Facebook killed the Flyerstar

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Wie hat man eigentlich vor Facebook seine Parties promotet? Richtig, man rannte durch die gesamte Stadt und plakatierte alles voll um am Ende der Runde schon drei neue Schichten Überklebungen vorzufinden und eben Flyer. Die Kleinvariante des Plakats fand man in unermesslicher Menge überall, von Bars bis Clubs, von Boutiquen bis Plattenläden. DTP war noch im Erwachsenwerden und die Menge an Material, schließlich mußten für zig Clubs pro Wochenende mindestens 2 Entwürfe gemacht werden, ließ dann auch im Nachhinein die Qualität ganz schön leiden.
Im Moment bahnt sich sowas wie ein Revival des Flyers an, nicht im Sinne der Verteilung, aber sonderbar ist das schon, das gleich zwei Quellen die Designverbrechen der 90er wieder aufleben lassen. Einmal wäre da der Flickrstream vom Kraftfuttermischwerk Ronny und zum anderen die Flyersammlung vom dmurygin Blog.
Beim Durchklicken finden sich immer wieder interessante temporäre Locations es schon lange nicht mehr gibt, an die auch die Erinnerung mittlerweile verblasst und zum anderen diese vielen DJ Namen von denen man auch nie wieder etwas hörte

Kommentare (18) Schreibe einen Kommentar

  1. die frage, die mich interessiert: wann hat von euch jemand das letzte mal irgendwo (und wo genau?) einen flyer mitgenommen oder sich durch die flyerberge gewühlt, um sich auf diese weise über kommende events zu informieren?
    wo informiert man sich denn heute über lohnenswerte partys? um in den “genuss” der fb-werbung zu kommen, muss man doch zuersteinmal in den richtigen gruppen sein oder aber bestimmte freunde haben.
    also wo gibt es die infos?

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  2. Ansich eine tolle Sache altes aufleben zu lassen. Du hast vergessen, dass viele Party-Flyer eben auch als Sammlung in Magazinen zu finden sind.
    So war das seinerzeit vor ca. 18 Jahren auch bei uns: Partysan. Die Idee dahinter, die Flut von Flyern aufzufangen und in einem mag zu Bündeln. Damals überwiegte der Abdruck solcher Werbung, im Gegenzug heute überwiegt der Content, also der geschriebene informations-Wahnsinn:) – in den Zeitschriften dieser Welt.

    Damals lagen die clubstätten voll mit Werbemitteln, sprich Flyer. Und beliebt waren diese Dinger in all möglichen Formem ohnehin.
    Das Drucken von Flyern und Plakaten war damals der Wahnsinn, ich glaube 300 Mark musste man damals noch hinlegen für 5000 Stück, heute sind das gerade mal 30 Euro. Aufgrund unser Digitalisierung und einer zunehmenden vernetzten Welt stehen diese mittel in gedruckten Formen nicht zwingend im Vordergrund, was nicht weiter schlimm ist…dafür gibts ja jetzt digitale Flyer mehr denn je…

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  3. Ich habe den Eindruck, dass man mittlerweile mehr das gesamte Monatsprogramm druckt und nur noch wenige klassische Flyer und Wilde Plakatiererei zu “nur” einem bestimmt “Event” entdeckt. In Anbetracht der Tatsache, dass viele Laptop-Kinder als DJs am Start sind und die Musik vermutlich weniger für “teures” Geld bei Beatport, iTunes oder wo auch immer erworben wurde eigentlich schade, dass man nicht mal für die Promo der Party noch ein paar € selber in die Hand nimmt und mit Facebookevents in die Beliebigkeit abdriftet. Ein Flyer-Revival hab ich hier in Ffm (noch) nicht festellen können.

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  4. Man findet nur noch selten welche…meistens noch in der Location die du oft besuchst, Hinweise in Kulturmagazinen,Partysan oder Szenenewsletter.Ganz früher lagen ja immer welche im Plattenladen oder da wo Menschen Musik kaufen.Die Flyer-Art ist ein kreativer und wie ich finde schöner Teil der Culture :)sollte wieder aufleben…auch wenn es viel Müll macht :)

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  5. mal so aus der sicht des langjährigen plattendealers gesehen ist das interesse an der mitnahme von flyern schon seit geraumer zeit kaum ncoh vorhanden.
    von 50 stück einer veranstaltung landen zu ladenschluss am veranstaltungstag geschätzte 44 im altpapier, selbst wenn die ein paar wochen dort liegen und auch dann, wenn um grössere acts / events geht. es gibt ein paar sammler, die aus dokumentationsgründen gleich 2-3 kopien mitnehmen, ein paar touristen und der rest schaut kaum noch drauf.

