Thema der Woche 175: Berlin vs. Frankfurt: Der ewige Clinch gestern und heute

Wenn es diesen Clinch tatsächlich mal außerhalb diverser Szenemedien gegeben hat, dann ist er doch längst entschieden, schliesslich wohnen nicht wenige der Protagonisten des einstigen Gerangels um die Techno Hauptstadt mittlerweile in Berlin.
Ursprünglich ging es ja mal darum das Frankfurt dachte sie hätten Techno, wenn schon nicht erfunden, so doch wenigstens als erste gehabt und von daher per se das Anrecht auf den Titel der Techno Hauptstadt, dann verdichteten sich aber die internationalen Berichte darüber wie Techno Berlin sei, wobei gerne und oft aus Gründen mit dem Titel Hauptstadt kokettiert wurde, worauf Frankfurt’s fast schon schwäbische Antwort war, das in Berlin gefeiert, in Frankfurt aber gearbeitet würde. In Folge griff das ein frisch zugezogener Frankfurter auf um daraus in seinem Blatt Frontpage weiter zu polarisieren, was man in Frankfurt’s Technokreisen nur zu gerne aufnahm. Es gab dann die Überlegung ob man den Diss nicht noch Richtung Alter der DJs in Berlin biegen könnte, allerdings stellte man dann mit Blick auf z.B. Dag fest das das auch nicht hinhauen würde. Klingt jetzt alles viel drastischer als ich es empfunden habe, das lief eigentlich alles im Rahmen einer ziemlich fairen und sportlichen Kebbelei mit Augenzwinkern ab, zumindest ist mir nicht bekannt das es Stadt- oder Auflegeverbote von der einen oder anderen Seite gegeben hätte und spätestens zur Loveparade waren dann doch wieder alle vereint am feiern.
Nun, alle Arbeit hat da bekanntlich nix genutzt, mittlerweile läßt sich allein schon an der Club, Label und Artistdichte wenig dran rumdeuten wer den Titel langfristig ergattert hat. Was natürlich nicht bestreiten will und kann, das man sicherlich auch in Frankfurt nach wie vor ordentlich feiern und leben möglich ist, nur eben halt in kleinerem Rahmen, da hilt auch kein Verweis auf kleinere Größen und Prozentrechnung.
Wo der Clinch heute liegen soll erschliesst sich mir daher nicht so recht, soweit ich das beurteilen kann leben beide Städte doch in harmonischer Symbiose, zumindest was den Austausch angeht und die hierher gezogenen Frankfurter fungieren ja auch als vermittelnde Botschafter. Natürlich gibt es gewachsene Unterschiede, die aber weit weniger gravierend sind als es vielleicht noch in den 90ern der Fall gewesen sein mag. Ich kann da also keinen Clinch mehr erkennen, denn auch die Fehde von damals war ja eher eine spielerische, was natürlich einige FANatiker nicht davon abhielt die Sache verdammt ernst zu nehmen, aber wer keinen Spaß versteht hat halt auch keinen, mein Mitleid hält sich da in Grenzen.

Kommentare (204) Schreibe einen Kommentar

  1. @lacasafiesta

    So kann man es stehen lassen, wobei ich ganz gerne den einen oder anderen Club in Chicago oder Detroit ganz gerne gesehen hätte. Ähnlich wie damals das Hacienda in Manchester.

    Alles übrigens noch vor Berlin ;-)

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  2. @ C.S.
    selbst das mit den Plattenläden würde ich so nicht unterschreiben. In Essen bei Important Records gab es z.B. (nicht nur) den ganzen belgischen Kram nicht nur viel günstiger, sondern auch früher als im Rest der Republik, weil die direkt mit den Plattenfirmen & N.E.W.S. kooperierten ohne den Umweg über deutsche Vertriebe. Essen ist halt einfach nur nicht so eine Großstadt, über die man szenemäßig damals berichtet hat. ;)

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  3. es kommen einfach keine Argumente von einigen Personen…dass minimal nation von Rob Hood von 93 ist, ist mir auch klar und plastikman natürlich auch ein innovator von minimal-techno war auch, auch wenn Richie ja gleich gegenüber von Detroit wohnte ;-)
    Aber zeigt mir doch ein Stück, dass so futuristisch wie No ufos klang 1985??? bitte kein Breakdancekram oder Electrozeug…und auch depeche mode hatten nichts mit Techno zu tun, wurden aber von derrick may und atkins verehrt(alles nachzulesen in der Mode Biography ” enthüllt”, wo auch eindeutig darauf hingewiesen wird, dass Techno aus Detroit kommt und es gibt da 1990 sogar eine reise von mode zu den Innovatoren!!!…auch wenn Dave Gahen ” derrick may für das arrogansteste arschloch hielt”…und seine Tracks furchtbar fanden und zu dem Zeitpunkt mit Techno gar nichts anfangen konnten…aber dass sind alles Fakten und nicht son toller kommentar, wie “narren” von Wolle!!!

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  4. ach sonicdestroyer, du kapierst immer noch nicht, dass genau das was du als ursprünglich anführst “electrozeugs” war…
    dass deine aussagen in ihrer absolutheit nicht so stehen bleiben können.
    aus uk & benelux z.B. kam vorher schon ziemlich viel, was du mit weglassen von vocal samples heute noch als “techno” verkaufen könntest. nur hieß das damals nicht so. ist doch egal, oder?

    @ C.S. “why don´t you answer” habe ich auf einem uralt tape, inmitten von avantgarde- und punkrockstücken :-)

    techno ist doch keine religion.
    und das sage ich als high tech soul fan.

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  5. dass depeche mode jemals was mit techno anfangen konnten, halte ich für ein gerücht. popmusik.

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  6. @wolle…soweit ich weiss, hat aber Dimitri ein Demotape in Chicago von Jeff Mills gehört und dann seine damalige band gesignt….und dass er UR nach berlin gebracht hat, war jetzt auch nicht unbedingt Insiderwissen ;-), dass hab ich oben weiter alles schon geschrieben.
    Es ist nur lustig, dass du ja behauptest, dass alle Detroiter narren sind, alle Magazine von 85-90, viele DJ’s wie Matthew Dear oder Richie Hawtin…ja sogar Lehrer und Dozenten, die im ausländischen Musikunterricht Detroit ganz eindeutig als geburtsstadt des Techno’s sehen…übrigens im Auslang ganz selbstverständlich ohne Diskussion!!!

