Thema der Woche 191: Cocoon Club Pleite

Nun, bislang sprechen die Medien von Insolvenz, nicht Pleite, kleiner aber feiner Unterschied. In der Gerüchteküche köchelte das ja schon länger vor sich hin und es ist bereits Jahre her das ich zum ersten mal hörte das der Laden ja gar nicht so gut liefe. Wunderte mich nach meinem ersten, einzigem und kurzem Besuch auch gar nicht, das Ding hatte für mich nichts was Techno hierzulande ausmacht, es war ein durchdesignter, hochsteriler Kasten ohne Patina oder Authentizität und einer DJ Kanzel die vielleicht einer ibezenkischen Großraumdisse würdig war, aber nicht dessen was ich von der Expertise eines Sven Väth erwartet hatte. Damals dachte ich noch “Frankfurt halt”, dort wo gerne eine Spur dicker aufgetragen wird, heute denke ich auch wieder “Frankfurt halt”, weil war es nicht auch schon mit dem Dorian Gray so, das es ursprünglich als Jetsetdisse geplant war, aber schon ein paar Jahre später bevölkerten Goths und EBM das Etablissement, weil das eine Prozent eben nicht unbedingt beim Zwischenstopp zwischen München und New York mal gepflegt abzuhotten beliebt und somit den Betrieb finanziert. Ähnlich wahrscheinlich beim Cocoon Club, Idee und Ausführung war definitiv Prä-Eurokrise und ich weiß nicht ob Anzugträger und Raver zu mischen jemals eine gute war.
Ich habe die beiden Restaurants nie besucht und die Lineups des Clubs nur am Rande mitbekommen, zumindest diese erschienen mir dann doch sehr nach Hausmannskost, die Würze habe ich da vermisst. Ein Berghain traut sich auch mal eine Sub:Stance, eine Bar 25 kreiert so nebenbei mal einen neuen Feierstil, egal ob einem das jetzt gefällt oder nicht. Das Cocoon hat(te?) irgendwie nur Programm und das war, zumindest von dem was ich mitbekommen habe, naja, wie soll ich sagen, weder besonders originell noch überraschend, Hausmannskost eben. Dafür das ein Sven Väth nach wie vor quasi der Opinionleader für viele ist fand ich das weder seiner noch der Szene würdig, sondern ein Stillstand auf vielleicht hohem Niveau, aber eben nicht sonderlich zeitgemäß. Aus den bereits umherschwirrenden Nachrufen heißt es dann das der Sven sich seit längerem da ja eh viel zu selten hätte blicken lassen und es nur bei ihm voll gewesen wäre. Aber das der ganze Laden nur an einer Person hängt ist wohl auch für die Strahlkraft eines Babba’s etwas zuviel verlangt. Interessant wäre, wenn es wirklich zur Pleite kommen sollte, wieviel diese davon einbüßt bzw. überstrahlt.
Ich bedauere zwar jede Lokalität der elektronischenTanzmusik die verschwindet, aber nun, ein bisschen augenzwinkernde Häme darob, das reine BWL im Technokontext wieder mal nicht funktioniert muß schon erlaubt sein.

Kommentare (43) Schreibe einen Kommentar

  1. Du kannst FFM und Cocoon doch nicht mit Berghain vergleichen und sowas wie Substance als Beispiel nennen. In Frankfurt sind halt nicht jedes Wochenende tausende Touristen da musst du dem Volk schon geben was es will. Für grosse Experimente ist da kein Platz und wahrscheinlich auch kein Interesse.

