Thema der Woche 88: Warum können Techno-Parties nicht schon um 20 Uhr anfangen?

Tja, das frage ich mich auch schon lange. Es ist ja nicht so, das es das woanders nicht gäbe, in England war ich z.B. manchmal in Clubs, die um 21:00 öffneten und wo um 4:00 gesetzlichZapfenstreich war, ging auch. Es war sogar so, das da bereits um 21:30 die Stimmung brodelte, weil man sich ja bis 4:00 so verausgaben mußte das man fertig für den Abend war. Hier allerdings will das, bis auf seltene Ausnahmen, irgendwie nicht gelingen, einige haben schon Versuche gestartet die Nacht früher begionnen zu lassen und haben den Eintrittstermin dann doch wieder resigniert nach hinten geschoben, weil die Trostlosigkeit von 20:00 bis 1:00 einfach nicht auszuhalten war, das Personal arbeitslos rumstand und bis zum Einsetzen der Party schon völlig demotiviert war.

Hier in Berlin mit seinem 24/7 Clubbing mag das ja noch angehen, weil man fast zu jeder Zeit noch eine Örtlichkeit findet wo noch was geht und man auch am Wochenende auch locker erst Sonntagnachmittags oder abends losziehen kann und in Mengen unterschiedlichsten Aggregatzustands untergehen kann, ich warte ja nur auf die iPhone App die einem in einem anzeigt wo jetzt gerade noch was geht. Aber wieso klappt das in Regionen nicht, wo regulär gefeiert wird? Ich verstehe es auch nicht, aber der Markt scheint einfach die tiefe Nacht zu bevorzugen, auch wenn das bedeutet das ältere Generationen ab einem gewissen Alter abwinken weil die Physis es neben der Arbeit nicht mehr zulässt und die Kollateralschäden der durchfeierten Nacht in keinem Verhältnis zum Vergnügen stehen.
Liebend gerne würde ich eine Veranstaltung starten die gemütlich früh anfängt und an der Menschen meiner Generation anschliessend nicht 3 Tage zu knabbern haben, Lösungsvorschläge nehme ich gerne entgegen.

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  1. geht es nicht für viele darum innere grenzen zu überschreiten, in diesem fall schlafbedürfnis, und daraus das besondere – den kick – zu ziehen? was im berufsleben oft vorexerziert wird, setzen einige dann halt beim clubbing um. widerstände überwinden, elite bilden what ever. ich denke das ist einfach eine mentale sache. aus diesem grunde mag ich diese kleinen umsonst & draussen events im sommer die hier im norden gerne sonntags zelebriert werden und bei denen man getrost um 23h ohne schlechtes gewissen nach hause gehen kann.

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  2. zitat: “Ich verstehe es auch nicht, aber der Markt scheint einfach die tiefe Nacht zu bevorzugen, auch wenn das bedeutet das ältere Generationen ab einem gewissen Alter abwinken weil die Physis es neben der Arbeit nicht mehr zulässt und die Kollateralschäden der durchfeierten Nacht in keinem Verhältnis zum Vergnügen stehen.”
    die jugend grenzte sich doch schon immer gerne von den älteren generationen ab. und die möglichkeit zu feiern wenn alle über 40 längst schlapp gemacht haben ist eben eine form der der abgrenzung.

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  3. Die einzigen Parties in die Richtung, die ich so kenne, sind die “Blitzbangers”-Parties in Köln. Die gehen pünktlich um 21 Uhr los und enden pünktlich um 23 Uhr, und weil das alle wissen geben alle sofort Gas.

    Finde ich eigentlich eine sehr gute Idee.

    After-Work-Techno-Parties konnten sich hier aber auch noch nicht etablieren. ;-)

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  4. Ein wahres Wort. Ich fand das schon immer seltsam.

    Ich habe zu meiner Studienzeit in Stuttgart gefeiert als es noch Clubs wie das Oz und Nexus. Im Oz kam erst um 3:00 der Gast DJ und dann ging es meistens bis 12:00 und dann zur Afterhour. Auch damals sind viele direkt auf die Afterhour gekommen und sahen dann im Vergleich natuerlich relativ frisch aus.

    Danach war ich in eine Weile in London wo es wie du sagst wesentlich angenehmer ist, bis auf das Problem das dann nach 6:00 meistens wirklich Schluss ist und man manchmal etwas ueberwach irgendwo auf der Strasse steht.

    Jetzt bin ich in Barcelona und hier werden die Nachteile von Deutschland und England verbunden, so das die Party um 3:00 los geht (die Clubs sind frueher offen, aber komplett leer) und um 6:00 Schluss ist. Dazu kommt noch das die besten Parties eigentlich am Donnerstag sind, damit die Clubs am Wochenende fuer die Charts Disko Platz haben (das scheint auch in anderen Laendern so zu sein), was ein zusaetzliches Problem ist wenn man am Freitag arbeiten muss.