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  7. Was irgendwelche Dozenten & Lehrer erzählen, die das ihrerseits auch meist wieder nur aus diversen Quellen haben, hat aber wenig mit den erlebten Realtitäten des Einzelnen zu tun. Und diese stellen sich in Deutschland bei der überwiegenden Zahl der Techno-Enthusiasten der ersten Stunde so dar, dass vieles zeitgleich passierte und vieles davon innovativ war, ohne das der Herkunftsort eine Rolle gespielt hätte.

    Es gibt nicht diesen einen, ersten Techno-Track, genauso wenig wie es diesen einen ersten Rock’n Roll-Song gibt. It’s all about evolution, baby … ;)

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  8. @sonicdestroyer: schöne Legende, aber die Final Cut hatte Dimi weder aus Chicago noch als Demotape, sondern als Originalalbum von mir, woraufhin er es lizensieren wollte. Ich hatte die aus dem Pinky Recordstore in Steglitz, wo in meinem Fach alles landete was von Vertrieben mitgeliefert, denen in diesem eigentlich auf R&B und Blackmusic Importe spezialisierten Laden aber zu krass war.
    Man sollte Lehrern und Dozenten eben nicht immer glauben und don’t mess with those who know und dabei waren :-D

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  9. richtig. und tanith, dabei redest du sogar noch immer von final cut. dass es diese combo war, die bereits von interfish gesigned und auf deren atonal live spielte, scheint sonic noch nicht einmal begriffen zu haben. final cut war eine band, in der jeff mills schlagzeuger war. diese band hatten die fische nunmal bereits 1989 lizensiert. da gab es noch kein ur. daher kann deine legende von diesem zufällig in chicago gehörten tape einfach nicht stimmen.

    und ja, ich bleibe dabei. wer meint, irgendwo eine einzelne quelle als den ursprung von techno ausmachen zu können, der ist ein narr. weil es eine närrische ansicht ist.

    ansonsten bin ich mit weitestgehend mit cs.

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  10. @sonic: und wenn du wissen willst, wie cristian vogel auf tresor-records gelandet ist, frag` mich ruhig. bestimmt gibt es auch dazu eine legende, die genauso wenig stimmt, wie die von der tresorentdeckung oder die vom demotape in chicago. ;)

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  11. und wer die blöde hype-scheisse aus englischen magazinen als quellenbeleg anführt, der glaubt wahrscheinlich noch immer, dass inspiral carpets oder die stones roses auf den uk-techno-raves gespielt haben ;)

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  12. Und demnächst gibts noch ne Techno Doku mit Westbam, Marusha, Jam El Mar und den anderen üblichen Figuren bekannt aus Funk und Fernsehen. The real Techno dann. Kein Witz übrigens. Danach sind wir dann alle wieder schlauer.

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  13. @Lacasafiesta
    die Belgien Connection hatte AMV damals auch und zu New Beat Zeiten sind wir selbst nach Belgien zum Plattenkaufen gefahren um Zeug früher oder exclusiv zu haben. Auch das nix neues und besonderes und auch nicht Exklusiv Important.

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  14. natürlich weiss ich, dass es sich da um Final cut handelte. ich hatte echt gelesen, dass Dimitri in Chicago war, dass man dort das Tape abgeleht hatte und dimitri vorgespielt hatte und er darauf kontakt zu Millls aufgenommen hatte. natürlich gint es viele legenden…eine, die ich auch nicht so glaube, ist, dass lt. eddie fowlkes, derrick may, die 909 von Juan an Frankie Knuckles 1984 verkaufen haben soll, um seinen mietanteil zu zahlen…der soll damit im Warehouse seine DJ sets mit der 909 unterlegt haben und die dann Farley Jackmaster verkauft haben, der damit Love can’t turn around programmiert hat…damit wollte fowlkes ausdrücken, dass Juan und derrick indirekt Chicago-House mit auf den weg gebracht haben…dass ist dann aber auch finde ich zu viel des guten ;-)

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  15. ich glaube, mit Detroit kommen wir sowieso nicht alle auf einen nenner….da bin ich jetzt erstmal auf das buch” der klang der familie gespannt, was ja von euch berlinern als OK gegeben wurde…ich galube bei aller Diskussion sollten wir uns einfach über die tolle musik freuen, ob sie nun aus detroit, london oder berlin kam und kommen wird…es wird immer weitergehen, Musik als träger von Ideen :-)

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  16. Ich frag mich woher Motte z.b. weiß dass er die erste Acid Party Deutschlands gemacht hat wie in Klang der Familie erwähnt. Die Berliner kamen doch nie aus Berlin raus (in andere deutsche Städte). Und lustig dass sie immer so auf FFM und EBM rumreiten, wo sie doch selbst bis zuletzt Industrial und Neubauten gehört haben. Nur weil Talla auf EBM hängen geblieben ist, heisst das nicht, dass das überall in Rhein Main so war.
    Und wie sich alle immer so genau an alles erinnern können ist mir auch ein Rätsel. Die Wahrheit ist, jeder macht sich seine eigene Wahrheit und spinnt sich seinen Teil zurecht und erzählt ihn so wie er es erlebt hat oder gerne erlebt hätte. Die ultimative Geschichte wie es war gibt es also nicht.

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  17. die ersten werden “klang der familie” durch haben. also kein off-topic-ende in sicht :-)

    spannend, wie viele verschiedene versionen es da von jeder geschichte gibt…
    jedenfalls erzählt dimitri hegemann, dass er final cut gesignt hatte und dass sie auf dem atonal festival spielten. angeblich kannte er die aus chicago.

    ob motte die erste acidparty gemacht hat, kann doch keiner sagen. acid lief 88 überall. vielleicht war die erste acidparty auch in bielefeld oder untertürkheim. wen interessiert´s?
    im rave club in köln lief jedenfalls 89 schon house.

    und was hat das alles mit frankfurt zu tun?