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  2. naja, aber ohne Experimente eben Stillstand und wenn man dem vermeindlichen Volk nur das gibt was es will, dann ist auch schnell der Punkt erreicht wo es davon übersättigt ist, auch das wäre BTW BWL ;-) und wo BWL herrscht isses nunmal mit der Innovation vorbei

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  3. »Gib den Menschen nicht, was sie wollen, gib ihnen, wovon sie nie zu träumen wagten.«
    Diana Vreeland, ehemalige Chefredakteurin der Amerikanischen Vouge

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  4. Naja, möcht nicht Wissen was der Laden im Monat an Kosten verschlingt. Mit Underground allein kann man ihn sicher nicht am “kacken” halten – Da muss man halt auch mal den Kommerz rein lassen. Aber irgendwie wurde das wohl schon vor langem versäumt konzeptionell ne Linie ausserhab eines Väth’s zu etablieren (Nicht unbedingt Kommerz). Und wie schon erwähnt ein Väth alleine macht auch kein dickes Monatsplus in der Kasse…

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  5. Der Cocoon war zu groß. Das Problem in Frankfurt ist, das so ein großer Club nur funktioniert wenn Leute aus dem Umland kommen. Ein großteil dieser Leute kann mit Underground oder Subkultur nix anfangen, sie kennen nur den Väth. Mit jedem Jahr seit der Öffnung sank der Altersdurchschnitt im Cocoon. Vor 2 Jahren war ich das letztemal dort und fand es schrecklich, es waren nur noch 18 jährige dort die zur Musik von Afrojack tanzten. Der Cocoon den Kontakt zur der Szene verloren für die er eigentlich gedacht war . Vielleicht ist es gut wenn er schließt. Am Ende war es nur ein Laden in dem Prolltechno lief. Sven hätte niemals Leute wie Afrojack, David Guetta oder sonstige Musiklegastheniker in dem Laden spielen lassen dürfen.

    In Frankfurt gibt es noch eine Szene abseits vom Cocoon. Es gibt kleine coole Parties im Rotlichtviertel (Intimbar) oder anderen kleineren Läden. Das wird aber glaube ich von Leuten in Berlin nicht wahrgenommen.Es ist halt alles ein bisschen kleiner geworden, was vielleicht aber auch gar nicht mal so schlecht ist.

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  6. mal abgesehn von den leuden die ich fast überall schrecklich finde…

    wie war denn nun der laden vom sound und licht her ?

    hab den eigentlich nur in der planetopia folge im vergleich mit ner großraum disse gesehn und das was man sehn konnte war schon wahnsinn…

    aber im großen wars doch kla das der club auch vermietet werden muss eben für die sternchen des pop eh techno himmels…

    ich hörte auch das der club eher ausserhalb sein soll ?

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  7. Der Sound und das Licht waren gut. Auch die Restaurants waren sehr gut.
    Es ist schon beeindruckend und es ist ein schöner Club.
    Von der Idee her ist es nicht schlecht.
    Allerdings finde ich das der Club nicht wirklich mit Techno zusammen passt.
    Es gibt einfach kein Zielpublikum für den Club.
    Ja der Cocoon ist außerhalb, aber ich denke nicht das darin der Hauptgrund für die Insolvenz liegt. Das Programm war wirklich nur standard und ein bisschen ideenlos.

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  8. Man könnte verkürzt sagen, das Problem ist, dass Easyjet nicht nach Frankfurt fliegt. Wäre Frankfurt mit dem Aufkommen der Billigflieger so ein ähnlicher Ballermann wie Berlin geworden, dann wäre auch der Cocoonclub voll. Sind wir doch mal ehrlich: Feiern im Tresor war in den 90ern deutlich angenehmer. Das war für den Touristen noch eine Party mit Berlinern und nicht nur eine Party irgendwo in Berlin.

    Das tatsächliche Problem des Cocoons dürfte das Fehlen eine klaren Linie sein in Verbindung mit “zu weit außerhalb” und zu hohen laufenden Kosten.

    Klare Linie: Wenn man z.B. an einem Samstag ins Berghain geht, kann man sich sicher sein, was einem erwartet. Wenn man das Programm studieren muss, damit man nicht aus Versehen auf David Guetta und Konsorten trifft, dann läuft was falsch.

    Zu weit außerhalb: Dieses Fehlen einer klaren Linie führt auch unbeabsichtigt zu einem Besucherschwund, weil der Club nicht in der Innenstadt liegt. Ich zumindest riskiere doch keine Fahrtkosten, wenn es statt solidem Techno mit etwas Pech Afrojack gibt.

