Review: Party like its 1989 @ Haus der Kulturen der Welt

Das war im Rückblick eine wirklich großartige Sause im noch jungen Jahr. Das Haus der Kulturen der Welt hat im Zuge des diesjährigen 20. Jahrestages des Mauerfalls ein Programm, das nun auch eine Party präsentieren wollte, so wie sie damals vielleicht war und damit der ersten Loveparade im Jahre 89 huldigen.
Dazu hatte man ein paar DJs eingeladen, die damals entweder schon dabei waren oder ähm, sonst irgendwie ins Konzept paßten.?Die Schwangere Auster hatte bis dato noch keinen Rave gesehen, glaube ich, aber genau das sollte dem Ganzen erst die richtige Authentizität geben. Es war eben nichts perfekt, die Bühne auf der die Dj-Kanzel stand wackelte dermaßen das die Nadeln unablässig sprangen, die Getränkekarte schon bei meinem Ankommen um ca.2:00 um die Hälfte geschrumpft und das Personal völlig überfordert. Überhaupt das Personal, ich glaube sowas hatten die noch nicht erlebt, fanden das aber alles ganz toll und freuten sich mit, was diesem Gemäuer da zufuhr. Das hatte schon so einen 89 Flair, damals als das ganze Gefeiere und die Musik noch nicht in den Medien, geschweige denn in der Öffentlichkeit angekommen war. Dazu paßt so eine Location, wie die im Westen gelegene und ravemäßig völlig unbeleckte Schwangere Auster ja wie Arsch uff Brille.?
Man hatte sich wirklich Mühe gegeben, Projektionen , Backstage mit Blick auf’s Kanzleramt, amtliche Anlage, nur leider falsch aufgestellt, besagte Bühne aber die grandiose Aufteilung des Raumes machte das alles wett, in dem 70er Flair des Interieurs hatte man im Bauch eine Technohölle installiert, die frei von allen Seiten zugänglich war und in das großzügige Foyer leitete, das zum Chillen einlud. Aprospos frei zugänglich: ein weiterer sympathischer Effekt, neben dem dem freien Eintritt, war auch, das keine Türsteher da waren, wirklich jeder war willkommen. Und so ergab sich ein Publikum wie man es nicht alle Tage zu sehen bekommt, von 16 bis über 50 war da alles dabei. Von Leuten die damals noch gar nicht geboren waren, bis zu den Leuten die schon bei der ersten Loveparade tanzten, feierten da wirkich alle zusammen! Die meisten DJs achteten darauf auch wirklich Musik aus dieser Epoche zu spielen, Mijk war sogar so ordentlich und spielte nur Platten aus 89!?
Meine Zeit war von 4:00 bis 6:00 und kann nicht anders als frenetisch bezeichnet werden, war das ein Spaß, der nur von den springenden Nadeln getrübt wurden als alles auf die Bühne stürmte um zu tanzen und sich erst besserte, als Ordner mit Absperrband diese leider räumen mußten, was aber auch zu diesem Vorwendeflair paßte! Ich war kurz davor den Crossfader abzukleben um die Illusion zu perfekt zu machen.
Zwischenzeitlich und auch danach traf man auf Leute aus allen Feiergenerationen der letzten 20 Jahre und ich will gar nicht großes Namedropping betreiben, Bilder davon gibt’s in der Zeitmaschine “14 Jahre später” meine sind unter den Fanfotos

Kommentare (5) Schreibe einen Kommentar

  1. DANKE für die breakbeats! es war echt wow.
    nur leider viel zu schnell vorbei.
    ich frage mich, warum es nicht öfter partys gibt in berlin, auf denen musik gespielt, zu der man auch wirklich ausflippen kann, so wie im hkw. die nachfrage scheint ja da zu sein – auch bei jüngeren leuten, und natürlich den nostalgikern. so viele jubelschreie und hände-in-die-luft hab ich schon lange auf keiner party gehört bzw. gesehen.
    WOW!

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  2. wie gesagt fands auch toll,aber bei den berliner musik nazis in den ganzen clubs werden solche partys bzw konzepte wohl leider die ausnahme bleiben.bitte mehr davon…

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  3. Die beste Aktion war übrigens, als unten neben der Tanzfläche die Fahrstuhltür aufging und dort ein riesiger, leerer Kühlschrank drin stand.

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