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  18. In Hamburg lief House als House neu war. Das war lange vor 89. Frag mal Stockhausen und Dlugosch.
    Und die Schwulen haben auch in HH kräftig für Party gesorgt. Auch nichts was es in nur in Berlin oder dort zuerst gab.
    Ist wohl eher die Profilierungssucht einzelner die diese “Wir waren die ersten” Storys hervorbringen.
    Die Wahrheit ist, dass es das in vielen Städten gab. Mal größer, mal kleiner.
    Das nervt mich an solchen Geschichten, weil es letztlich auch total egal ist wer, wo, wann. Berlin war immer was besonderes durch die Situation, die Locations und ist es auch heute noch. Aber Freaks und Vorreiter gabs eben auch anderswo, genau wie kleine Clubs oder Locations ala Ufo.

    Zum Thema “Klang der Familie”. Ich wusste gar nicht dass der Bunker in der Adalbertstrasse war wie am Ende geschrieben.. Hab ich anders in Erinnerung und das als Nichtberliner.

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  19. Vermutlich war weder im Rave Club die allererste House Party noch im Ufo die allererste Acid Party Deutschlands. Deshalb schrieb ich das ja..
    Nur war vielleicht in beiden Läden nicht nur musikalisch irgendwas neu, es waren doch keine Clubs im klassischen Sinn. Die Art wie gefeiert wurde vielleicht. Aber Motte mit seinen Slogans…

    Zum Klang der Familie
    Da kommen natürlich die üblichen Protagonisten zu Wort. Die gleichen Legenden und Selbstbeweihräucherungen wie in den ganzen Techno Dokus. Die Detroitsache noch mal ganz genau erzählt. Kennt man alles schon. Es erzählen aber auch mal Leute wie Jonzon, 3phase, Terrible. Oder Kati Schwind. Barpersonal, Türsteher, West-und Ost-Raver. Es wird nicht nur auf Low Spirit, Laarmann oder Motte rumgehackt, sondern die kommen direkt selbst zu Wort.
    War sicher wahnsinnig viel Arbeit, diese ganzen Interviewschnipsel thematisch zu ordnen und zu diesem Gesamtbild zusammenzufügen.

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  20. ach ja, der bunker – geht mir genauso. war auch total perplex, als ich das bild sah. so riesig hatte ich den nicht in erinnerung, 2,20 m deckenhöhe kommt jedenfalls hin. fand es sowieso total scary da und habe es vielleicht verdrängt.

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  21. Techno – A Star is born

    Die Legende von Techno beginnt Ende 1988 in Detroit. Dort ansässige Musiker veröffentlichten auf dem Plattenlabel ’10 Records’ eine härtere Variante von House-Musik, ohne Schnörkel, mit harten Rhythmen, einen rein elektronischen Funk: Die Detroiter hatten keine Ahnung, wie sie ihr Werk nennen sollten, bis Juan Atkins, einer der Altväter des Detroit-Techno, an einem Joint zog und meinte: “Call … it … Techno!”Der Name wird geboren und die Platte wird in England veröffentlicht. Doch die erste Platte, die aus heutiger Sicht schon nach Techno klingt, hatte Juan Atkins bereits 1985 (unter Pseudonym) aufgenommen, ihr Titel: No UFO’s.

    Seine Einflüsse kamen zu jener Zeit aus der europäischen Musik, unter anderem ‘Tangerine Dream’ und ‘Kraftwerk’, die für ihr 1975er Album ‘Autobahn’ die Technik des Synthesizer nicht zur Imitation von Instrumenten nutzte, sondern um synthetische Klänge und Rhythmen zu erzeugen. Kraftwerks Album schaffte es in die amerikanischen Charts.

    Zuvor hatte George Kinsley 1972 mit Popcorn den ersten völlig künstlichen Hit produziert, der ebenfalls als Techno-Vorläufer interpretiert wird. Mit ihrem 1977er Album ‘Menschmaschine’ verdeutlichten Kraftwerk ihre Forderung nach dem positiven Umgang des Menschen mit der Technologie. Sie verspürten den Einfluß der Maschinen auf ihre eigene Kreativität und ihre künstlerische Produktivität. Diese entfache sich zwischen digitalen Schaltkreisen des Rechners und elektromagnetischen Strömungen im Hirn. Nur der ganzheitliche Umgang mit moderner Technologie und der Natur garantiere ein Überleben und verhindere Zerstörung.

    Diese Philosophie regierte auch viele Musiker, die sich in den 80er Jahren mit industrieller Musik beschäftigen, beispielsweise die Bands ‘SPK’ aus Australien, ‘Coil’ und ‘Psychic TV’ aus London oder eben die ‘Einstürzenden Neubauten’ aus Berlin, die mit apokalyptischen Harmonien gewohnte Rhythmen und Melodien zerstören. Sie knüpfen mit atonalen Klängen an frühere Versuche an, Musik den veränderten Außenwahrnehmungen und Hörgewohnheiten anzupassen.

    In Detroit ist Industrial sehr erfolgreich. Hier und in Chicago macht die Plattenfirma ‘Hard Wax Trax’ den neuen Musikstil charttauglich. Die Philosophie von Industrial ist düster und von der Vision einer zugrundegehenden Zivilisation geprägt, in die eine computerisierte Welt münden wird. In Detroit erleben die Menschen den Niedergang der Wirtschaft, Menschen werden von Maschinen ersetzt, ein Grund für Kraftwerk, demonstrativ Puppen zu Pressekonferenzen zu schicken.

    Diese (gesellschafts-)kritische Haltung verschwindet später, als Techno aus den USA nach Deutschland kommt. Kraftwerk hat Impulse über den Ozean ausgesandt, die Weiterentwicklung dieser Einflüsse kommen jedoch als reine Musik zurück: Techno, die reine Feier-Kultur (s.u.).