    Zu hohe laufende Kosten: Der Laden ist zu groß für das potentielle Technopublikum in Frankfurt und Umgebung. Und Billigflieger wie nach Berlin gibt es nicht. Und auch sonst ist ein Wochende in Frankfurt deutlich teuerer wie in Berlin und so für den gemeinen Partytouristen nicht geeignet.

    Mein letzter Besuch im Cocoon war übrigens beim Liebing und da war es eigentlich auch ganz ordentlich besucht. Es zieht also nicht nur der Sven.

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  9. Zitat: “…und wo BWL herrscht isses nunmal mit der Innovation vorbei…”

    Und wo man glaubt, komplett ohne BWL auskommen zu können, gehen über kurz oder lang ebenfalls die Lichter aus. Wo nur Innovation herrscht, ist es nunmal vorbei mit dem (Vorsicht, böse Worte) positiven Betriebsergebnis.

    ich denke, es ist immer eine Gratwanderung. Einerseits soll alles schön undergroundig und abgefahren sein, andererseits müssen aber auch Kosten gedeckt werden – inklusive (wieder böses Wort) Gewinn für den Betreiber. Denn man bekommt von bestimmten Kostenlos-Feiernasen sehr schnell das Prädikat “Raffzahn” verliehen, wenn mn sich erdreistet, mit deiner Arbeit und seinem Engagement Geld verdienen zu wollen.

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  10. ähnlicher werdegang wie damals – natürlich auf berliner niveau runtergerechnet – der kleine e-werk-rivale ‘matrix’ in seiner nagelneuen posh location…

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  11. Zitat Steffen: “…Wenn man z.B. an einem Samstag ins Berghain geht, kann man sich sicher sein, was einem erwartet. Wenn man das Programm studieren muss, damit man nicht aus Versehen auf David Guetta und Konsorten trifft, dann läuft was falsch….”

    Wie jetzt? Es ist ein Problem, vorher im Internet nachzusehen, ob einem das Lineup des kommenden Samstag im Club zusagt? Ist doch keiner gezwungen hinzugehen wenn DJ-Wurstfinger spielt, oder?

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  12. hab das Ganze Buhei um den Cocoon Club nie nachvollziehen können. dieses ganze “ach so tolles Licht … rattenscharfes Design” blabla. Wer Mitte der 80er Jahre mal das Tarm Center Bochum besucht hatte, wusste, was ihn im Cocoon erwartet. Mein einmaliger Besuch dort ist ohne größeren Erinnerungswert geblieben. Da gab es absolut nichts, was man in der Form nicht schon vor vielen Jahren genau so präsentiert bekommen hat und vor dem mal Anfang der 90er in die kleinen, schmuddeligen Clubs geflüchtet ist.

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  13. Hmmm…ja also mit der Art von Techno wie du ihn zelebrierst , Tanith hat der Cocoon in der Tat , nicht viel zu tun. Es lebe der Unterschied.
    Ich finde die Musik dort ist sehr , sehr besonders und hat ihre ganz eigene Qualität an der sich auch andere Künstler orientieren .Ich spreche jetzt nicht von David Guetta sondern von dem was der Sven dort auflegt.

    Also ich kann mich noch an Zeiten erinnern in denen du im Gray auch für Anzugträger (Banker ?) aufgelegt hast Freund Hase…..und natürlich für uns.
    Du irrst dich , es ist nicht nur beim Sven voll ….Chris Liebing oder Armin van B. schaffen das auch. Wir hatten auch schon tolle LIVE Konzerte im Cocoon wie Underworld, 2 Raumwohnung oder Anne Clark zu Dags 25 ten DJ Jubiläum.
    Oft wenn es zu voll ist dann spielt der Sven auch gerne mal ” seltsam” und wir feiern dann mit den richtigen Leuten in der Lounge weiter….die Anzugträger sind dann heim gegangen.
    Wenn die grandiosen Gema Tarife kommen wird uns sowieso nix anderes übrig bleiben als wieder (wie früher!) illegal in irgendwelchen Kellern rum zufeiern.Ich freu mich schon drauf und solang tanz ich weiter….nebenbei besitzt der Cocoon eine der besten Soundanlagen die im internationalen Vergleich locker stand hält.