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  6. Same here: Flyer drucken is vorbei. Die Veranstalter mit älterer Zielgruppe (Elektronische Kisten, Goa/Psy, Retro-Disco- oder Retro-Techno/Trance-Sachen) drucken noch Plakate für Outdoor.

    Flyer seh ich praktisch nur noch für Veranstatungen fürs junge Publikum: Charts/Top40-Kisten ab 16 Jahren.

    Zum Jahreswechsel hatten wir uns ein Monatsprogramm auf lackierten 500g-Karton mit abgerundeten Ecken und auf der Vorderseite nur dem Slogan “Toleranz, Respekt, Liebe & ein tolles neues Jahr” etc gegönnt – >50% Papiermüll bei uns, >30% Papiermüll an den Verteilstellen, der Rest wurde an Nylonschnüren aufgereiht und ein paar Abende lang als schicke Deko im Eingangsbereich aufgehängt. Mitgenommen wurde weder bei uns, noch an den Verteilstellen wirklich…

    Schade eigentlich. Zeit- und teilweise gabs echte Kunst. Vergängliche Facebookbanner dagegen sind Konsum- und Verschleissmaterial, dass nach der Veranstaltung in der Versenkung verschwindet…

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  7. Warum sollte die Veranstaltung nicht in der Versenkung verschwinden? Jedes WE ist neue Party. Da brauche ich mir nichts zu merken.

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  8. Seit über 20 Jahren kommt jedes Wochenende ne neue Party. Und trotzdem – oder gerade deswegen – erinner ich mich alle paar Jahre mal beim Durchstöbern der Kartons mit den alten Flyern gern wieder an schöne Momente in der Vergangenheit. Man schaut sich ja auch alte Fotos an. Mit dem Unterschied, dass man Fotos noch aufmerksam und aktiv archiviert, die kleinen Bilders vom Facebook-Eventeintrag dagegen tendenziell nicht…

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  9. Hindert doch keinen daran, die virtuellen flyer ebenso zu archivieren. Einige Bekannte von mir drucken die sich auch aus, umse im Zimmer aufzuhängen – so wie man das halt früher gemacht hat…

    Abgesehen davon hat Tanith ja woanders mehrfach erwähnt, dass print tot ist. Und dazu zähle ich flyer auch.
    So wie´s jetzt ist, isses auf jeden Fall ressourcenschonender.

    Und das Geld, was man als Veranstalter damit spart, wiegt mitnichten die Mehrkosten auf, was Clubmiete, Gema, Gagen und und und betreffen. Promotion war und ist da nach wie vor noch der kleinste Posten. Egal, in welcher Form das passiert.

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  10. > Hindert doch keinen daran, die virtuellen flyer ebenso zu archivieren.

    Natürlich. Aber die Ästhetik eines gestanzten Flyers auf kaschiertem oder lackierten Papier oder Braille-Infos kriegste damit halt auch nicht hin. Auch die Gestaltung an sich ist doch wesentlich mehr auf effektive Promo hin getrimmt – abgesehen jetzt von zB einigen Goa/Psy-Veranstaltern, die der künstlerischen Gestaltung einen hohen Stellenwert geben.
    Wobei man zugegebenermassen auch sagen muss, dass früher auch Promotion war und ist da nach wie vor noch der kleinste Posten.

    Tatsächlich? Also irgendwie ist das weder bei unseren Fremdveranstaltern so, noch bei den mir bekannten Veranstaltern in Berlin, egal ob im MikZ, Tresor o.ä. – sobald ein dicker Act gebucht ist, werden Anzeigen geschalten, Plakate gedruckt und von Plakatierdiensten verteilt/montiert (das ist hier in der Provinz dramatisch teurer als zB in Berlin) und Facebook-Einladungen gekauft…

    Der kleinste Posten sind bei unseren Fremdveranstaltern in Österreich je nach Besucherzahl und Eintrittspreis Vergnügungsteuer, Kriegsopferabgabe oder AKM (das Pendant zur Gema. Nur deutlich realistischer und heftig günstiger). In der Landeshauptstadt bezahlt man zwischen 1.70 und 11.20 Euro für die Genehmigung eines einzelnen Plakats aufm Dreieckständer direkt an der Hauptstrasse.

    Bei unseren Fremdveranstaltern in Deutschland isses meistens zwar etwas günstiger, dafür sind die Plakatierdienste deutlich teurer, 1.50-3 Euro pro Plakat sind üblich. 300 Plakate in 30-40km Umkreis sind für einen Technoheadliner nötig…

    Für unsre Veranstaltungen seinerzeit in der Maria etc waren die Promokosten auch nicht von schlechten Eltern: Plakatierung, Weloveberlin.com & der Silvio (weiter oben im Thread) waren da der größte Posten, Facebook hat 2007 noch nicht so die Rolle gespielt… Eher noch die RR…

    Nur die reinen Druckkosten sind im Vergleich zu den Neunzigern Jahren geradezu lächerlich geworden. Promotion ist und war aber immer ein wichtiger Posten, wenn man was Dickeres zu bewerben hat.