    Unter dem Einfluß von Kraftwerk produzieren mittlerweile auch schwarze Detroiter technologische Musik mit zwischenzeitlich recht günstigen Second-Hand-Synthe-sizern. Ttypisch für Techno ist die – ‘Bum Bum Bum Bum’ im Viervierteltakt – ‘Four to the Floor’-Baßlinie, der mit rhythmischen Klängen untermalt wird.

    Dieser sehr frühe Techno steht in Abgrenzung zur immer kommerzieller werdenden House-Musik. Der Untergrund ist gleichzeitig die Wohnung von Derrick May, in der er und befreundete Künstler seit 1986 an neuen Klängen forschen. Die angesprochene Platte mit dem Namen ‘Techno’ dreht sich 1989 auch im Berliner UFO, obwohl man zu diesem Zeitpunkt dort kaum an Platten aus Detroit herankam.

    Hier begann die deutsche Geschichte von Techno, die in und durch Berlin eine eigene Dynamik bekam und letztlich weltweit für neue Impulse (Love Parade oder auch Mayday, s.u.) sorgte.

    schöner Artikel zu unserer Diskussion…

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  22. Die Detroit-Berlin-Connection

    Dimitri Hegemann, der heutige Betreiber vom Tresor am Potsdamer Platz, reist 1988 nach Detroit, um dort für seine kleine Plattenfirma ‘Interfish Records’ die Industrial Band ‘Clock DVA’ über ‘Hard Wax Trax’ auf den amerikanischen Markt zu bringen. Im Austausch bekommt er ein Album mit dem Titel ‘Deep into the Cut’ von ‘Final Cut’, einer Gruppe, bei der auch ‘DJ Jeff Mills’ mitwirkte. Dieser beeinflußt bis heute maßgeblich die Entwicklung von Techno. Diese Platte macht 1989 endgültig den Übergang von Industrial zu Techno hörbar.

    1989 erscheint diese Platte in Berlin. Dimitri Hegemann veranstaltet zusammen mit Achim Kohlberger wiederholt das Atonal-Festival im Berliner Künstlerhaus Bethanien in Kreuzberg, doch diesmal spielt keine Band, sondern es treten DJs (u.a. ‘Jeff Mills’ und der Berliner ‘Cosmic Baby’) auf, deren Mischung aus spätem Industrial und jungem Techno bei den Gästen gut ankommt.

    “Plötzlich stand das Publikum im Mittelpunkt des Abends, von DJs umsorgt. Was mich begeisterte, war die frische Tanzeuphorie. Jahrelang hatte die Untergrungszene in Berlin nicht mehr richtig getanzt, bis auf die kleine Gruppe im UFO und in der Turbine Rosenheim. Atonal fand als Party statt, das war definitiv der Beginn einer neuen Geschichte.”

    Das Atonal-Festival brachte dem Publikum erstmals die Fusion von Industrial mit House-Elementen und moderner Tanzmusik näher. Die Berliner Szene wußte, daß es hier nicht um angelsächsische Importware handelte, sondern um etwas, was einst von hier abgesendet worden war und nun kulturell verarbeitet zurückschwappte. Alle Berliner Klangkünstler der Siebziger, die ‘Einstürzenden Neubauten’ und der immense Einfluß von ‘Kraftwerk’ kamen nun hier zusammen und wurden in einer neuentwickelten Form präsentiert. Die Techno-DJs und Musiker aus Detroit fanden in Berlin ein Publikum, das sie besser verstand als das amerikanische.

    Atonal war der zündende Funke, der Techno in seiner rohen Form zu einer Untergrundkultur wachsen ließ, die in Berlin und Deutschland schon erste Wurzeln hatte. Die Parties hießen jetzt Techno-House-Parties, weil vielen der Unterschied zwischen Techno und dem noch discolastigen House nicht geläufig war.

    “Die Wurzeln des Techno sind amerikanisch, die Wurzeln des amerikanischen Techno wiederum deutsch. Doch nirgends hat sich diese neue Musikkultur so exzessiv und stilprägend entwickelt wie in Berlin nach dem Mauerfall.”

    5. Techno in Berlin:

    5a. Die besondere Situation der Mauerstadt & die Wende

    Langeweile herrscht unter Berlins Szenegängern in den späten Achtzigern. Die Nachtschwärmer treffen sich immer in den gleichen Clubs und tanzen zu Musik, die in anderen Metropolen gerade Trend ist: “Berlin wird kulturell von außen beatmet, auch im Untergrund.”

    Vergessen sind die ersten elektronischen Gehversuche der Neuen Deutschen Welle (NDW). Neben dem Gemisch aus Punk, Hip Hop und New Wave etablieren sich auch Bands, die aus den Klangtrümmern der Industriegesellschaft ihren eigenen Stil entwickeln. Führende Innovatoren dieser neuen Musik waren unter anderem ‘Thobbing Gristle’ und ‘Cabaret Voltaire’, vor allem aber die ‘Einstürzenden Neubauten’, die die australische Avantgarde mit ‘Nick Cave’ zum Umzug nach Berlin veranlassen. Ihre neuen Klänge werden später in hohem Maße in den Techno-Untergrund einfließen.

    Gleichzeitig gestalten sich im Berliner Metropol die ersten Formen der Non-Stop-Musik mit ‘DJ WestBam’. Er mischt Soul- und Discoplatten so zusammen, daß man die Übergänge zwischen den einzelnen Liedern nicht mehr hört. Diese “High-Energy-Musik”, der Vorläufer von House-Musik, “war eine Sensation. Nur wenige wußten, wie das geht.”

    Es bildet sich eine harte Fangemeinde, darunter auch große Teile der Berliner Schwulenszene, die bis in die frühen Morgenstunden zu den sich endlos wiederholenden, stampfenden musikalischen Übergang mit Trillerpfeifen und Johlkonzerten tanzen. Diese ununterbrochene Musik ähnelt sehr dem heutigen Techno, wie die in den USA, insbesondere in Chicago, entstandene House-Musik.