    Noch mal Danke für die geile Doku SUB Berlin …ich war auch gerne im Tresor…und im Park.:)

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  14. naja im allgemeinen ists doch aber so das es egal ist ob er gut ist oder nicht, fakt ist das nach ein paar jährchen die location an reiz verliert, egal wer da auflegt. die welt ist schnelllebig geworden und die leute wollen ständig was andres. du kannst doch schon froh sein wenn dein laden wenigstens 5 jahre gut geht.
    man darf nich immer an damals denken wos im tresor hämmerte, oder das dorian gray oder eben das omen…oder wer kennt noch das uboot in berlin einst..lach. ja das waren andre zeiten , da war alles szene , heute ist alles für die breite masse und öffentlich. früher war viel mundpropaganda auch. da gabs ja kein inet und iphone. heut ists eben anders….clubs kommen und gehen, gute wie schlechte. und ich denke der cocoon hat irgendwo sein dazu beigetragen wie die szene heut so ist. und nun kommt eben was neues.

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  15. Ich kenne den Laden nicht, bzw. nur vom Lesen, Fotos angucken, daher will ich auch nix dazu sagen. Aber ich finde die Diskussion ums Betriebsergebnis interessant.

    These: Trägt nicht gerade eine schmale, minimalistische Ausstattung zum Erfolg eines Ladens bei, eben weil das Risiko eines Scheiterns so groß ist bzw. ein Klub per Selbstverständnis ja nur temporär funktioniert? Somit Geld, welches für Ausstattung (Möbel, Deko- nicht Sound!) draufgeht, ja eigentlich sofort abgeschrieben werden kann, nicht als Investition in die Zukunft gewertet werden kann..

    Und jetzt wirds richtig BWL: Können sich daher (im Klubkontext) nur radikale Konzepte dauerhaft durchsetzen, eben weil sie als Identifikationsfläche für den mainstream nicht funktionieren? (Somit die Zielgruppe langfristig binden, da hohe Identifikation mit dem Laden, letztendlich auch regelmäßig Umsätze generieren..)

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  16. @Zaziki: richtig, es ist eine Gradwanderung und keiner hat was dagegen wenn mit guter Arbeit Geld verdient wird, aber ein Club ist eben mehr als BWL und in dem Moment wo sich Publikum BWL unterwerfen muß (Wie jetzt? Es ist ein Problem, vorher im Internet nachzusehen, ob einem das Lineup des kommenden Samstag im Club zusagt?) ist es auch schnell mit dem Club vorbei. Klare Linie ist da schon von Vorteil.

    @cloudy: wer orientiert sich am Cocoon außer dem der dort spielen will? Leute die die Playlist vom Sven nachspielen gab’s schon immer, ernstnehmen kann man sowas nicht.
    Was ist dort, völlig unironisch gefragt, besonders an der Musik?

    Mag sein das es dort weitere volle Abende und Künstler die den Laden voll machen gibt, ich kann nur das wiedergegeben was mir erzählt wurde. Aber wenn der Laden oft genug voll wäre, wäre er ja jetzt wohl nicht in der Situation.

    Und ja dieser Satz mit der Soundanlage, die im internationalen Vergleich locker stand hält, fällt jedesmal wenn vom Cocoon die Rede ist, aber welcher Vergleich? Welche Parameter? Als ich das eine mal da war fand ich die Soundanlage durchaus ok, aber ich hab da auch schon, rein subjektiv, einiges fetteres erleben dürfen. Und was nützt die beste Soundanlage wenn der Funke nicht überspringt, so kam mir das nämlich an nämlichem Abend vor.

    @treibstoff: sehe ich ähnlich, nur hätte man das Cocoon nicht vielleicht auch länger up to date halten können wenn man sich nicht nur für vermeindliche Publikumsgaranten offener gehalten hätte?

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  17. Cocoon Club…Pleite bzw. Insolvent…. ein Sack Reis in China umgefallen….keine Verletzten… :D

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  18. Das Cocoon war der Nachfolger des Omen, das in seinen letzten Jahren ein zu drogenaffines Publikum beherbergte. Mit “Druffis” lässt sich allerdings kein nachhaltiges Geld verdienen, da diese nicht genug trinken. Wer es nicht glaubt, dem sei der Film “24 hour party people” ans Herz gelegt.