    Übrigens erwarte ich, dass Facebook früher oder später die Promotion auch monetarisiert. Im Moment bauen die sich ein de-facto-Monopol für die digitale Veranstaltungsbewerbung auf. So eine Machtposition wird immer irgendwann genutzt. Wenn wir alle davon abhängig sind, werden die irgendwann Geld wollen. Garantiert.

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  11. DA HATS WAS VERSCHLUCKT:

    > Hindert doch keinen daran, die virtuellen flyer ebenso zu archivieren.

    Natürlich. Aber die Ästhetik eines gestanzten Flyers auf kaschiertem oder lackierten Papier oder Braille-Infos kriegste damit halt auch nicht hin. Auch die Gestaltung an sich ist doch wesentlich mehr auf effektive Promo hin getrimmt – abgesehen jetzt von zB einigen Goa/Psy-Veranstaltern, die der künstlerischen Gestaltung einen hohen Stellenwert geben.
    Wobei man zugegebenermassen auch sagen muss, dass früher auch nur die wenigsten Flyer anspruchsvoll waren.

    > Promotion war und ist da nach wie vor noch der kleinste Posten.

    Tatsächlich? Also irgendwie ist das weder bei unseren Fremdveranstaltern so, noch bei den mir bekannten Veranstaltern in Berlin, egal ob im MikZ, Tresor o.ä. – sobald ein dicker Act gebucht ist, werden Anzeigen geschalten, Plakate gedruckt und von Plakatierdiensten verteilt/montiert (das ist hier in der Provinz dramatisch teurer als zB in Berlin) und Facebook-Einladungen gekauft…

    Der kleinste Posten sind bei unseren Fremdveranstaltern in Österreich je nach Besucherzahl und Eintrittspreis Vergnügungsteuer, Kriegsopferabgabe oder AKM (das Pendant zur Gema. Nur deutlich realistischer und heftig günstiger). In der Landeshauptstadt bezahlt man zwischen 1.70 und 11.20 Euro für die Genehmigung eines einzelnen Plakats aufm Dreieckständer direkt an der Hauptstrasse.

    Bei unseren Fremdveranstaltern in Deutschland isses meistens zwar etwas günstiger, dafür sind die Plakatierdienste deutlich teurer, 1.50-3 Euro pro Plakat sind üblich. 300 Plakate in 30-40km Umkreis sind für einen Technoheadliner nötig…

    Für unsre Veranstaltungen seinerzeit in der Maria etc waren die Promokosten auch nicht von schlechten Eltern: Plakatierung, Weloveberlin.com & der Silvio (weiter oben im Thread) waren da der größte Posten, Facebook hat 2007 noch nicht so die Rolle gespielt… Eher noch die RR…

    Nur die reinen Druckkosten sind im Vergleich zu den Neunzigern Jahren geradezu lächerlich geworden. Promotion ist und war aber immer ein wichtiger Posten, wenn man was Dickeres zu bewerben hat.

    Übrigens erwarte ich, dass Facebook früher oder später die Promotion auch monetarisiert. Im Moment bauen die sich ein de-facto-Monopol für die digitale Veranstaltungsbewerbung auf. So eine Machtposition wird immer irgendwann genutzt. Wenn wir alle davon abhängig sind, werden die irgendwann Geld wollen. Garantiert.

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  12. Wie das in Österreich läuft, da kann ich nich mitreden. Ebenso wenig wie bei größeren VA (in Schland). Was ich meinte, ist die Durchschnittparty, die heutzutage jeder “Trottel” machen kann. Das Teuerste sind daran die Gagen und Flüge für den headliner, die Clubmitete und die Gema. Für ne mittelgroße party machen wir hier statt flyer höchstens paar Plakate und dafür wird die Summe selten dreistellig.
    Ist wohl einfach eine Frage der Dimension.

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  13. da gabs ne zeit da hat das office von paul van dyk’s label vandit doch gar info BRIEFE verschickt mit nem din a4 letter mit den aktuellen veröffentlichungen und den aktuellen party flyern der vandit veranstaltungen.. :-)

    och so sammel ich immer noch manchmal flyer…

    oder schau im netz nach alten plakaten die mittlerweile richtig geld kosten :-)

    die virtuelle “flyer” flut bei facebook sieht sicher genauso grausam aus wie bei myspace damals wo alles nur geblitzt und geblinkt hat und man dachte man is eher auf ner pornoseite als nem social network… aber kein plan mein werbe killer lässt sogar die “Like” buttons von facebook ausm browser verschwinden :-)

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  14. Kennt jemand hier gute Informationsquellen zum Thema “Flyer” Werbung auf Facebook ?

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