Thema der Woche 168: Jeff Mills

Egal wie zu den Sachen steht, die Herr Mills in letzter Zeit so herausbringt, muß man doch neidlos zugestehen das da einer einen weiten Weg gegangen ist und sein Ding durchzieht. Zwischen Final Cut bis zu diesem putzigen Merchandise von Skateboard hin zu Axis 20th Aniversary Kaffeetassen und Axis Autofahrhandschuhen liegen eben halt auch mal mindestens 20 Jahre und dazwischen ein Output der der Hektik eines Millsets in nichts nachsteht. Meine erste Begegnung mit Mills Schaffen war tatsächlich Final Cut, deren erstes Album irgendwie in meine Finger kam und genau in diese Zeit des Umbruchs zwischen EBM und Techno passte. Ich spielte das Dimitri Hegemann im Fischlabor vor und von da an nahm die Geschichte ihren Lauf. Dimi lizensierte es, ich kuratierte die Lizensierung und kurz darauf spielten Final Cut beim Berlin Atonal Festival. Dann kurzes Fast Forward und wir haben Underground Resistance die im Tresor alles auf den Kopf stellen und deren Tracks bis heute für mich wie nichts anderes für die Frühzeit des Tresors stehen. Bald darauf allerdings auch schon wieder den Split von Mills von UR und seine Rastlosigkeit zwischen New York, Berlin und Chicago. Die Neunziger sind schwer geprägt von seinem Auflegestil und wie das mit authentischen Ikonen so ist, sind deren Epigonen umso lächerlicher, desto heller das Idol leuchtet. Legionen von hektisch zappelnden, nervös an den Fadern und EQs zuppelnden Möchtegernmillsern haben sich durch die Clubs geheizt, aber keiner von denen hatte z.B. die Traute wirklich die Platten einfach hinter sich zu schmeissen, wie es Mills damals bei seinen Tresorsets tat. Aber auch ein Jeff Mills ist da mit den Jahren ressourcenschonender geworden, bei den letzten Sets die ich von ihm gesehen habe flog nichts mehr durch die Gegend und das letzte Mal als ich ihn sah legte er zusammen mit Laurent Garnier Klassiker auf, was im Gegensatz zu früher schon fast Tanztee Qualitäten hatte, so entspannt und relaxt ging es da zu.
Legendär sind ja sein Setmitschnitt aus Tokyo’s Liquidroom

und das Purposemakervideo geworden, auf denen sehr schön sein jeweiliger musikalischer Status Quo festgehalten ist.

Auch wenn er bei seinen Sets nach wie vor noch gut bratzt und zu seinem Arsenal gerne die wummerige 909 hinzu nimmt, ist auf seinen Releases in den letzten Jahren jedoch eher der erwachsene, gereifte Jeff Mills, zu hören, sei es durch die Neuvertonungen von Filmen oder, wie das offenbar als Zeichen des Erwachsenwerdens eines Künstlers unvermeidbar ist, mit Orchesterbegleitung, hier z.B. die fast nicht wieder zu erkennende Version von The Bells

wobei mir die Jingle Bells Version ja eigentlich viel besser gefällt, die nehme ich ganz gerne mal bei Sets in der Vorweihnachtszeit mit rein

Was er mit Sicherheit so nicht gewollt hat und das einzige was man ihm ankreiden könnte (außer Ausstellungen über seine Ohren und Hände) ist die Erfindung der DJ Tools, also Tracks, die eigentlich gar keine sind, sondern nur dazu dienen sollen unter- oder miteinander gemixt zu werden. Wahrscheinlich hat er gar nicht geahnt was er damit anrichtet, aber Ende der 90er war dann bei vielen JungDJs erstmal Tooltime angesagt, die für mich direkt in dieses Geschranze mündete, belegen kann ich’s nicht wirklich, bis auf das in einigen Ecken Schranz zuerst fälschlicherweise Detroit hieß, bevor der Schranzbegriff sich durchsetzte.
Allerdings muß man Mills zugute halten, das er den Toolbegriff sicher anders gemeint hat, als er dann letztendlich auf uns niederprasselte und er kann es auch bis heute nicht lassen, so hat er erst kürzlich eine Sammlung Namens Drummer 26 herausgebracht, die, man ahnt es, Hommage an Drummer per Roland 808 widmet. Frecherweise nur als Mp3 erschienen, was sicherlich einige Fans hat vom Glauben abfallen lassen, andererseits m.E. auch nicht gerade seine Meisterleistung. Wenn man sich z.B. den Track Bonham, der dem verstorbenen Led Zeppelin Drummer gewidmet ist, anhört, fragt man sich schon, wo da die Bonhamnote verborgen ist, das Gepluckere erinnert mich jedenfalls nicht an das Spiel eines der kraftvollsten Drummer ever.
Letztes Jahr war überhaupt ein outputstarkes Jahr von Mills, alleine 3 Alben auf Axis, die trotz ihrer soundtrackhaftigkeit genug millstypische Rhythmik enthalten um das durchgängige Hören nicht langweilig werden zu lassen. Vielleicht dem Club etwas entwachsen, aber für altersgerechtes Homelistening durchaus empfohlen.

Update: Bonus, weil Wolle in den Kommentaren über sein Mixing meckert. Das wäre schlecht Wolle ;-)

Kommentare (50) Schreibe einen Kommentar

  1. yep. zur richtigen zeit hat er den richtigen leuten richtig genug in den arsch getreten und so einiges losgetreten.

    und ich habe null problem damit dass herr mills mittlerweile mehr kultur im klassischen sinne bespielt als die ganzen möchtegern-baselitze und sonstewer….

    ist mir bei der X-102 space-is-bass – nummer im eiszeit 2009 so richtig klar geworden. und ich mag diese unruhige hippeligkeit. und den weg wo der mann das alles kanalisiert. da kann gerne noch was kommen. und was die globalität angeht ist er der wahrscheinlich konstanteste weltenbespieler.

    so., reicht jetzt. nun aber in der nächsten woche bitte herrn garnier, monsieur elektroshock höchstpersönlich. weil… ach is ja eigentlich auch egal. drauf hat er’s. jawoll.