    Mit dem Cocoon hat man lieber auf das Konzept einer gepflegten Großraumdiskothek gesetzt und dabei die Nachfrage unterschätzt. Hinzu kamen zahlreiche Schlägereien in dem Laden, die viele Besucher abgeschreckt habe. Auch fehlte die klare Linie. Schließlich hat sich eine Cocoon-Szene zu keinem Zeitpunkt herausgebildet. Die Freaks sind lieber ins MTW, U603011 oder ins Robert Johnson gegangen. Damit war das Scheitern vorprogrammiert.

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  19. @Arbitrage74

    Nu wirds mal konkret.

    Ich bin nicht von dort. Ich kenne keine Schlägereien im Club.
    Was machen denn MTW, U603011 oder Robert Johnson anders in FFM, ausser, dass das Bier vielleicht billiger ist?
    Gibts ein Konzept, Türpolitik?

    Ich glaub in diesem blog zu dieser Frage ist Berlin sowas von draussen- aber interessiert! ;)

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  20. hab gerade gelesen das im U603011 mal jemand unschuldig von den Türstehern totgeschlagen worden is..nee,do nach Frankfurt,da kriechste mich nich hin..ausserdem find ich gogogirls zum Techno echt abstossend und wenn ich hoch zu ner Kanzel aufschauen will,dann guck ich mir den Dom zu Köln von innen an,so…und jetzt..Gute Nacht :P

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  21. Ich find Taniths Analyse recht treffend. Der holden Weiblichkeit wegen musste ich da auch mal hin: Komplett durchgestyltes, perfektes, schickes Ding mit ner mächtig leckeren Soundanlage.

    Aber kein Funke sprang da. Der Sound war zu leise und zu clean, tausende Touristen aus aller Herren Länder feierten vieeel zu lahmen Vollalobos & Väths Unterhemd-Ausziehspässe.

    Manchmal ist wirklich zuviel HIRN im Spiel. Zuviel Kalkül, Perfektion, Style, hier zusammengefasst als BWL. Im Cocoon fehlt der Bauch. Aber es ist für ne elektronsiche Kiste auch einfach viel zu gross. Logisch wärs, da konsequent an einem Öffnungstag eine anständige Grossraumdisko mit Chartsmucke und Gästen wie Mike Candys, David Guetta, Afrojack, Antoine etc zu etablieren.

    Dann kann der andere Öffnungstag immer noch cool getrimmt werden. Väth & Freunde im Wechsel.

    In der Provinz isses doch auch normal, dass viele Clubs einen “coolen” Abend fürs Herz haben und an andren Abenden einfach nur Geld mit industrieller Mainstreambewirtschaftung verdienen, um die Miete zu bezahlen.

    Dass sowas funktioniert,

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  22. @Zaziki: Kennst du diese Feierabende mit Freunden im Sommer, wo man dann nach eine paar Bierchen im Biergarten oder so auf die Idee kommt, jetzt noch ein wenig zu Techno zu feiern? Es ist diese “Laufkundschaft” (was für ein BWL-Wort), um die sich solche Clubs wie der Cocoon bringen.

    @treibstoff: So pauschal kann man das nicht sagen. Es gibt eine ganze Reihe von Clubs, die ihren 20. Geburtstag immer noch mit Techno feiern. Fuse, Rex Club, Sub Club in Glasgow…

    @Tanith: Die Anlage vom Cocoon erschließt sich auch nicht sofort jedem. Mir ist es auch erst gekommen, als ein Bekannter aus dem PA-Bereich es mir erklärt hat und ich dann mal früh am Abend aufmerksam durch den gesamten Club spaziert bin.

    Die Besonderheit ist, dass es in dem ganzen Laden bei Sound praktisch keine toten Punkte gibt und gleichzeitig aber auch keine Stellen, an denen es zu laut wird.

    Das so hinzubekommen ist ein Kunst, die richtig Kohle kostet.

