Review: Simon Reynolds – Rip It Up And Start Again

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Simon Reynolds ist ja schon spätestens durch sein Buch Energy Flash: a Journey Through Rave Music and Dance Culture  und sein informatives Blissblog hinlänglich bekannt. Nun hat er sich, unter dem Titel Rip It Up And Start Againdie musikalisch interessante Postpunkphase von 1978 – 1984 vorgenommen und dabei gibt’s ein feudiges Wiederlesen der Geschichten und Schicksale von so legendären Bands wie Wire, Gang Of Four, PIL, Joy Division, Throbbing Gristle, Tuxedomonn, Siouxie and the Banshees und derlei mehr. Dabei wird der Bogen von Johnny Lydon’s Aussteigerprojekt nach den Sex Pistols, Public Image Limited (PIL), bis zum letzten Aufbäumen der versiegenden Kräfte von Postpunk, der Zeit von Frankie Goes To Hollywood, Trevor Horn und ZTT. Wobei man diskutieren könnte, ob man diese Phase tatsächlich noch zu Postpunkt zählen darf oder ob die Terminierung nicht schon früher anzusetzen wäre.
Das Hauptaugenmerk liegt natürlich und berechtigterweise auf den englischen Schauplätzen und Protagonisten, lediglich DAF, Einstürzende Neubauten und X-Mal Deutschland finden z.B von den hiesigen Beiträgen Eingang. Aus dem amerikanischen Raum finden sich inbesondere mit New York’s No Wave- Ära, Blondie und den Talking Heads die Einflüsse und Verbindungen aus dieser Zeit wieder. Des weiteren wird auch noch ein Blick auf die Geschichte von SST Records und amerikanischen Hardcore Punk aus der Los Angeles Ecke geworfen und Ohio’s Szene um Pere Ubu und Devo ausfühlich dokumentiert.
Wer die Gnade der frühen Geburt und die damalige Zeit Sounds und Spex lesend miterlebt hatte, der wird hier wenig Neues finden, was den Lesespaß aber kleinesfalls verringert. Für Unbeleckte von und/oder Interessenten an dem Thema ein spannend und weitreichend behandelnder Einstieg, bei dem man Reynolds das Kompliment machen muß das er sich trotz der Komplexität des Sujets doch auf eine logische und ausreichende Auswahl von Geschichten, Schicksalen und Verbindungen aufzeigt, ohne an den falschen Ecken zu sparen, so das man sich am Ende über so unterschiedlichen Ansätzen wie Orange Juice und Cabaret Voltaire informiert weiß. Von dort aus kann man dann z.b. mit Cabaret Voltaire: The Art of the Sixth Sense, Wire: Everybody Loves a History[/url] (beide soweit noch erhältlich) oder Touching from a Distance: Ian Curtis and Joy Division, welches ja gerade erst verfilmt wurde, weiter in die Tiefe gehen.
Mich hat das Buch jedenfalls so einige Platten wiederhören lassen und wer sich für die Materie interessiert findet hier mit Sicherheit Anknüpfungspunkte und Impulse um Wissen und Hörgenüsse zu erweitern.

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