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  2. ich war mal fan seiner produktionen. aber das ist verdammt lang her. was danach kam, finde ich… naja, wenigstgens hat er keinen kirmesrave und keinen trance produziert.

    ob man ihm das missverständnis “tool-techno” bzw. diesen fürchterlichen looptechno anlasten kann, wage ich ebenfalls zu bezweifeln.

    seine kulturanwandlungen finde ich jedoch richtig peinlich, genau wie seine selbstverherrlichende selbstdarstellung. ich frage mich dann immer, ob er (und seine fans) noch nie bei einem hiphop-battle gewesen sind? jeder 14-jährige beherrscht diese art mix-skills besser. von den wirklichen meistern ganz zu schweigen. wenn ich dann diese bedepperten journalisten lobgesänge über sein großartiges weltklasse-mixing lese, ist mir immer sehr sehr nach fremdschämen.
    nein, ich kann es nicht besser. aber ich tue auch nicht so ;)

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  3. ich habe “the wizard” vor ein paar monaten nach mehr als einem jahrzent in der “provinz” in heidelberg wieder gehört und es war für mich ungelogen das beste DJ set in 2011!
    wobei DJ set es auch nicht ganz trifft, da er neben 4 cd playern auch noch eine 909 mit an bord hatte ;)
    nachdem ich schon an mir selbst gezweifelt hatte, daß mich nichts mehr so recht in wallung bringt auf der tanzfläche, hat mills sound es geschafft ;) vom qualitätsstandpunkt aus betrachtet war für mich da eine deutliche lücke zwischen seinem set und dem “was man sonst so hört” spür- und erlebbar.

    was hier bzgl. seiner selbstdarstellung zu lesen ist, verwundert mich etwas, bzw. entspricht nicht dem was ich dort erleben durfte.
    als jeff mills anfangen sollte, hat er sich partout erstmal geweigert, weil das licht auf der bühne zu hell war. im endeffekt musste dann so stark abgedunkelt werden, daß man ihn gar nicht mehr sehen konnte.. ;)

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  4. einige seiner tracks oder lieber loopeinausschaltteppiche sind ohne zweifel ass kicking, aber es will mir doch wohl niemand sagen, dass wären voll durchdachte stücke. teilweise finde ich diese sowas von amateurhaft arrangiert. was ja nicht stört, wenn es funktioniert und das tun sie offensichtlich. aber jeff mills jetzt als großen producer hinzustellen finde ich doch sehr gewagt.das macht doch heute ein hobby producer in einer stunde. er macht seit jahren (gäähhnn) nix anderes.

    @wolle
    es gibt immer jemand der besser ist. fakt ist, er kann es.
    man muss natürlich auch sagen, dass diese art von mixing weitaus besser mit loop- und drumartigen tracks funktioniert, dadurch um einiges leichter ist und auch sinn macht. im anderen kontext kann sowas zum nervigen medley werden.

    was diese Orchester sch… und selbstverherrlichung anbelangt, ist das in der tat in beide richtungen peinlich, sowohl in die klassische wie auch technoide. da passt er richtig gut zum franzosen. aber wir sind ja sowas von intellektuell und erziehen jetzt mal die leute…..bells in der philharmony und nirvana auf dem dancefloor- das finde ich sowas von anmaßend.

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  5. Erst mal Danke für den netten Beitrag.

    Man kann an JM kritisieren was man will. Er hat halt seinen Style. Ich fand das Mitte der 90er auch interessant muss ich zugeben.

    Dafür, dass der Style dann von Vielen kopiert wurde, kann man glaube ich JM nicht vorwerfen. Leider hat er sich dann nicht mehr wirklich weiterentwickelt. Aber dies gilt leider für viele Künstler aus Detroit der 80er und frühen 90er.

    Für Techno halte ich ihn jedoch für weit weniger wichtig als seinen Kumpel Mad Mike oder James Pennington von UR. So wenig in der Öffentlichkeit über die beiden bekannt ist so wichtig war ihr Werk für die Entwicklung von Techno.

    Und Tanith, mal ehrlich Du hast ja Recht mit den ganzen Jung-DJs, die JM nachgeahmt haben und Techno wirklich verstanden haben. Aber anders gefragt wieviel von den “großen” deutschen DJs haben den Techno oder House wirklich verstanden.

    Da ging es doch auch im Wesentlichen um Selbstdarstellung und Kohle. Sorry, der Unterschied zwischen den Jung-DJs und vielen der “großen” deutschen Techno-DJs der 90er war doch nur die Bekanntheit. Was hat denn der Väth oder andere noch in den 80er gemacht. Die hätten auch Volksmusik aufgelegt, um bekannt zu werden…

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  6. ich habe jeff dutzende male gesehen und gehört. entschuldigung dafür, dass ich dir nur empfehlen kann, dich mal bei hiphop-djs umzusehen, denn dann wird dir schnell klar, was ich meine.
    aber auch unter den techno-djs gibt es eine unmenge artists, die das wirklich hinbekommen. stellvertretend schau dir mal dj godfather, surgeon und (mist, jetzt fällt mir der name nicht ein: aus uk, 2 djs die zusammen performen, ebenfalls looptechno, vestax-mixer, mixing der wahnsinn?).

    in respekt auf seine produktionen von 1989-94 lege ich nicht öffentlich dar, was ich von seinem mixing wirklich halte. aber mir war und ist als tänzer ein dj mit dem gespür für die richtige platte im richtigen moment immer lieber, als ein selbstverliebter darsteller, die mich mit holprigen skills ständig aus dem rhytmus bringt. geschmackssache? meinetwegen.