    Ich finde es nur Schade, dass die Anlage nicht wirklich ausgefahren wird. Die oberen Arrays sind modifizierte JBL Vertec VT4889. 36 Stück hängen davon im Cocoon. Dazu gibt es dann noch die passenden Subwoofer. Man könnte mit diesen Teilen plus den passenden Subwoofern locker dauerhaft und ohne Verzerrungen Pegel von um die 140 dB im Club haben.

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  23. Nachahmer vom Sven gab es schon immer. Aber ich meine die DJ ´s die ihren eigenen Stil haben und denen genau diese eine Platte (aus Svens Set ) gefällt. Der banale Wiedererkennungseffekt des Tracks macht im positiven Fall glücklich und wir tanzen.
    Möglicherweise muss ich mich auch mal selbstkritisch fragen , ob ich nicht doch manchmal durch das Label geblendet bin.Ist sicherlich auch was dran.Es gibt so viele kleine und weniger bekannte gute Sub-Labels die auch klasse Sachen abliefern.
    Ich kann dir nur mit einfachen Worten erklären was mir die Musik bedeutet. Ich würde es nie wagen mich Musik spezifisch ,fachlich hier auszulassen , denn da hab ich gegen dich nicht den Funken einer Chance und das weiß ich. :)
    Das Besondere an der Musik ist , dass sie mich befreit beim Tanzen , innere Bilder entstehen und ich danach glücklich bin.
    Und ich erkenne meine Lieblings- DJ ´s in ihren Sets immer wieder.
    Ja sicher war der Club auch nicht immer voll und ich will hier auch nix schönreden……aber das ist erst der Anfang und ich befürchte weitere Schließungen.
    Ja der “Funke der nicht übergesprungen ist”….ist völlig ok. Tanith.Für jemanden der gewohnt ist , dass die Hütte abbrennt , ist das völlig ok.:)
    Für mich ist der Cocoonclub einer der faszinierendsten Locations in denen ich je gewesen bin. Er ist eine sehr kunstvoll umgesetzte Vision. OUT STANDING und mit Kunst kennt ihr euch ja auch gut aus…in Berlin

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  24. für mich isses ein weiteres Tarm Center gewesen. nur, dass das Tarm Center mehr Charakter hatte. Dann geh ich lieber in die Königsburg, die hat wenigstens architektonisch was bieten, um Musik gehts in allen drei (!) Läden nur sekundär.

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  25. Nicht zu vergessen, das der Cocoon Club vom restlichen Geschehen der Stadt etliche Kilometer entfernt ist…..selbst zum ehemaligen Soho/Ostclub der jetzt Bar 99 heisst , sind es locker 4-5km…..also Clubhopping geht nicht…früher konnte man zwischen Omen und XS/Box schön hin und her pendeln….auch war es zu den Bars und Cafés nicht weit….mal ganz abgesehen davon, das die Jungen oft keine Kohle mehr haben, weil sie alles schon in Klamotten, Smartphones und anderes elektronisches Spielzeug gesteckt haben. Großes Thema sind auch die ganzen Feste in der Provinz….wo wir noch die Nase drüber gerümpft haben und ich tue das heute noch auf irgendwelche Feste zu gehen mit Kommerzbeschallung/Rock/Pop ist das heute Gang und Gäbe….bei den jungen Menschen unter 25…weil sie ihre Facebook Cloud dahinzieht…..die Leute, die szeneaffin sind machen entweder ihre eigenen Sachen so wie wir oder ziehen später doch irgendwann nach Berlin oder gleich ins Ausland, wo die elektronischen Szenen größer und die Clubkultur nicht so gebeutelt ist von der Euroeinführung. Wir haben in Deutschland ohnehin eine Billigheimer Ausgehkultur…..wo bei uns die Eintritte enden fangen sie in England, Spanien, Italien und den Niederlanden erst an.

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  26. @Steffen:

    “Die Anlage vom Cocoon erschließt sich auch nicht sofort jedem. Mir ist es auch erst gekommen, als ein Bekannter aus dem PA-Bereich es mir erklärt hat (…)”

    Man kommt also rein und findet den Sound erst dann ‘ok’, wenn einem erst was vom Pferd erzählt wird ? Schade für die, die kein Briefing erhalten.
    Das erinnert ein bisschen an Verkostung eines Weines von man glauben soll, er schmecke nun viel besser, nachdem man sich die Story von der “fruchtigen Eröffnung und der Brombeernote im Abgang” angehört hat.