    Einziger Lichtblick: der Sommer hier, wo es einige Strandparties gibt, welche natuerlich nur tagsueber Sinn machen. Und beim Sonar ist auch 24h feiern angesagt.

    Die Blitzbangers hoeren sich auch nach einem guten Konzept an.

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  5. @error: Das relevante Stichwort heisst afterwork – aber das zieht eben leider auch afterwork/ü30-Publikum an, das sind mE Leute, die sich früher nicht getraut haben oder am falschen Wohnort gelebt haben, jedenfalls in der Regel keine partypeople. Es gibt aber im Einzelfall auch Parties wie die Omenforum-Parties im Frankfurter Tanzhaus-West, bei denen schon um 0.00 die Post abgeht. Aber eben noch nicht um 21.00, das ist klar. Ich denke aber, dass gerade die späte Uhrzeit die Spreu vom Weizen trennt, sprich, das mainstream/ü30/afterwork-volk von den richtigen feierwilligen, die abgehen wollen.

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  6. it depends…

    manchmal will ich das – durchsein, weil ich bis zum nächsten mittag unterwegs war. auch wenn ich daran zu knabbern hab werd ichs bestimmt wieder tun. und genauso gut würde ich mich freuen, mal montags gegen 21:00 irgendwo aufschlagen zu können und dann gegen eins in die heia zu steigen. zeitiger wirds ja sonst auch fast nie…

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  7. ich warte ja nur auf die iPhone App die einem in einem anzeigt wo jetzt gerade noch was geht.

    Gab es damals (wie das nun wieder klingt) nicht diese netten Fahrer, die wussten, wie immer wie was abging? Di auch wußten, wo die besten WarmUps und ChillOuts waren? Die man nicht immer mit Geld entlohnte?
    Ok, die waren auf einmal wech…

    Ich verstehe es auch nicht, aber der Markt scheint einfach die tiefe Nacht zu bevorzugen

    Ich auch. Meine Frau fragt auch immer nach Parties, die um 20h anfangen…

    Ich denke mir, dass ich ja aus meinem Alttagsrhymus ausbrechen will, um ein Kontrapunkt gegenüber den Alltagstrott zu setzen.

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  8. Das hat doch was mit dem normalen Ausgehverhalten zu tun. Man sieht das an den älteren Herrschaften, die jetzt um die 50 sind. In ihrer Jugendzeit war gegen 1/2 Uhr zick. Da wurde eben Punkt 6 Uhr abends zum Tanz gegangen. Auf heutigen Oldie-Partys ist das ja noch immer so.

    Die jetzige Zeit ist da ganz anders. Alle haben viel und lange zu tun. Egal ob Arbeit, Freizeit, Sport… man steht unter dem Zwang viel zu machen, viel zu erleben. Da ist man teilweise (auch am Wochenende) erst spät zuhause. Dann wird sich noch in ein Restaurant gesetzt, dann mit Freunden in die Bar und ganz zum Schluss erst folgt der Club.

    Straffes Programm. Und das ist nicht notwendigerweise nur bei elektronischer Musik so. Ausnahmen sind vielleicht Band-Konzerte, die aber meistens auch nicht vor 23 Uhr richtig starten.

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  9. abgesehen von denjenigen, die keinerlei zwang haben einer regelmäßigen beschäftigung nachzugehen oder sich zeiten selbst einteilen können, denen es also auch egal ist wie spät ne party beginnt und wann die aufhört, ist es bei anderen inzwischen doch schon oft so, daß es arbeitsvolumen gibt, bei denen die um 20.00 noch nicht mal zu hause sind.

    dann noch runterkommen, essen, freunde treffen, bisschen quatschen oder was trinken – und schon passt die zeit.

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  10. also am 25. Oktober hatte das hier ziemlich gut funktioniert ( kleine Probe : http://www.youtube.com/watch?v=S4GwrTCxOqQ ) – das muss so ca. gegen 20 Uhr gewesen sein. Die Party selbst ging um 14 Uhr los und war bei meinem Eintreffen um ca. 15:30 Uhr schon gut im Gange. Kann sein dass das jetzt nur wegen dem ADE so war. Fuer mich war es jedenfalls eine der besten Partys hier seit langem. Das ganze wird jetzt monatlich am letzten Sonntag veranstaltet. Ich hoffe das sich das etabliert und nicht eine Eintagsfliege ist. Denn das Konzept ist simpel und gefaellt : Im Keller vom Club Trouw ( wird sonst eher fuer Austellungen genutzt ) ordentliche Anlage, den Raum nicht Diskomaessig ausgeleuchtet und keinen uebergrossen Headliner.

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  11. Ach ja, ich sprach natuerlich von Amsterdam. Kann leider nicht abschaetzen ob sich das bei dem Ueberangebot in Berlin durchsetzen wuerde. Muss zu meiner Schande gestehen das ich lange nicht in der Hauptstadt feiern war.