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  7. Also für mich ist Jeff Mills einer der ganz Großen im Techno. So schnell kann ihm keiner was vor machen. Auch produktionstechnisch. Er hat nun mal sein Stil und ein gewisses Konzept dahinter, welches er seit Jahren verfolgt und immer weiter entwickelt. Von Ambient bis Bretterhart zu Minimal. Der Mann kann alles und macht dabei so einigen Leuten vor, was Minimal eigenltch wirklich ist. Ich finde deswegen auch seine aktuellen Platten gut. Auch wenn ich die eher selten auflegen kann.

    Und zum Mixing, glaube ich hat er ein Problem. Jeff Mills ist beim Mixen perfekt unperfekt. ;) Er ist extrem gut, aber trotzdem kann es auch mal holpern. Aber, 30sec vorher liefen auch noch 2 andere Platten, und jetzt ist er bei Platte 3. Anyway.

    Und klar gibts es DJs die besser sind als er. DJ Godfather ist wirklich die Granate! Aber solche Virtuosen gibt es ja leider sowieso nur wenige.

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  8. Ach Wolle, mit HipHopvergleichen ist aber auch irgendwie Äpfel mit Birnen, oder?
    BTW: Surgeon legt seit Jahren mit Ableton auf o_O

    Und ich hab extra für dich jetzt noch ein Video mit schlechtem Mixing an den Artikel drangehängt ;)

    @resistance88: das er sich nicht weiterentwickelt hat kann man nun nicht behaupten und wie das mit Weiterentwicklungen nunmal so ist, polarisieren die zumeist. Ich finde schon das das was er heute macht sehr anders klingt als das was er in den 90ern gemacht hat, also von daher schon Weiterentwicklung.

    Ich kann dir die Frage, wer Techno wirklich verstanden hat, nicht wirklich beantworten, da es dafür keinen Rahmen gibt. Es gibt nicht DEN Techno und wegen Ruhm und Ehre nahm sich das mit überehrgeizigen JungDJS und sogenannten Größen oft auch nix, die einen wollten unbedingt da hin wo die anderen schon waren und imitierten dazu Gehabe und Style, nur das die einen eben so waren und die anderen so sein wollten.
    BTW House verstehen: mit die schlimmsten Zicken waren Ami House DJS, also die die es eigentlich hätten verstehen müssen. Pauschalisierungen helfen uns also auch hier nicht weiter ;)

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  9. @sandy: vielleicht entzaubert es deine vorstellungen über eine kontinuierliche entwicklung bzw das “concept”, wenn du erfährst, dass er seine tracks bereits 1994 fertigt hatte und sie zum teil sogar als dubplate gespielt hat? er hat seine ganzen produktionen über viele jahre verteilt veröffentlicht. als sie alle waren, kamen dann diese dj-live-platten (von immer noch den gleichen tracks von ´94) und danach die ambientplatten (wann er die gemacht hat, weiss ich nicht, aber es könnte gut sein, dass sie ebenfalss vor 1994 entstanden sind. klingen tut jedenfalls alles danach, als ob er es in und der gleichen schaffensphase produziert hat).

    gutes marketing-concept nenne ich das. ob ich das jedoch musikalisch bewundern soll? ich habe mich eher verarscht gefühlt.

    wenn du jedoch diesen klassikkrams als weiterentwicklung siehst, dann gibt es an diesem punkt eine.

    ich finde, er hat sein talent verschwendet. denn das er eins hatte, ist auch für mich unstrittig. warum er aber ab 1994 keine kreative weiterentwicklung vollzogen hat? aber vielleicht sollte mal jemand robert hood dazu befragen? da ist, glaube ich, ne leiche im keller. robert wollte nie offen dazu reden. aber hinter vorgehaltener hand kam sowas von credits, die er eigentlich für sich beanspruchen würde… naja. ist nun auch 20 jahre her.
    robert hood jedenfalls ist für mich eine ganz andere größe und es fast ein skandal, dass er auf diese weise im schatten von mill stehen muss.

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  10. @tanith: es hat sicher seinen grund, warum die community so über dieses fake-video gelacht hat. denn viel besser ist es im orginalen nämlich auch nicht. seine auflegerei erinnert mich immer an einen eiskunstläufer, der stets versucht, viel zu schwierige figuren zu laufen und dabei immer wieder hinfällt.

    und der hinweis auf die hiphoper ist nicht ohne grund. er ist richtig. denn von dort kommen diese skills die, wenn sie perfekt ausgeführt werden, sicher hübsch anzusehen sind, aber zum technotanzen völlig ungeeignet sind. sie beeindrucken, weil sie auf grund der branchenfremdheit in der technoszene recht unbekannt sind. wer sie jedoch kennt und sie einmal in perfektion gesehen hat, der hat für diese art perfektion nur noch das gefühl von fremdschämen übrig.

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  11. Ich will an dieser Stelle auch eine Lanze für Jeff Mills brechen. Quasi seit ich mich mit Elektronischer Musik insbesondere Techno beschäftige, begleitet mich dieser Mann. Von der ersten Stunde an war ich fasziniert sowohl von seinem Mixing als auch von seinen Produktionen, die ja bekannt sind und hier keine extra Aufzählung benötigen. Gerade auch sein neuerliches Something In The Sky Projekt find ich sehr gelungen sowohl was die Tracks als auch das Artwork dazu angeht.

