Stürmisches Wetter

Siehe Überschrift. Nunja, wettermäßig zumindest hier im Prenzlberg lediglich ein laues Lüftchen, nur viel nass, das war’s.
Stürmischer ging’s da ja in der Politik zu, in Wirtschaft und Politik regnet es ja die Tage Köpfe wohin man schaut, aber der verstolperte Stoiberabgang, den die CSU mit Grandesse übersetzt haben will… meine Herrn, für jeden scheidenden Egomanen der dem Politdarwinismus nicht mehr gewachsen ist, wächst eine Hydra derselben Sorte nach.
Die Netzpolitik hat heute auch einen Sturm erfahren, einen der Entrüstung und der Verursacher ist eine alte, unsexy und zunehmend debile Bekannte genannt GEMA. Die hat nämlich eine Einstweilige Verfügung gegen Rapidshare erwirkt, weil auf den Servern urheberrechtlich geschützer Kram läge. Demnach könnte man auch einfach eine Einstweilige Verfügung gegen das gesamte Internet erwägen, weil getauscht wird ja seit Menschheitsgedenken allerorten und, oh gosh!, eben auch hier im Internet, so waren Märkte ursprünglich mal gedacht. Das da auch durchaus Kram dabei ist, für den sich die GEMA für urheberrechtlich zum Hände aufhalten berechtigt hält, mag durchaus sein, aber wieviele Löcher wollen die eigentlich noch stopfen, bevor da einer den Loop merkt. Auch wenn diese geronten Vorführmodelle für die Vorteile des biologischen Todeskonzepts 1000 Filesharer pro Monat verdonnern hätte ich noch nicht davon gehört, das die Geldströme deswegen derart drastisch ausfallen, als das davon etwas spürbar in die Taschen der “verwerteten” Artists fließen würde.
Allein die Aussage: “Insbesondere verlangt die Gesellschaft von ihnen nun Auskunft darüber, wie viele Werke aus dem GEMA-Repertoire vorgehalten werden” zeigt doch schon auf welch merkbefreites Kaliber da wieder keck die Stimme erhebt. Aber sicher, bei angeblichen 15 Millionen Dateien die zumeist komprimiert und auch noch Passwortgeschützt dort rumliegen, weiß der Serverbetreiber wo da was urheberrechtlich geschützt vor sich hin gammelt. Mit mp3s nicht hochladen dürfen kommt man jedenfalls nicht weit, ich kenne genug Label die ihre Promofiles dort ablegen, bzw. Kollaborationsprojekte, die auf ihrem Rapidshareaccount z.B. ihre Ableton Live Spuren tauschen und somit überhaupt nicht gemarelevant sind. Und wieso überhaupt Rapidshare und nicht auch Yousendit oder Megaupload oder wie die vielen Filehoaster alle heißen?
Aber vielleicht geht’s ja tatsächlich um das Teufelswerk DJ-Mixe, in Amiland schickt man nun schon Sturmkommandos auf DJs los. Da will man vielleicht in deutscher Manier nicht hintanstehen sondern auch mal etwas Wind machen und was krasses abliefern, wie so eine Rapidshareaktion.
Um die Waffen mit denen man dann die urhebergeschütze Ware herstellen kann (und wehe einer spielt Songs damit nach, andernorts man kann schließlich schon für’s Pfeifen bekannter Melodien die Abgabenhäscher an den Hacken haben und in Japan wurde im November ein 72 jähriger Maultrommelspieler auch schon für’s Nachspielen von Beatlessongs eingebuchtet!) , sprich Instrumente auf der NAMM, geht’s dann hoffentlich morgen wieder, heute kam von da auch nur ein Lüftchen an News, hoffen wir das der Sturm da noch losbricht. Soviel sei verraten, es gibt noch mehr böse, böse DJ-Controller für diejenigen die da eh nur illegal gesaugte Ware mit abspielen, obwohl der legale Downloadmarkt breits schon 2 Milliarden Dollar abwirft und sich damit innerhalb eines Jahres verdoppelt hat. Und das zu so gesalzenen Preisen, das man denkt da sind die Gemagebühren für’s Mixen gleich mit drin.
Und während sich die Hardwareindustrie noch in Sicherheit wähnt, hört man ein Geräusch das sich anhört wie“Fabber” und was sich jetzt noch liest wie ein Sturm im Wasserglas könnte am Ende auch der berühmte Schmetterlingsflügelschlag sein, der auf lange Sicht auch diese letzte sicher gewähnte Bastion aufwirbeln und einen Sturm der Entrüstung auslösen könnte, den ich bei den Oberfabbern Behringer oder gar China bislang vermisse. Kopie ist eben nicht gleich Kopie, es kommt schon drauf an wer sie macht.

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