    House findet seine Einflüsse in Disco, Funk und europäischer Tanzmusik, aus einer Mischung von Kraftwerk- und schwarzer Gospelmusik. WestBam kauft zu dieser Zeit alles, wo das Wort ‘House’ auch nur draufsteht, und versucht 1986 die erste Berliner House-Party zu veranstalten.

    “Berlin hatte zu dieser Zeit noch keinen Dance-Untergrund, von der High-Energy-Schwulenszene vielleicht abgesehen. Aber hier gab es schon immer, mehr als in jeder anderen deutschen Stadt, Untergrund-Kultur. Das EX und POP, eine Berliner Szenebar, war Teil davon, eben mehr für Leute, die Einstürzenden Neubauten hörten oder Black Flag und dazwischen Schostakowitsch. Wir schleppten also zwei Technics 1210er, ein Mischpult und eine Roland 808 und meine ersten 30 House-Platten hinein. Daß Underground-Dancemusic plus Undergroundszene noch keine Underground-Danceszenen ergeben, kann man wohl als Ergebnis dieser ersten House-Parties Berlins, wohlmöglich Deutschlands, bezeichnen. Die Gäste (…) wippten etwas mit und fragten sich, was da wohl passiert in ihrer Kneipe.”

    Damals sorgt eine Variation von House, der Acid-House, auf Parties in London und Ibiza für Furore und schwappt prompt in den Berliner Untergrund. Entstanden ist der Acid-House-Sound eher zufällig in Chicago, wo zwei DJs mit einem ‘Roland TB 303′-Synthesizer die Baßfrequenzen verdrehen, verzerren und strecken und daraus ein Lied komponieren. Der neugeschaffene Klang wird zum Renner im Untergrund.

    Berlin wird durch erste Acid-House-Parties in der Turbine Rosenheim Bestandteil und Multiplikator der Untergrund-Bewegung. Im UFO, der “Geburtsstätte der Berliner House-Szene” versammelten sich 1988/89 all jene, die in den 90er Jahren eine Karriere hinter den Kulissen der Techno-Szene starten werden. Die illegalen Parties im UFO werden von Monika Dietl, Moderatorin bei Radio 4U kurzfristig angekündigt. Das UFO ist nur unter Insidern bekannt, wird von der Polizei und den Behörden gesucht und ist deshalb gut versteckt.

    In diesem Lagerkeller einer Kreuzberger Ladenwohnung untermalen Stroboskop-Blitze visuell die neuen, wegen der schlechten Musikeinlagen kaum zuzumutbaren Töne von Acid-House. Die etwa 50 bis 100 anwesenden Gäste tanzen 1988/89 stundenlang gasmaskiert durch den lichttrunkenen Nebel zu den zusammengemischten Endlosklängen.

    “Das Neue an der Musik war, daß es nicht mehr wichtig war, ob man die A- oder B-Seite der Platte spielte, wer der Interpret war und wer die Musik komponiert hat. Wichtig waren die neuen Klänge, mit denen es abging. Du mußt dir das so vorstellen: Du hörst dein Lieblingsstück, und darauf tanzt du dann. Irgendwann merkst du, daß du schon viele Stunden tanzt.”

    Ein weiteres Novum ist, daß das Publikum der Star ist und die Bühne ausfüllt, der DJ rückt in den Vordergrund. Eine Party, zu der die Leute in einer so großen Gruppe völlig frei und losgelöst tanzen, verursacht eine völlig neue, im Kollektiv erlebte, enorm positive Stimmung. Die “Gib mir das Unterhaltungspensum für meinen Zwanziger, den ich bezahlt habe”-Attitüde, die den Konzertbesucher wieder frustriert in seine Welt hinausschickt, wird von der Partykultur geändert.

    Der idealistische Einsatz der ersten DJs auf diesem neuen Musiksektor (u.a. auch ‘Dr. Motte’ und ‘WestBam’) macht für viele den Berliner Party Untergrund attraktiv und ist insofern zu schätzen, als daß diese Acid-House-Parties nie die breite Massenwirkung erzielten, wie wenig später die ersten Techno-Parties.

    5b. Die Wende

    Die ersten Techno-Radiosendungen auf Radio 4U im Jahre 1989, stoßen auch im Berliner Osten auf interessierte Zuhörer. Die infizierten Ostbürger schneiden die Sendungen mit und veranstalten damit ihrerseits Parties.

    “Die Wiedervereinigung der Techno-Szenen dauerte genau zwei Tage. An einem Donnerstag gingen die Grenzen auf, und an einem Samstag machten wir gemeinsam Party im Westberliner Kultclub UFO.”

    Das System der illegalen Raves funktioniert sogar auch im Osten. Erster Anbieter ist Wolle Neugebauer, der im Haus der jungen Talente in Mitte die erste große Technozid-Party veranstaltet, die mit rund 1.000 Besuchern ein voller Erfolg wird. Diese Raves sind große ekstatische Technoveranstaltungen, wo möglichst viele Leute in einem Zustand des Tanzrausches zu vereinen.

    “Wenn die Leute miteinander abgehen und nicht auf die Bühne konzentriert sind, sondern miteinander tanzen und auf geheimnisvolle Art miteinander kommunizieren, das ist schon was ganz anderes.”

    Neue Namen für neue Formen bekannter Phänomene deuten hin auf eine neue kulturelle Indentität und auf ein neues Selbstwertgefühl, das jeder Anhänger dieser ersten Techno-Parties verspürt. Raves finden mittlerweile europaweit statt, der Austausch von Gast-DJs expandiert, nirgends wird so ausgelassen gefeiert wie im wiedervereinigten Berlin.

    “Die Technozid-Parties hatten ein sehr radikales Konzept und einen sehr radikalen Raumansatz. Wichtig war vor allem die wahnsinnige Musikanlage, denn jede Tanzfläche funktionierte nach einem konzentrativen Prinzip. Du mußt mindestens vier Lautsprechertürme aufstellen und somit ein Feld erzeugen, daß sich in der Mitte konzentriert. Hier bündeln sich die Energien zwischen dem DJ und den Tanzenden… Wow. Und dann gab es dieses gnadenlose Stroboskop-Licht in der Mitte über der Tanzfläche. Da es das einzige Licht war, hat man beim Tanzen völlig die Orientierung verloren. Das Ausreizen dieser minimalistischen Stilmittel …, das war der Kick der Technozid-Parties.”