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  12. übrigens gabs vor urzeiten in bremen mal eine partyreihe namens t-dance die sonntags ab 17h begann und in der jens mahlstedt & steve bug residents waren. hat interessanterweise fast 2 jahre lang funktioniert.

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  13. sorry jungs, ich konnte mir die beiträge nicht bis zum ende geben.

    tanith du bist selbst schuld!

    probier in diesem sinne mal was neues. du hast den background und die persönlichkeit!

    stattdessen machste wieder ne monatliche konsenz sause!

    der freitagabend muß in der stadt bedient werden. leute wollen von der arbeit mit nem gut gerührten cosmopolitain und nem snack anspruchsvolle mucke lauschen. sozusagen von der arbeit abgeholt werden! das ist das geheimniss – leider will das kein club in den szene bezirken erfüllen oder man hat es noch nicht versucht.

    ich wollt früher mal in berlin m-dubs an den man bringen. hatte leider die falschen ansprechpartner, aber die kobalt jungs von tracks haben sich überwunden aus der stadt herauszutelefonieren. der rest mit twen fm ist ja hinreichend bekannt. berlin ist ein dorf!

    letztendlich, was mir fehlt ist ein freitagsclub mit wohlfühlcjarakter, guter bar und sehr guter küche gepaart mit musik von gestandenen leuten die junge nachwuchskräfte fördern.

    das ganze könnte man high tea nennen, wenn es ums droping geht! das warehouse hatte es immer so. eingerichtet. in berlin würd ich lieber auf den begriff und die umsetzung wert legen.

    trotzdem viel spaß am 9.

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  14. Auf klassische Dance-Partys ab 0 Uhr gehe ich nicht mehr, nur noch Konzerte, die so um 21 Uhr beginnen und die sind schon ungesund genug.

    Tags: Biorhythmus, gesunder Schlaf, Alter, Verantwortung

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  15. meine theorie (aus der provinz hier): man überlässt es zunehmend anderen leuten, die party zu starten. warum schon früh hingehen, wenn man auch später kommen kann und schon jemand tanzt und lustig ist? ich bemühe dabei auch gerne das wort spaßgesellschaft. und es ist nicht nur bei techno so. ausnahme sind bei uns die rockfeste aufm dorf, weil da alles ab 14 anwesend ist.

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  16. Ich war damals in den 90igern gerne im Easy in Limburg. Da war es auch immer sehr seltsam. Der Club öffnete zwar um 21:00 Uhr , Musik wurde aber erst um 23:00 Uhr gespielt. Ende der Party war immer pünktlich um 03:00 Uhr weil es in Diez keine längeren Öffnungszeiten gab. Warum die nicht auch früher angefangen haben bzw es durchgehalten haben immer nur 4 Stunden Party zu haben habe ich auch nie verstanden.
    Zum Thema After-Work Party: Das konzept als solches ist ja geil , bloß gibt es dann meistens Handbag House o.ä. – mal einen amtlichen Techno After Work Club habe ich bis jetzt nirgens gesehen. Ich persönlich glaube schon das sowas funktionieren könnte.

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  17. wir fahren gerne nach roermond um die ecke. start 21:00. end gegen 03:00. peak gegen 0:00. geht alles & wenn gesetzter wird, ist man irgendwie auch eher arzt.

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  18. Wenn das stimmungstechnisch auch funktionieren würde, wäre es ne tolle Sache! Ich würde es echt begrüssen und ich glaube gerade auch viele der sogenannten Ü30.
    Ich find es ja fast anmassend, dass einige Vorredner die Zeiten befürworten um diese Leute wegzuhalten. Vor 20 Jahren wars exsessiver, die Leute die damals 3-4 Tage durchfeierten sind heute um die 40!

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  19. erstmal danke für den vielemn input, ich glaube ich mach mir da mal wirklich nen kopp drüber und kann mir durchaus vorstellen da mal testweise was auf die beine zu stellen. mehr wenn ich dieses wochenende überstanden habe

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  20. Schwierig.Bin selbständig und oft nicht vor 20:00 daheim.Hab letztens den warm-upper gemacht und vor 0:00 war es schwierig, jemand auf die Tanzfläche zu bringen.Wenn ich mir hier die Clubs in München ansehe, geht das eh erst ab 2:00 ab.Hat natürlich auch alles mit Vorglühen und bestimmten Drogen zu tun, was ich nicht ausser acht stellen möchte.
    Actio et reactio…

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  21. Wir sind gerade dabei zu versuchen unseren Club für ein paar Veranstaltungen früher zu öffnen und das Concept geht langsam auf. Ist aber auch ein anderes Publikum, wir machen bei diesen Veranstaltungen hauptsächlich Hardcore und Spiral tribe und da kommen die Leute auch gerne früher weil sie einfach eine fette Anlage haben wollen und nicht daheim mit druffem Kopf bei einer Kompaktanlage sitzen möchten. Die Léutz möchten einfach den Beat spüren und Feiern. Langsam aber sicher bekommen wir sie alle.

    Mfg RAF-Real.Acoustic.Force.

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