    Als er sich im letzten Jahr in der Distillery in Leipzig die Ehre gab, war das für mich seit langem mal wieder Anlass in nen Club zu gehen. Ich wurde nicht enttäuscht.
    Wahrnehmung ist ja bekanntermaßen stets selektiv, aber mit Selbstdarstellung hatte seine Perfomance m.E. überhaupt nichts zu tun. Während seines c.a. 3 stündigen Sets, war er nur mit Mixen beschäftigt, welches dann auch entsprechend virtuos ausfiel. Ich kann mich nicht entsinnen, dass er auch nur mal ins Publikum geschaut hat, geschweige denn mit handclapping oder ähnlichem sich selbst feierndem Gehabe beschäftig war, welches mich bei der neuen Generation von DJ´s die dank Sync Taste ja nicht mehr angleichen müssen und sich deswegen ganz auf ihre Selbstdarstellungsperformance konzentrieren können, gewaltig nervt (verzeiht mir das Hating, ich selbst lege auch mit einer Mischung aus Vinyl und Traktor auf, Beatmatche aber aus Prinzip[vielleicht auch ein wenig aus Trotz :-) ] manuell). Mir schien, als ginge er ganz in dem was er tut auf. Auch seine Tracklist war enorm breit gefächert und das Hinzuziehen der 909 rundete das Ganze ab.
    Nach dem er fertig war und frenetisch umjubelt wurde lächelte er kurz, verbeugte sich und verschwand. Als er später aus dem Artist Bereich über den Hof kam schaute er sich nochmal um und verabschiedete sich sogar vom Mann am Grill persönlich. Für mich alles andere als ein Selbstdarsteller. Ganz im Gegenteil. Trotz seines Ruhms ein sehr ruhiger und bescheidener Mann und für mich nach wie vor eine sehr inspirierende Persönlichkeit.

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  12. Beim flying disc Wizard standen schon immer ne Menge Leute um sein DJ Pult, wenns denn möglich war, wahrscheinlich um ihm beim Mixen zuzusehen.
    Wenn der was kann, dann das.

    Hes Real, macht sein Ding, deshalb props an Mr. Mills, um beim HipHop zu bleiben.

    Immer ein Grund mal wieder im Technoschuppen zu landen, wenn der in der Stadt ist.
    Wenns jetzt Nebelschwaden und Strobo noch geben würde, dann könnte man sich glatt wieder Jung fühlen.

    Für mich ne Technogröße der sein Ding macht und Erfolg damit hat, was ja nichts negatives ist.
    Und wenn er polarisiert heißt nur dass er ein Künstler ist, da gibts find ich gut oder …crap.
    Das Orchester Ding war ein Projekt, fand ich auch nicht tolle, aber ich konnte es mir anhören ohne schmerzen; blieb ja auch die Ausnahme.

    Und wenn jemand bei Tanith klingelt, du so mit Orchester und so, na wer weiß…..

    Da finde ich Kruse – macht das mal zum Thema der Woche bitte – z.B. schlimmer; ständig “changes of perceptions”.

    Bei Mills weißte was de bekommst…nämlich auf die Ohren…

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  13. @Wolle weil du sagtest ,,, “naja, wenigstgens hat er keinen kirmesrave und keinen trance produziert.” … im DJMAG habe ich vollgendes gelesen über mills ……. ” Er mag als einer der hardcore Techno-puristen gelten,aber man würde echt nicht glauben,bei welchen Aufnahmen Mills heimlich”ghostproduced” hat ,um ein wenig kohle zu machen. LMFAOs ” Party Rock Anthem”?Mills.Yolanda be cools ” we speak no Americano”?Mills.Jeder einzelne Cascada-Track?Mills (er sang auch die Vocals ein)” …………

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  14. @ Wolle

    Nichts für ungut, aber seit ich denken kann, verwundert mich schon immer der Menschenschlag, der an erhabener Kritik gegenüber anderen nicht sparsam, den Beweis, es besser machen zu können aber stets schuldig geblieben ist ;-)

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  15. @aldex: muss ich wem was beweisen, um eine meinung dazu haben zu dürfen? was anderes wäre, wenn ich mich mit mills messen würden oder mich durch meine kriitik an ihm profilieren wollen würde. das tue ich jedoch nicht. ich halte mich nicht für eine wizzard und ich will auch keiner sein. ich lege auf. meine konzeption ist dabei eine völlig andere als die von jeff.
    ich schrieb` da was von fremdschämen. dieses gefühl habe ich auch, weil ich es einfach nicht glauben kann, dass eine szene jemanden so dermaßen für etwas abfeiert, was beim blick über den eigenen tellerrand so unbedeutend scheint. wizzard bedeutet zauberer…
    leider fällt mir der namen der beiden briten nicht ein. wenn du die gesehen hast, dann weisst du, wie sowas aussehen kann bzw sollte.

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  16. auf die schnelle finde ich kein video davon, aber die habe ich zwischen 96-2002 (?) ein paar mal live gesehen… das sind wirkliche dj-wizzards. wahnsinn!

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  17. @wolle ach komm schon, der X102-streifen is schon n cooles ding. irgendwie viel erwachsener als dieser fraktale-schnuppes und ewigen xmix-reihen…

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  18. ich weiss noch als jeff im stammheim ost in kassel
    auflegte..er war recht früh am start, schon so gg 11-12..ich hatte ihn vorher nie gesehn
    und hörte nur diesen typical mills sound..bin dann hin und fragte ihn
    ob er es denn wäre…ja gab er bescheiden zur antwort..sein mixskills
    waren/sind unerreicht und wer hier rumstänkert ist doch nur neidisch ;-)
    aufgefallen und hängengeblieben sind seine bescheidenheit und seine einzigartigen saugnapffinger..saug napf finger..die scheiben hafteten förmlich an seinen pfötchen…und dieses ich mix mal 20 scheiben in 2 minuten ohne dass es auffällt kannte ich sonst nur von t1000…bei ner mayday in berlin seinerzeit…hach das waren zeiten fernab von diesem ketapophouse nowadays…whatshalls…alles fliesst…

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  19. ach Wolle, das ist doch nur enttäuschte Liebe bei dir, ich weiß noch was für ein glühender Verehrer du warst, sogar den millschen Hüftschwung haste hinter den Decks probiert ;)

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  20. Für mich ist Jeff einer, vor dessen Wirken ich größten Respekt habe, dessen VÖs mir bis Ende der 90er mehr als nur zusagten und zu dessen Sets ich die wohl derbsten Tanzexzesse und Schweißausbrüche erlebt habe. Nur wenige DJs im Techno-Sektor schaffen es, den Energie-Level konstant derart hoch zu halten, dabei aber nie platt oder ungroovy zu werden. Man kann die Energie auf der Tanzfläche förmlich greifen … Jeff Mills-Nächte waren jedenfalls die, wo ich fast die gesamte Nacht nicht von der Tanzfäche zu kriegen war und wo man im Anschluss alles wollte, aber sicher keine after hour, derart in Grund und Boden hat einen der Mann gerockt.