    Die Machart dieser Parties beinhalten im wesentlichen alle Elemente, die auch die heutigen Techno-Parties charakterisieren. Die Philosophie bleibt im Laufe der Jahre dieselbe. Aufgrund der einstigen Illegalität lautet die Devise: Weniger ist mehr. Der ständige hektische Auf- und Abbau von Musikanlagen der Vergangenheit reduziert die Wahl der Requisiten aufs Nötigste. Trockeneismaschine, Stroboskop und laute Musikanlage bilden eine effektvolle und handliche Einheit.

    Die Frage nach einem passenden Ort – einer Location – muß noch geklärt werden. Ideal scheint zu diesem Zweck der Osten. Er bietet nach dem Mauerfall einzigartige Möglichkeiten zu Parties an neu zugänglichen Orten wie Bunkern, Grenzanlagen oder in verlassenen Gebäuden der Armee und der DDR-Organisationen.

    Die darin stattfindenden Parties geben deren historischer Atmosphäre eine Prägung. Die verfallenden Gebäude mit rohen Mauern und abgerissenen Rohren stellen die Dekoration dar und verweisen auf einen baufällig zugrunde gegangenen Staat. DDR-Polizei und Verwaltungskräfte scheinen 1990/91 völlig gelähmt, handlungsunfähig und ohne autoritäres Selbstverständnis. Alles scheint erlaubt und möglich und daher fühlt sich der Untergrund mit dem Osten verbunden. Motivation genug für genügend Westler sich den Traum von Anarchie und extremer Freiheit hier zu verwirklichen.

    Sechs Monate dauert es 1990 bis Studenten und Teile der Kreuzberger Szene 140 leerstehende Mietshäuser in den Ostteilen der Stadt besetzen. Die dadurch neuentstandene Stadtteilkultur wird gekennzeichnet von Bars, Clubs, Partyorten oder Kunstgalerien, alle ohne Konzession, die wie Pilze aus der Erde sprießen, um nach der Schließung an anderen Orten erneut wieder aufzutauchen.

    Durch den Fall der Mauer liegen die Zutaten für die kreativen Kräfte praktisch auf der Straße. Altes Ostinventar wird auf dem Sperrmüll zusammengesammelt und neu verarbeitet. Der Osten bietet jedem die Möglichkeit sich in billigem Lebens- und Arbeitsraum frei zu entfalten. Aus alt mach neu, und deshalb werden die besetzten Häuser im Prenzlauer Berg neu entdeckt und gelten heutzutage als Geheimtip für Touristen aus aller Welt.

    Technojünger aus Ost und West nutzen die neuen Möglichkeiten in gleichem Maße. Die harten Bässe des Techno erschüttern die maroden Wände ehemaliger SED- und Stasi-Immobilien. Für die Westler eine neue unbekannte Party-Location, für die Ostler die Möglichkeit ihre Vergangenheit mit der Untergrundkultur Techno zu überwinden, denn Musik ist für sie erstmals kein Second-Hand-Import von ‘Drüben’, sondern ein Trend, den sie gleichzeitig erleben. Die Raves im Osten wecken den Abenteuergeist der Wochenend-Emigranten aus dem Westen.

    Der Reiz ist das Unbekannte, das Illegale und das Neue im Gegensatz zum drögen Westwochenende und steht in der Tradition der britischen Clubszene zu Acid-House-Zeiten. Um den behördlichen Zwangsjacken zu entkommen, werden die Parties mit Mund- und Flyerpropaganda beworben. Nur die Insider erfahren von den nächsten Veranstaltungen:

    “Das Weiterreichen von einem Flyer war schon so gut wie der halbe Eintritt, anders hast du ja von der Party häufig nicht erfahren.”

    So geschieht es auch im Berliner Osten, doch in einer bisher unbekannten Dimension. Alle Energie wird für die Organisation und in die Kreativität investiert. Viele der Initiatoren brechen mit ihrer Karriere ab, um sich ganz dem Techno-Leben zu widmen. Die ehemalige Schuhverkäuferin Marusha ergattert sich einen Moderatorenjob beim neugegründeten halbkritischen Sprachrohr der Ostjugend, dem Radiosender DT 64. Mit Techno- und Houseplatten wird sie zur Identifikationsfigur der Jugendlichen und zum Aushängeschild eines neuen Radios für eine neue Jugendbewegung und erhält nach kurzer Zeit die volle Kultreferenz aus den Untergrundkreisen.

    Techno bietet der Jugend im Osten eine neue kulturelle Identität in der Wendezeit. Marushas Sendung ‘Dancehall’ wird zur Informationsbörse der sich langsam auffächernden Untergrundszene. Es werden die ersten technospezifischen Plattenfirmen gegründet, die Techno-Clubs werden seßhaft. Man produziert nun seine eigene Musik mit eigener Mode und Partykultur.

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  23. Interresaant ist, dass westbam in diesem artikel gar nicht so schlecht wegkommt und detroit schon als ursprung genannt wird…meineserachtens muss dass ein auszug aus einer diplomarbeit sein…und welche geschichte mit dimitri und jeff mills stimmt jetzt???

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  24. hab grad nicht viel zeit. aber betreffs atonal kann ich nur anmerken, dass diese beschreibung absolut unzutreffend ist. es war keine danceparty. es war die richtige musik, aber noch immer die völlig falsche form, sie zu wirkung zu bringen. das konzept war rocknroll – eine bühne zum draufglotzen und ein publikum, was genau das tat. es gab weder 4-punkt-pa, noch das passende licht. ES WURDE KAUM GETANZT!

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  25. . . . hat schon irgendman bemerkt, dass in diesem Forum nur Männer diskutieren . . . by the way . . .

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  26. Zuviele Fehler, immer und immer wieder, Diplomarbeit hin oder her. Wax Trax war z.b. kein Detroit Label und heisst auch nicht Hard Wax Trax. Man man.