    …find ich nicht gut. Tür auf, Faust inn Magen: So musset sein. Ohne Erklärbär.

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  27. @ Kai-Uwe
    Tar war früher der Brüller und hat so geil funktioniert – und Kö-Burg genauso – Letzterer hatte ja für die, die es ganz hart haben wollten ab und zu den Spezialeingang zu den Katakomben geöffnet gehabt !

    L e g e n d ä r !!

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  28. ja klar, aber das ist lange, lange her. und als so um 2004 das ganze Gewese um den Cocoon Club anfing, hab ich dmals schon gesagt, dass das nix Anderes als ein neues Tarm Cemter werden würde und man den Leuten da via Marketingplan alten Wein in neuen Schläuchen verkauft hat.

    Nichtdestotrotz habe ich zwischen 1988 und 1992 viele legendäre Nächte im Tarm und in der burg verbracht. Die Katakomben waren mit das Beste, was es zu der Zeit in NRW überhaupt gab. Da haste keine Kippe mehr anbekommen, so heiß & ohne Sauerstoff war das drin. GENIAL!!!

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  29. > Großes Thema sind auch die ganzen Feste in der Provinz….

    WIE BITTE WAS?!?!??!!??!

    Ich dachte, das wär ein Thema NUR der Provinz!

    1993 musste man sich bei nem Tanith-Booking (sic!) noch keine Sorgen um Mitbewerber machen, wer auf Techno stand, kam da hin und basta.

    Wenn man 2012 solide Acts Acts bucht und nebenan das Dorffest mit Zelt und Ochs am Spiess gefeiert wird, wirds aber gefährlich.

    Erst vorletzte Woche hat ein Veranstalter bei uns Super Flu gebracht und massiv unterm “Viehscheid” gelitten: Einem Almabtrieb mit Traktorspielen und anschliessender Gaudi im Festzelt mit Live-Blaskapelle etc. – sehr viele seiner Kunden, die normalerweise kommen, waren dort. Nur wenige sind danach in Lederhosen noch nachgekommen.

    Hier hat man sich mittlerweile dran gewöhnt, dass die Feierjugend (von “Szene” will ich da nimmer sprechen) völlig schamfrei zwischen Szene-Events und Rustikalfeierei hin- und herspaziert.

    Aber ich hätte NIE erwartet, dass solche Tendenzen auch in Grossstädten zu spüren sind!

    Kann das noch jemand bestätigen? Ist das Andernorts auch so? Gibts tatsächlich auch in Metropolregionen diesen Trend zum Rustikalen?

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  30. “Man könnte mit diesen Teilen plus den passenden Subwoofern locker dauerhaft und ohne Verzerrungen Pegel von um die 140 dB im Club haben.”

    aha na dann mal viel spass

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  31. @Gianni

    Ich habe mittlerweile Club und Barbesitzer im südhessischen , die mir dringend davon abraten Events auf Kerbwochenenden zu setzen bzw. ich bekomme den Termin dann einfach nicht das was zu veranstalten. So was hätte es vor rund 10 Jahren noch nicht gegeben. Ausgehen ist auch teuer geworden. Und große Namen von damals ziehen auch kaum noch. Die meisten in meinem Alter bleiben einfach zuhause. Auch wenn ich jetzt hier ein interessantes Eventprojekt am Laufen habe, so sehe ich mich trotzdem 1-2 Jahren doch in einer Großstadt außerhalb von Hessen und sämtlichen Provinzstädten….nach wie vor schwanke ich was Deutschland betrifft noch zwischen Berlin und Köln. aber ich kann mir durchaus auch ein Leben im Ausland vorstellen. Wenn man etwas in den angrenzenden Ländern reist, bekommt man schnell mit das anderswo noch mächtig die Post abgeht. Was meinen Bekanntenkreis betrifft , haben sich einige komplett von elektronischer Musik zurückgezogen, sind u.a. in den Soul/Funk Bereich oder in den Rockbereich gewechselt. Darunter sogar jemand der lange im Omen gearbeitet hat. Für mich ist elektronische Musik nach wie vor ein Lifestyle den ich nicht aufgeben möchte , Auch ne politische Haltung den ganzen Scheiß den uns Medien und Politik vorsetzen nicht mitzumachen. Auch wenn die Gema kommen sollte geht es halt wieder in den Keller oder den Wald. ;-)

