert wenn es anders gekommen wäre. Bleibt jetzt natürlich abzuwarten was ein Obama daraus macht und ich will mich gar nicht in Stammtischthemen verfangen. Wer gesehen hat, wie satt die Leute von dieser Drillpolitik der letzten 8 Jahre sind und welche Euphorie da drüben durch das Land fegte, als klar war das Obama gewonnen hat, dem ist klar das hier mehr als eine Wahl gewonnen wurde, das kam schon einer Erlösung gleich, Respekt! Umso beschämender wenn man sich das hiesige Personal daneben ansieht.
Vielleicht hat dieser Paradigmenwechsel ja auch Signalwirkung es wäre zu wünschen, darf aber erstmal bezweifelt werden. Meine Hoffnung das Charisma und Stimme einer Generation aus dem Sumpf entsteigt, der hier das Tagesgeschäft erledigt, sind gering, hier weiß ein Teil derer ja noch nicht mal was ein Browser ist.
Welch ein Unterschied zu der Obamakampagne, die ja zu großen Teilen im Internet stattfand, von Barack Obama in Twitter bis zu Avataren, die je näher die Wahl kam, desto mehr Logoanteil der Obamakampagne trugen. Aber auch hier tut sich was:
Da das Ergebnis der letzten Nacht mit Sicherheit ein historisches werden würde, wollte ich es mir auch nicht nehmen lassen, zumindest bis zu den ersten Hochrechnungen, höchstens aber bis 3:00 dabei zu sein. Ein Browserfenster mit 4 Tabs war angelegt, in Thwirl lief gleich daneben Twitter, die Nacht konnte kommen! Kurz nach 1:00 schaute ich mal in die Nacht im Netz, dem Onlineangebot vom ZDF, rein. Dort saß Claus Kleber unter lauter amerikanischen und deutschen Studenten mit Laptops und redete gerade von Blogs und Twitter, natürlich blieb ich hängen und bald waren auch die Diagramme und Ticker im Browserfenster darunter nur noch zweitrangig. Was da passierte hätte ich, genau so, gerne im TV gesehen, so sollte das aussehen, so stellt man sich eine moderne Alternative zur perfektionierten Hochglanzberichterstattung vor, die einen sonst bei Wahlen langweilen. Ein zunehmend begeisterter Claus Kleber ließ sich dort Twitter erklären, Felix Schwenzel von wirres.net wurde morgens um 4:30 aus dem Bett geholt und über Skype Videochat interviewt. Nur dumm das der Account von Kleber zu sehen war, woraufhin unzählige Skypefenster der ganzen Skypechatter und Anrufer live auf dem Bildschirm aufploppten. . Bald hatte sich das natürlich rumgesprochen und meine Twittertimeline war neben Obama bstimmt von #zdf und @Claus_Kleber. Am Ende war ich bis weit nach 5:00 hellwach um dieses herrlich improvisierte und motivierte Spektakel mitzuverfolgen. Wäre das im TV gewesen, hätte wäre zu einer historischen Amerikawahl sogar noch deutsche TV-Geschichte geschrieben worden – vom ZDF! Aber immerhin: grimmepreiswürdig!

Kommentare (2) Schreibe einen Kommentar

  1. Gähn…viel Rummel um nix. Da haben wohl vielw vergessen, dass ein Präsident gewählt wird, weder ein Kaiser noch ein Imperator.
    Da verweise ich mal auf die Infotipps der Nachdenkseiten von gestern, die lohnten mehr.

    Die Wahl von Obama wurde bereits bejubelt. »Heute sind wir alle Afrikaner«, meinte Claudia Roth.
    Andrea Ypsilanti rief zur Geschlossenheit auf.
    Im Glückwunschtelegramm riet ihm Robert Mugabe, das Volk hungern zu lasen und Hilfsgelder aus Europa zu nehmen.
    Auf Feiern in Afghanistan sprengten sich Taliban vor Freude selbst, ohne weitere Opfer mit sich in den Tod zu reißen.
    Neben dem Amt als US-Präsident darf Obama auch den Titel König der Löwen führen

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  2. Pingback: THE PILOT « Leichen der Zeit

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