    Wax Trax! Records was an independent record label in the United States. Wax Trax! began as a record shop in Denver, Colorado opened by Jim Nash and Dannie Flesher. They sold the store in 1978 and, in November of that year, opened a new one under the same name at 2449 North Lincoln Avenue in Chicago, Illinois in the Lincoln Park neighborhood. This store would become the center of the New Wave, punk rock and industrial music scenes in Chicago.

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  27. Zuviele Fehler in allen Texten, immer und immer wieder, Diplomarbeit hin oder her. Wax Trax war z.b. kein Detroit Label und heisst auch nicht Hard Wax Trax. Man man.

    Wax Trax! Records was an independent record label in the United States. Wax Trax! began as a record shop in Denver, Colorado opened by Jim Nash and Dannie Flesher. They sold the store in 1978 and, in November of that year, opened a new one under the same name at 2449 North Lincoln Avenue in Chicago, Illinois in the Lincoln Park neighborhood. This store would become the center of the New Wave, punk rock and industrial music scenes in Chicago.

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  28. Hat sowas Pippi Langstrumpf mäßiges. Mach dir die Welt (und die Wahrheit) so wie sie dir gefällt.

    Wenn ein Text schon falsch anfängt, wie kann man ihn ernst nehmen?

    “Dimitri Hegemann, der heutige Betreiber vom Tresor am Potsdamer Platz, reist 1988 nach Detroit, um dort für seine kleine Plattenfirma ‘Interfish Records’ die Industrial Band ‘Clock DVA’ über ‘Hard Wax Trax’ auf den amerikanischen Markt zu bringen”

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  29. @sonicdestroyer

    Ich glaube jeder hat jetzt verstanden, dass Du Detroit magst…

    @C.S.

    Danke!!!

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  30. Also der Sven war auf Goa, soviel ist klar. Und hat dann EyeQ gegründet?
    Die Berliner Trance-Abteilung (mfs, dubmission etc.) hatte mit Goa weniger zu tun, oder? Ich war da ja schon mehr in Frankfurt, als es da richtig losging.
    Eine Goa-Party war übrigens der Abschluss meiner Frankfurter Zeit. Die lief im Anschluss an die EyeQ-Abschlussparty in Offenbach, da gingen irgendwelche Kekse und grüner Likör (angeblich aus Hanf) rum, hoffentlich haben die anderen das gut überstanden, ich musste ins Krankenhaus.

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  31. als ich ende 1992 das konzept für die tribalraves entwarf, ahnte ich nicht, welche steilvorlage daraus erwachsen würde. von goa wusste ich zu diesem zeitpunkt genausowenig, wie von der herkunft der dieser auf diesen partys verwendeten “shakuntala incens”. allerdings hat mir dieses trancedingens nie gefallen. weder auf mfs, noch auf eyeq ;)

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  32. @ electosandy :

    Die “Frankfurter”, so als Clan via Väth und so warn in dienem Sinne vor den Berlinern in Goa. Allerdings warn die Hamburger schon davor auch da, und vor denen schon Engläner und sogar reiche Italiener. Insgesamt halt Aussteiger und absolut-Beginner aus sämtlichen Windrichtungen multi-Kulti. Insgesamt wußten die aber wenigstens wie ma vor Ort die Bullen schmiert, daß nix passiert. Da nutzt es eben auch nix daß er mit seinen “Kofferträgern” wie Rainald Götz (auch so ein großer Rave-Erfinder).Sven hat dann schnell gemerkt, daß er auf das eigene Pferchen setzen sollte, weil Eye-Q halt doch eher gegenüber wie Dragenfly wohl für immer und ewig die zwote Geige wird spielen, deshalb sein Goa nachträglich als quasi Jugendsünde hinstellt und denen ihren LSD-Kult doch nicht gegen sein geschätztes Kulturgut XTC nachträglich und öffentlich angeprangert hat.
    Mehr weiß ich auch nicht. Oder hab ich mir das alles grade eingebildet?
    (Patient nach Diktat verreist)

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  33. mir ist schon klar, dass ich goa-partys nicht erfunden haben. aber meine tribalraves ähnelten den späteren goapartys bereits vielen punkten… solche dinge entstehen, selbst wenn man sie sich selbst ausdenkt, keinesfalls aus dem nichts. sie sind zeitgeist und in einer vernetzten welt wird sowas an vielen orten gleichzeitig “erfunden”.

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  34. also ich war von den frühen trancesachen begeistert, die stücke vom dag kann man sich z.t. immer noch anhören finde ich (ehrlich!).

    cosmic baby und die beiden pauls haben damals dermaßen was abgekriegt v.a. im frontpage-umfeld (trancetüten etc.) das stand in keinem verhältnis zu dem, was sie eigentlich draufhatten. schlimm wurde es mit dem trance erst, als alles was geld verdienen wollte auf den zug aufsprang, x hitcontainer rauskamen und allerlei kitsch den markt überspülte. in frankfurt waren v.a. die outfits unerträglich, diese knochenketten, der indianerlook…
    ohne die pillen hätte ich mir das nie angetan und wäre weiter nur auf houseparties oder in den tresor gegangen.

    @succubus: Sven hat sich doch nicht von Goa distanziert. Fährt er da nicht immer noch hin? Dass er irgendwo von Ecstasy geschwärmt hätte, ist mir auch neu (das wurde ihm doch dauernd vorgeworfen, dass er sich dazu nicht äußert). Oder irre ich mich?
    Trips genommen hat er später selbst noch. Ich erinnere mich noch an den Morgen, wo sie mit bunt gefärbten Haaren vorm Omen auf und ab gelaufen sind und Tiere nachgemacht haben.
    EyeQ musste dicht machen, weil es nicht genug abgeworfen hat. Recycle or die war zwar ne tolle Idee, aber leider nicht massentauglich.

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  35. Was für Musik lief denn auf diesen Parties. Ich kenne da so einen Tribal Rave Mix von Marcos Lopez, wo er schreibt das er mit dem harten Tekkno nicht so viel anfangen konnte, aber mit zuckersüßen Weichtrance auch nichts. Nur ich fand den Mix auf ziemlich trancig?

