Review: Brad Warner – Hardcore Zen

Wer mich kennt, weiß um meine Sympathie für eine gewisse Philosophie namens Zen und deshalb war es für mich unabdingbar das Buch zu kaufen, auf dem in dicken Lettern und angepunktem Layout HARDCORE ZEN steht und zudem von einem ehemaligen Punk geschrieben wurde, der heute in der japanischen Monstermovieindustrie zuhause ist. Ich merke es Leuten für gewöhnlich sofort an, ob sie früher mal Punk waren oder nicht und hier stellt man es sogar sofort an der Schreibe fest. Brad Warner schreibt ziemlich down to earth und nix ist mit new agigem Salbader oder esoterischem Bling Bling, stattdessen wird einem hier ein Zen nahegebracht, das mit dem Leben zu tun hat und nicht mit der Hollywoodvariante des alten weisen Mannes, der per Zen Wunderkräfte erlangt. Nichtmal das sonst so für Buddhismus und Zen typisch gehaltene Nirvana, also die Theorie diverse Leben durchleben zu müssen, bis man den Endpunkt erreicht ,kommen hier ungeschoren davon, stattdessen heißt es:

Zen replaces all objects of believe with one single thing: reality itself…
Zen doesn’t ask you to believe in anything you cannot confirm for yourself. It does not ask you to memorize any sacred words. It doesn’t require you worship any particular thing or revere any particular person. It doesn’t offer any rules to obey. it doesn’t give you any hierarchy of learned men whose profound teachings you must follow to the letter. It doesn’t ask you to allow anyone else to choose what is right for you and what is wrong.
Zen is the complete absence of belief. Zen is the complete lack of authority.

Hartcore Zen von einem praktizierendem Zenpunk halt. Und um dieses zu verdeutlichen beschreibt Brad Warner hier seinen Weg von der Punkband Zero Defex, über seine Begeisterung für Ultraman seit Kindesbeinen an und wie ihn diese nach Japan als Sprachlehrer bringt, um ihn dann zu seiner jetzigen Arbeit unter anderem Ultraman in Amerika bekannt zu machen. Wärend all dessen wird aber immer fleissig Zazen geübt und am Ende fast widerwillig den Meistertitel erwirbt, auf den er gar nicht scharf war, von seinem Mentor Nishijima quasi reingedrängt wurde und auch diese Sache ist mit viel weniger Pomp verbunden, als man vermuten mag. Irgendwann hatte er unvermittelt eine Vision der Geschichte des Anfangs und des Endes des Universums die ihm viel reeler scheint als alles vorherige. Dies schreibt er ergriffen Nishijima als Mail mit der Überzeugung nun wohl der mysteriösen Erleuchtung anheim gefallen zu sein, was der Mentor aber lapidar mit den Worten abwinkt, das Leute wie er im Monsterfilmebusiness besser auf ihre Fantasie aufpassen sollten. Wenig später isst Brad eine Mandarine und bemerkt die Vollkommenheit in der gerade zu schälenden Mandarine, was er seinem Mentor ebenfalls mailt, woraufhin dieser replied, ja, Mandarinen essen sei Erleuchtung. Für solche Klarheit und Verschmitztheit schätze ich Zen und davon gibt es in dem 200 Seiten starken Büchlein eine ganze Menge, das auf geerdete Weise aufzeigt, wie ähnlich sich westlicher Punk und östliches Zen in gewissen Punkten, wie z.B. jegliche Autorität zu hinterfragen, sind. Folglich steht das nächste Buch schon in den Startlöchern und macht dort weiter, was sich in Hardcore Zen schon in Zitaten von Henry Rollins bis Bart Simpson andeutete: “Sit Down and Shut Up: Punk Rock Commentaries on Buddha, God, Truth, Sex, Death, and Dogen’s Treasury of the Right Dharma Eye”.
Auch ein Blog betreibt Brad Warner im Sinne von Hardcore Zen und deshalb heißt es auch so: Hardcore Zen

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