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  32. @FFM

    Die Leute aus´em Pott fahren heute noch ins Fusion. Und warum? Nicht nur, weil sie es können. Sondern es auch die passenden Events und Acts an die Frau / an den Mann bringen.

    DANN kommen die Feiertouristen von ganz alleine. So schaut das nämlich aus.

    Merkt man aber selber, wa? ;)

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  33. Ich habe diese Cocoon Sachen, egal ob Club oder Label nie so ernst genommen. Ich fand einige Tracks ganz ok, war aber nie das grosse Ding zum abfeiern. Der Club sollte und wollte halt was besseres sein. Aber selbst die Parties auf Ibiza fand ich nie besonders spannend. Und Sven Väth ist halt einer, der schon in seiner Trackauswahl auf nummer sicher geht, obwohl ich grossen Respekt vor ihm habe.

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  34. Pingback: Jetzt schon? – Der Cocoon-Club und die Insolvenz | Joinmusic

  35. na ja ist das berghain nicht auch ständig kurz vor der pleite ? ich denke der laden wird fortgeführt, halt ne spur kleiner, gabs hier in münchen fürs pacha auch mal, seitdem es kleiner ist läufts auch. man sollte wirklich keine apfel mit birnen vergleichen, analyse eher schlecht und zeugt von viel unkenntnis, sorry. Ich denke die klassische BWL hat eher versagt, für 1500 Leute hätte das Niveau eher noch gesenkt werden müssen, dass es nicht weiter abgerutscht ist, zeugt eher von ner gewissen haltung. BTW Geschmack liegt immer im Auge des Betrachters ;)

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  36. Absolut richtig erkannt. Als ich das erste mal im Cocoon war dachte ich mir schon: “Das ganze hat nix mit dem Omen oder mit Techno an sich gemeinsam und wer hat diese bescheuerte 3m hohe Dj Kanzel kreiert, die eine Anonymität noch steigert?” Die Technokultur ist eben keine Schickeria. Ich kam mir wie in einer sterilen, zu groß geratenen Zukunfts-Umgebung vor.
    Teilweise hatte das ganze eher was von Massenabfertigung. Tür auf, Masse rein oben feiern die DJ’s mit ein paar erlesenen Gästen in der Kanzel unten das Volk, das blöde hinaufstarrt? Ne danke. Daher: Die Schließung dieser fehlkonzeptionierten Zukunftswelt, die wohl laut Internet Ende November vollzogen wird, werde ich bestimmt nicht bedauern und gehe als Frankfurter in den leider einzigen, ernstzunehmenden Techno-House-Club (Robert Johnson) :-D

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  37. @Gianni

    ich war am tag des eurovision song contests im mai diesen jahres zum auflegen in darmstadt unten… selbst so ein “soziales event” hält leute auf der couch, die normalerweise auf ‘ner dubstep-party auflaufen würden… traurig, aber wahr. da spricht ja am nächsten tag ganz deutschland drüber und man muss ja mitreden können.

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  38. Ich hab gerade den neuen MIx von der Coocon Ibiza Saison 2012 vom Väth im Autoplayer und musste schmunzeln, dass die Groove die erste CD als Techno, der besser in dunklen Clubs funtioniert erklärt…soll das heute echt harter Underground Knüppel Techno sein??? Für mich klingt das mehr nach Chill-Out, wenn ich an so an die 90er denke. Ich find die heutigen Technosachen ja echt nicht schlecht, aber das klingt alles so locker, so, ich kann das gar nicht beschreiben. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, darauf voll abzugehen, deswegen steh ich wohl heute einfach mehr aus Bassmusik…

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