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  36. @sonicdestroyer: bei mir wäre die Diplomarbeit durchgefallen weil richtiges und falsches in einer Ratio von 50:50 drin ist. Auch nur aufgelesener Kram neu verdaut, dadurch wird aber nix richtiger, mein Standardproblem mit akademischem.

    @Wolle: Goaparties gab’s auch schon lange vor deinem Urlaubsschock, nach dem du dann tribalistisch und earthig unterwegs warst. Es gab da z.B. eine Goaparty im zweiten UFO erinnern, wo auch schon schlimm mit Fadendeko rumgemacht wurde. Kann ich mich genau dran erinnern, weil ich höllischen Spaß daran hatte meine Zigarettenkippen auf die Tanzfläche der Barfußtänzer zu schnicken.

    @Elektrosandy: was ist ja das komische Problem mit Trance, keiner will eigentlich was damit zu tun haben und trotzdem machen’s viele, man nennt’s dann halt anders, Tribal, Progressive, whatever. Sogar Leute die einst damit dick Geld gescheffelt haben, erklären das dann zu Jugendsünden, nennen’s anders und machen doch immer noch das Gleiche ;)

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  37. “Kann ich mich genau dran erinnern, weil ich höllischen Spaß daran hatte meine Zigarettenkippen auf die Tanzfläche der Barfußtänzer zu schnicken.”

    *lach*

    sind goa partys eigentlich immer noch ne mischung aus goa trip hippies und aggro koksern ? witzige mischung hab ich hier in hh immer mitbekommen…

    zum thema trance…
    da kenn ich auch jemanden der mich trance-schwuchtel nennt aber beim thema “verkaufste mir deine alten cosmic baby scheiben ?”
    still in sich kehrt und dicht macht…

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  38. oh ja…nachdem für mich das Tranceding mit Harthouse/Eye q und MFS und Frankfurtbeat durch war, bin ich damals dann voll auf DJ Antaro’s Spririt Zone Sachen abgefahren…da gabs ja noch Dragonfly aud England und einige Sachen aus Israel, aber nach dem aus von Spirit Zone wurde mit der Sound zu langweilig…die letzte grosse Platten waren sie Scheiben von “The Delta” und von X-dream(der war ja auch Teil von “The Delta) …heute interressiert mich Goa nicht mehr, genau so wenig wie gabber…

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  39. @tanith: Naja, wobei der Marcos ja schon zu dem Sound stand, vielleicht nicht zu dem oberkitschigen Zeug. Letztendlich hat er ja ein paar Jahre zur besten Zeit auf Fritz Goa gespielt. Sowas wäre heute ja fast undenkbar.

    Aber ich verstehe nicht was ihr gegen Fadendeko habt – ich finds cool. Da könnten einige Clubs ruhig mal ein bisschen was machen.

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  40. mit fadendeko verbindet man wohl barfuss hippies bzw werden die dadurch angelockt.. :-)

    find ich nebel strobo und n laser doch angenehmer :-)

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  41. Ist Interessant…hab jetzt gerade das Buch von Dan Sicko “Techno Rebels- therenegades of Electronic Funk” durch. Meine erste Frage ist, warum gibts das Buch über keinen deutschen Verlag? Krass ist, dass Detroit-Techno wirklich als erstes in England und Belgien abgegangen ist. Von Deutschland in der Anfangszeit war keine Rede. Und alles beginnt wieder mit einer Person…Juan Atkins und natürlich Derrick May und Kevin Sauderson. haben sich da alle Journalisten verschworen, die sich auf die Belleville Three berufen? Sicko bezeichnet auch Derrick May’s Platte ” Nude Photo” als eine der wichtigsten Platten für das junge Genre “Techno” und das es nichts vergleichbares zu der Zeit gab. Juan Atkins war hat der erste, der am Anfang halt Electrotrakcs machte, vermischt mit Funk, und Derrick May zeigte, wie man produziert. May war dann hat der jenige der aus diese futuristischen, an Kraftwerk angelegten Tracks von Atkins, was abartig neues entwickelte, etwas, was Jahre später, die Musikwelt drastisch verändern sollte. Er lies den Disco der Housemusik hinter scih und schaute mit seinen Tracks weit in die Zukunft.

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  42. journalisten schreiben vor allem von einander ab. genau wie viele bücherschreiber.

    aber egal wie oft es abgeschrieben wurde, es wird davon nicht wahrer.

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  43. @Wolle
    dann haben die 1988 auch schon im Facemagazin voneinander abgeschrieben. Da wurden Juan Atkins, Derrick May und Kevin Sauderson als Erfinder einer neuen Musik aus Detroit Namens Techno vorgestellt. Zur der zeit wurde fast flächendeckend in West-Deutschland noch zu Fron242 und Nitzer Ebb getanzt und Acid-House kam gerade in Europa an. Das sind alles Fakten, die man nicht verdrehen kann, auch wenn die deutschen das gerne machen und jeder gerne als erster das Techno Ding gehabt haben will…und das Stück “Techno-Music” von Juan Atkins auf der Compilation Techno- the new dancesound of detroit hat ja auch niemanden beeinflusst, ist klar…und 4 Jahre früher war das Stück “techno-city” auch total unwichtig von Atkins…auch klar :-)

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  44. Ja, es wurde auch schon 1988 voneinander abgeschrieben. Selbst in der BRAVO & der PopRocky gabs Berichte über Acid House, Chicago etc. und auch da fielen die Namen Atkins, Saunderson, May etc. … na, wer war denn da wohl als erstes da?

    Und nein, 1988 wurde in Westdeutschland nicht nur zu Front 242, Nitzer Ebb, EBM getanzt, es gab sogar Clubs/ Discotheken, die voll auf der Höhe der Zeit waren, in denen du nichts davon gehört hast, sondern ausschließlich Chicago/ Jacktracks, Acid House in Verbindung mit Funk und Spät-Achtiger Discosounds.

    Und das alles hab ich jetzt geschrieben, damit das Thema endlich 200 Posts hat. Aloha hey!

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