    Zum Glück für mich hat Jeff wohl in keiner Region Deutschlands so häufig gespielt wie in NRW, da speziell in Bonn und Köln. Da sei an dieser Stelle auch noch mal ausdrücklich Claus Bachor mit seinem unermüdlichem Pioniergeist gedankt, der (nicht nur) Jeff Mills & andere Detroit-Legenden in kleine Clubs gebucht hat, wo man unvergessliche Nächte erleben konnte. Aber auch an ein wunderbares Detroit/ Deep House-Set im kleinen Club des Planet in Bochum erinnere ich mich. Zusammen mit Derrick May. Einfach unvergesslich.

    Und man kann über seine Merch-Geschichten sich lustig machen, ich finde sie konsequent und passend. Er hatte immer ein faible für Mode, für Geschwindigkeit und Design und warum also nicht sich dann da ausleben, wenn man die Möglichkeit hat. Das Axis-Radler-Trikot find ich schon cool … ;)

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  21. @lacasafiesta
    ey man, die nacht im planet hab ich auch erlebt, UNVERGESSLICH!
    krieg jetzt och schweiss in den fingerspitzen..und sowieso
    hab ich im planet, dank st.strüver geile nächte gehabt..sogar mit hitlermotte..

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  22. Pingback: Berliner Blogs bei ebuzzing.de – Ranking für Januar 2012 | world wide Brandenburg

  23. zumindest hab ich die platten immer ungehoert kaufen koennen und eigentlich nie ne´n fehlgriff gehabt. um thema mixkuenste nur soviel, des ich es, wenn moeglich, immer ganz gut anhoeren konnte und gleichzeitiig dazu tanzen. was fuer ein gewinn!

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  24. Also in meinen jungen Jahren ;) war JM einer der DJs welche mich massiv fasziniert haben klar hab ich auch manches mal die Hände vors Gesicht gehalten wenn er bei seinem Fadercircus mal verkackt hat aber Mister M hat eine ganz ganz eigene Art und ja klar polarisiert sowas. Nicht alles was er gemacht hat könnte ich persönlich als gut bezeichnen, aber bei wem kann man das.
    Was ich sehr traurig finde, sind solche Aussagen wie ” ein Väth hätte damals auch Volksmusik vermarktet wenn er dafür Kohle bekommen hätte”….im Gegensatz zu heute, stimmt das nämlich nicht. Und was mich immer wieder ganz besonders nervt, ist die Tatsache das man heute zu Tage gute Leute nur noch nach ihrem mixing beurteil. Es ist sowas von dermaßen Bums ob jemand controller hat oder mit timecode auflegt oder vinyl benutzt. Es muss Atmo entstehen es muss eine schlüssige Story ergeben und letztlich ist das mixing nur eines von vieen Dingen die dazu beitragen.
    Als kleines Beispiel Dag Sonntags früh im Dorian …. der Kerl hat nicht einen Mix hinbekommen und auch fast nie gemixt…platte fertig fader hoch nächste. Und wie geil das damals war! Heute …Track 3min nächster Track bass raus bass rein bissl ärme hoch und toll ist man! Ich ziehe vor allen Künstlern den Hut die sich was trauen und auch mal massiv in die Kacke hauen. Anstatt dieses ganze verfuckte Toolroomvolk…Wirklich gut zu sein heißt für mich auch mal NICHT immer das Volk mit gefälligem Zeugs zu entzücken

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  25. @flic

    gebe Dir Recht, wobei der Herr Väth in den 80ern wirklich zuerst auf Popmusik und Charts gemacht hat. Was man aber sagen muss der Väth war nicht der schlimmste (Low Spirit usw.). War daher vielleicht nicht das beste Beispiel, muss ich zugeben.

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  26. @wolle:
    so groß ist aber gerade bei hood die weiterentwicklung auch nicht gewesen. ein ziemlicher einheitsberei, den er da zum teil produziert hat und ich finde auch nicht, dass er “im schatten” von jeff mills steht. ganz und gar nicht!

    es geht ja das gerücht, mills habe hood die liebe ausgespannt und deshalb kam es zur trennung der beiden. who knows…

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  27. @wollexdp

    meene fresse warum lästerst du denn so übel über den mills ab ??
    wenn ich lese das der typ schon 94 laut deiner aussage seinen ganzen stuff für die nächsten zehn jahre fertig hatte und damit auch noch erfolg hat frag ich mich warum der geniale detroit typische mills sound dir nicht in den kram paßt ;)
    sicher es gibt total verschissene sets ohne ende geb ich dir vollkommen recht ..ausseinander laufende tracks pausen ohne sinn etc… bin von der cut /pitch technik manchmal entäuscht /enttäuscht wenn ich mir mal n neues millsset reinziehe ABER:

    der liqiud room mix war und ist einer der besten technomixe überhaupt(habe bis heute keinen besseren gehört übrigens auch keinen von dir oder sonst irgend einen techno dj der einzige technoknaller auf gleicher höhe ist der nachfolger fumiya tanaka live at…ich sag mal funky squad -kevin saunderson etc übergänge)
    hier wurde dj kunst im höchsten maße zelebriert und was gespielt wird sind keine loops sondern DIE sounds der zeit die tracklist spricht für sich…
    während die dj elite der damaligen zeit es vorzog die tracks schön gemütlich auszuspielen und dann einfach den fader hochzuziehen hat der typ tracks ineinander fließen lassen im sekundentakt ….und fader techniken erschaffen die generationen von TECHNO ja TECHNO djs beeinflußt haben.. dein hiphop argument kann ich nicht nachvollziehen da es nicht korrekt ist.
    ich komme aus den bereich battlebreaks da du die hiphop jungs angeführt hast weißt du was ich meine …du kannst einen break/hiphop mix zwischen 90 -115 der mit scratches ,flares ,cutz etc..garniert ist nicht mit einen jeff mills vergleichen der um die 145 bpm rumballert!!
    mein empfinden nach liegt die genialität eines jeff mills aber auch ganz klar in der kombination von soundschichten und da ist der typ ungeschlagen die ganzen anderen technoheros der allseits geliebte väth etc machen nach wie vor nichts außer die tracks auszuspielen und werden grandios bewundert und geliebt sorry aber wofür ??ein guter dj und produzent ist für mich jemand der skills hat und diese mills abzusprechen ist lächerlich gerade von jemanden wie dir der so lange dabei ist…
    jeff mills ist und bleibt einer der besten dj s der welt.
    seine ambient geschichten..na was soll es?! und auch wenn mir von seinen neuen sachen nur ein track pro album gefällt scheiß drauf der ist dafür genial der mann ist nicht umsonst eine ikone das hat sich der typ in den letzten 20 jahren ehrlich verdient

    mfg und respekt an dich

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  28. sorry. aber ich teile deine ansichten nicht. es ist nicht wahr. mills ist technisch alles andere als in irgendeiner weise perfekt. er übernimmt sich. permanent und verkackt in der regel von 10 crossing etwa 8. ok, er macht auch etwa doppelt bis 3 mal so viele crossings in der gleichen zeit (als viele andere). aber für den danceflloor bringt das gar nix. es ist statisfaction und bzw eine darbietung, die man mit dj-battling vergleichen kann. da aber habe ich unzählige wirkliche könner gesehen und gehört. schau dir zb mal einen dj godfather an… da siehst du die techniken an denen sich jeff mills versucht. allerdings in der doppelten geschwindigkeit und ohne jeden patzer. und du kannst skills sehen, die eigentlich gar nicht gehen. solche perfektion habe ich dutzendfach gesehen und du scheinst auch ewig nicht mehr auf einem battle gewesen zu sein. da stehen mittlerweile 12jährige an den decks und mixen d&b auf 180bmp und das in einer qualität, dass diese sich über unsere götzenhafte verehrung der “skills” von jeff einfach nur totlachen.
    das ist auch der grund, warum ich mich dazu äußere. es ist mir peinlich. diese anbetung eines mills macht die ganze technoszene lächerlich. wir sind alt und unfähig, über unseren engen horizont bzw tellerrand zu schauen. wir sind die blinden, die den einäugigen als hellseher verehren…

    das andere, was mich betreff jeff mills so auf die palme bringt: ich habe ihn verehrt. seine unerground-resistance ideale hatten etwas, was mich zum umdenken bewegte. diese ideale hat er alle über bord geworfen. er hat alles, wofür underground resistance einst stand lächerlich gemacht. das kann er, das darf er, das soll er – aber ich nehme mir das recht raus, ihn dafür aus tiefster seele zuverachten.

    und wenn mir jetzt einer damit kommt, dass sein verhalten mit zunehmenden erfolg nicht zu verhindern gewesen ist. nein! dafür gibt es zu viele, die ihren idealen treu geblieben sind. trotz des erfolges. als beispiel nenne ich hier nur die jungs von basic channel und richard d james -> es geht also auch anders!

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  29. aber eigentlich verachte ich nicht ihn, sondern seine fans, die den verlust seiner integrität ohne jede kritik hingenommen haben. diese szene, die diesen götzenstatus erschaffen hat, weil sie eben nicht in der lage ist, etwas anderes als sich selbst zu sehen.

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  30. @wollexdp
    sicher ich gebe dir auch recht was das mixing mit crossings cutz etc angeht..
    aber mir geht es wie gesagt um die schichtung und da hat der typ nach wir vor unvergeßliche momente drauf…die götzenhafte anbetung seiner person geht mir genauso auf den sack wie dir, generell aber bei allen alten techno ikonen die im endeffekt heute nichts anderes leisten als jeder 2 bedroom dj und trotzdem vergöttert werden ..das ist einfach ein problem der szene du bist dj und hast entsprechend erfahrung und hörst ebenso wie andere djs ob jemand verscheißt 90 prozent der partygänger haben aber keinen plan von cutz pitch etc und wenn nen typen 2 tracks auseinnander laufen schreien trotzdem alle !…zieh dir mal westbam rein der kann seit 20 jahren nicht scratchen und wird es auch in 20 jahren immer noch nicht können trotzdem halten ihn alle für einen gott und rasten aus wenn er vollkommen neben der spur mit seinen ellenbogen einen babyscratch versucht so sind die massen… falls du es vermutest nein ich bin keiner der in deinen augen verachtenswerten fans von mills und verehre ihn nicht blind er hat mich vor 20 jahren maßgeblich beeinflußt wie auch viele andere.. wofür du ihn verachtest die ur geschichte etc da war ich irgendwie nie drin ich habe aber auch keine ganze stadt wie du wie du mit deinen ideen von techno geprägt.bei mir hat der typ für seinen detroit sound und die schaffung von tracks wie humana ,the bell ,sonic destroyer ,usw einfach einen gut…ich bin übrigens regelmäßig bei battles und finde auch nen dj godfather gut wobei ich dir da aber ganz klar sagen muss das ghetto bass /hiphop electro drum nbass wenn du scratchen kannst alles gleich einfach aufzulegen ist die einzige königsklasse ist hier turntablelism als direkte form sprich qbert und die ganze meute was godfather macht sind ganz normale hiphop skillz etc die aber sonst eben nur ne handvoll djs auf die partygänger abschießt und daher für jemanden aus der techmoecke unheimlich beeindruckend rüberkommt und somit gibt ihm der erfolg ganz klar recht..als alter hiphop fan kann ich deine faszination nicht ganz teilen steh aber trotzdem auf seinen sound und habe fast alle platten von ihm.dein letzter gedanke gefällt mir eigentlich ganz gut von wegen

    `weil sie eben nicht in der lage ist, etwas anderes als sich selbst zu sehen´

    aber irgendwie ist mir dein statement zu hart fans sind halt fans und somit nun mal fester bestandteil und treibende kraft auch wenn es nicht in deine wertvorstellung passt gibt eben nur wenige echte technoleute die unterscheiden können ein großteil der menschen lebt auch kein techno wie es früher mal war sondern hört die woche über madonna und oasis um dann am wochenende mal kurz clubby zu sein und die lassen sich eben von allen beeindrucken.

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  31. der “verrat” von mills liegt darin, dass er seine person in den vordergrund gestellt hat. das ist das gegenteil von den idealen, mit denen zb auch ur angetreten war. techno war revolution. es sollte um musik gehen und eben nicht um vermarktung, starscheisse etcpp… afxII aka richard james hat seinen tracks deshalb nicht einmal mehr namen gegeben. es gab keine fotos und wenn, dann zeigte er sich aufs äußerste hässlich und entstellt. ur sind mit kaputzen auf dem kopf zu interviews gegangen. von basic channel findest du bis heute keine fotos und fragen zur personen sind in deren interviews nicht zugelassen… das war kein marketinggag, dass war überzeugung. jeff war teil des projectes “underground resistance”. die tracks hiessen “message to the majors”, “riot”, “revolution for change” usw… und dann stellt er sich in ein schaufenster und lässt sich bei seinen (in diesem rahmen) peinlich anmutenden mixübungen filmen – was soll das? es gibt andere, die müssen sich für sowas richtig viel koks in den kopf ziehen. denen kann man daher wenigstens “unzurechnungsfähigkeit” bescheinigen. aber jeff ist nüchtern. ist er unfähig, sein können in die richtigen realationen zu stellen?
    aber ich schrieb das bereits. zu sowas gehören immer zwei seiten. und ohne seine vollkommen ahnungslosen fans könnte er sowas gar nicht bringen…

    wer mir in dieser kritik sowas wie neid unterstellt, der hat den schuss nicht gehört.
    es könnte mir egal sein. ist es mir vielleicht irgendwo sogar. andererseits würden die leute vielleicht heute immer noch tanzen, statt auf eine bühne zu starren. ja, genau so ist es! jeff ist einer derjenigen, die diese konterrevolution des technos mit zu verantworten haben. er hat das ursprüngliche konzept genauso verraten, wie westbam & co.

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  32. ein dj ist wichtig. aber er soll sich nicht wichtig nehmen. er hat zuerst einen job. dieser heisst, die leute zum tanzen zu bringen. um so besser er das vermag, um so mehr er in dieser funktion künstlerische intensionen einzubringen vermag, um so mehr respekt verdient er sich als künstler. nicht umgekehrt. nun kann man sich streiten, inwieweit ihn das zum dienstleister reduziert, doch vereinfachen wir die diskussion an dieser stelle darauf, dass es mir bei dieser forderung nicht um die titel- bzw musikauswahl, sondern lediglich um deren präsentationsform geht. gehen wir also vereinfacht davon aus, dass die musik den leuten gefällt und sie zum tanzen bringen würde. wenn die performance des djs jetzt nicht geeignet ist, die leute richtig zum tanzen zu bringen, dann ist der dj entweder ein lahmarsch oder ein selbstherrlicher gockel.
    klar passiert es auch bei meinen gigs gelegentlich, dass sich die leute anfangen dafür zu interessieren, was ich da eigentlich so mache. soviele knöpfe, bunte lichter, soviel bewegung in meinen händen an eben diesen… ok, aber es interessiert mich nicht die bohne, ob eine paar deckssharks meine performance nach skills beurteilen. für mich ist wichtig, dass die leute abgehen. ich bin nur ein teil des ganzen. ich bin nicht wichtig. es sei denn, ich verkacke es oder ich mache es richtig. dann bin ich es für die leute. nicht umgekehrt.

    ein dancefloor ist und bleibt für mich die annähernd perfekte auflösung der barriere zwischen “bühne” und “publikum. der “künstler” agiert interaktiv. er ist lediglich ein teil des ganzen. er wird imho daran gemessen, inwieweit seine performance dazu geeignet ist, alle in das geschehen einzubinden. er ist gut, wenn jeder einzelne sagt “ich habe geil getanzt” oder “die party war großartig” – wenn dann als ergänzung kommt “der dj war geil” dann ok. aber eine beschreibung der party, bei der die performance des djs in den vordergrund rückt, steht meiner technodefinition diametral entgegen.

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  33. andererseits würden die leute vielleicht heute immer noch tanzen, statt auf eine bühne zu starren. ja, genau so ist es! jeff ist einer derjenigen, die diese konterrevolution des technos mit zu verantworten haben. er hat das ursprüngliche konzept genauso verraten, wie westbam & co.

    @Wolle: Scheinbar kam diese Erkenntnis inzwischen aber auch bei Jeff Mills persönlich an. Als ich ihn das letzte Mal auflegen sah, mußte die Bühne extra abgedunkelt werden, damit man ihn nicht so gut sieht.
    Also genau das Gegenteil von deiner Kritik und wieder mehr UR-like.

    Allerdings war die ganze Veranstaltung von Marlboro in auffälligstem und aufdringlichstem Maße gesponsert, was man auch als “Verrat” der UR-Ideologie ansehen könnte, da Mills da vertraglich irgendwie mit drin hängt… (Ein Veranstalter meinte, man kann ihn nur mit Marlboro zusammen booken)

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  34. @Wolle: Du wegen Basic Channel und keine offiziellen Fotos. Ein Moritz von Oswald lässt sich sehr wohl auch ablichten. Zum Beispiel auf der Recomposed mit Carl Craig. Hab gerade eben nochmal nachgeschaut.

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  35. tja, und so schnell rutscht man in den Fundamentalismus ab. Ich finde ja so Austellungen mit Ohren und Händen auch eher lächerlichen Tand. Kreative haben vor allem eins zu sein, kreativ, welche Wege sie dabei einschlagen überlasse ich lieber ihnen, das rangiert m.E über Political Correctness und Erwartungshaltungen erfüllen, auch wenn’s manchmal weh tut

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  36. electrosandy hat mich erwischt. diese sache will ich einfach nicht wahrhaben. ich muss sie ausblenden. ;)

    nein. ernsthaft. es ist nicht basic channel ist, sondern moritz von oswald und es ist ganz klar kein techno, sondern sowas, nennen wir es einmal künstlerisch-konzeptionelles. eine meinung dazu habe ich nicht. ich kenne es nicht.

    und für tanith: soll ich das groove-interview mit dir zu deinem abschied von der mayday nochmal rauskramen oder nimmst du deinen fundamentalismus-vorwurf selbst zurück? DU FUNDI ;)

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  37. @caro

    tja unterschied nicht vorhanden würde ich mal sagen verschissene pitches
    dj technik nicht vorhanden also n besseres beispiel um mills anzuprangern hättest du nicht finden können ..aber zu der zeit hatte leider keiner der großen ikonen es irgendwie drauf ordentlich zu pitchen

    um das ganze mal zu glätten und deinen schandvideo entgegen zu wirken wir alle kennen es und es ist einer der gründe für seinen status

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  38. ja sorry. aber caros links gibt genau das wieder, wie ich ihn auf allen (!!!) seinen plays erlebt habe. noch schlimmer wurde es, wenn er gar versucht hat, einen weiteren mk oder seine 909 dazuzunehmen.

    und dann mit dem liquid-link zu kommen, ist auch nur ein zeichen von unkenntnis. ich kenne dutzendweise djs, die so einen mix schneller, fehlerfreier und druckvoller hinbekommen (und auch damals schon hinbekommen haben). einer davon wäre surgeon. auch er war mit vinyl einem mills um lichtjahre überlegen. oder gar ein dj bone!

    ich wiederhole es: mills mixkünste sind ein hype ohne substanz.

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  39. also surgeons größte inspirationsquelle war jeff mills !!er selbst hat immer wieder betont das es ihn sehr stolz macht das mills seine tracks spielt
    und mills der grund war eigene produktionen anzuregen das seine downwards sachen mit mills tracks verglichen wurden hat ihn sehr geehrt
    siehe groove raveline etc.du schiebst einfach nen absoluten hass auf mills
    schluß aus

    und zu behaupten unkenntnis meinerseits wäre der grund den link anzuführen ist genauso sinnfrei wie surgeon als dj oder nen bone anzuführen deren sets zu der zeit des liquid mix zu einen riesen teil aus mills tracks bestanden(übrigens bis heute) abgesehen davon hat keiner deiner dutzend djs die das alles besser können jemals ein vergleichbaren status erreicht .
    ich kann auch dir auch 30 tracks in einer halben std. um die ohren knallen inkl.scratches flares doubles juggling alles sachen die der mills nicht drauf hat na und ?

    darum geht es überhaupt nicht was der mills heute macht mit seinen mixings finde ich wie schon ein paar posts vorher vieleicht von dir gelesen selber grenzwertig
    aber den liquidmix zu strafen und zu sagen das konnten andere besser ne du ich weiß nicht sehr seltsam von dir ihm nicht mal den moment zu gönnen

    und zu behaupten alle seine plays würden sich anhören wie caros link ist extrem lächerlich war selber dauergast im tresor und das war nicht das was mills dort konsequent ablieferte …

    hier zwischen heute und damals zu differenzieren scheint in diesem speziellen thema nicht deine stärke zu sein

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  40. Hmmm… also ich hab in den letzten 20 Jahren sehr wohl etliche Sets ohne seine berüchtigten Buckelpistenpassagen gehört, insbesondere zuletzt im Januar 2011 in Eindhoven und an der Mayday 2011… Allerdings hat sich der Sound auch stark weiterentwickelt: Größtenteils sehr deepe, reduzierte Sci-Fi-Technoästhetik, definitiv geschmacksache, warscheinlich nicht dramatisch innovativ – aber inmitten der spektakulären Sets vorher und nachher definitiv ein Genuss… Konsequent einen einzigen roten Faden über eine setlange Spannungskurve auf- und abgebaut wie sich das sonst keiner in einer großen Halle in so einem Umfeld trauen würde…

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  41. oh mal ein Thema wo ich Wolle absolut Recht geben muss ;-) Mills hatte seine kreative Phase 89-92 mit UR und dann 92-94 solo..danach kam nix mehr dolles. Beeindruckt hat mich damals die Waveform Transmission 1 auf Tresor und dann ein Teil seiner Purpose Maker Sachen. Die Orchestersache fand ich eher lustig…und seine Skills waren mal richtig gut las er selber noch Hip Hop in den 80ern aufgelegt hat, aber auch ich finde im Techno war das zu hektisch und passte teilweise nicht. Ausserdem hatte man schon ab und zu das Gefühl, dass er überforfert war, trotzdem natürlich einer meiner Helden…gerade wegen den frühen UR.

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