Thema der Woche 217: Westbam steigt bei MAYDAY aus

Letzte Woche überraschte Westbam mit seiner Meldung, das er fortan der Mayday den Rücken kehren würde, kurz darauf konterte Nick Schär vom Veranstalter i-Motion, ironischerweise ausgerechnet in der Zeitung Der Westen, das dieser gar nicht gebucht worden wäre, weil zu unrelevant, Starallüren und teuer. Mir steht jetzt gar nicht an zu mutmaßen welche Story die richtigere ist, dazu ist meine Wissenslage viel zu beschränkt und speist sich lediglich aus den Quellen, die allen anderen auch zugänglich sind, außer vielleicht den i-Motion Mitarbeitern auf Facebook. Der Inbegriff von Kommerz, Kirmestechno, Ausverkauf von Techno der 90er beklagt also Kommerz und Ausverkauf von Techno 2014.
Was mich aber schmunzeln ließ war, wie er alle Hebel in Bewegung setzte und jeder noch so kleinen Technogazette ein Exklusivinterview gab, in dem er nochmal seine Standpunkte aufzählte. Diese erinnerten mich frapant an meinen Maydayausstieg vor fast 20 Jahren, denn die Argumente lesen sich zum Teil fast wie abgeschrieben, zum Vergleich hier die Westbam Note und hier nochmal Auszüge meines Statements in der Groove damals:

Die Entscheidung nicht mehr an der MAYDAY teilzunehmen fiel im Grunde schon vor der letzten MAYDAY in Dortmund, wurde dort aber noch verstärkt,als ich nämlich noch nicht mal meine eigenen T-Shirts verkaufen durfte. Wenn man auf den Plakaten als MAYDAY-DJ angekündigt wird, hat man schon ein wenig das Gefühl hinter der Veranstaltung stehen zu müssen. Wenn einem aber noch nicht mal die Interviewtermine ausgerichtet werden, fühlt man sich, gelinde gesagt, verarscht. Gerade wenn man im gleichen Raum wie z.B. Marc Oh auflegt …

und da doch einige erklärende Worte nötig gewesen wären.??Spätestens da waren meine Befürchtungen zur Gewissheit geworden, das ich lediglich als Undergroundalibidepp der Maydayquadriga herhalten soll. Hinzu kam noch das ich meinen Vertrag erst eine Woche vor der Veranstaltung bekam plus Beipackzettel in dem stand, das ich mit der Unterschrift genehmige das mein vom TV aufgezeichnetes Set im nachhinein mit anderer Musik untermalt werden kann und an Drittnutzer zur kommerziellen Weiterverwertung abgegeben werden kann,also Tanith wie er zu “Somewhere over the Rainbow “ abfegt, in der Werbung für irgendwelche Bausparverträge oder wat?!?Soweit darf`s dann doch nicht gehen.
Insgesamt hatte ich bei den letzten MAYDAYs das ungute Gefühl das alle Artists lediglich als Vehikel brenutzt wurden den Low Spirit Stern noch heller scheinen zu lassen, sämtliche Low Spirit Artists mit ausgiebigen Features und Interviews in VIVA, der Rest wird mit drei Allerweltsfragen abgespeist. In dieses Bild passt auch meine Auftrittszeit, exakt zu dem Zeitpunkt als VIVA mit seiner Übertragung aufhörte, und das als MAYDAY DJ!
Vor meinem Auftritt hatte ich dann Zeit zur Genüge mir das groß angekündigte Motto “Reformation“ anzuhören, aber außer der Ankündigung war nix im Sinne einer Reformation zu bemerken, same Procedure as last Year. Das Motto der kommenden MAYDAY erscheint mir noch abstruser,“The Great Coalition“, zu deutsch die große Koalition?ist ja eigentlich ein Begriff aus der Politik und wie Wahlversprechen erscheinen mir die Mottos der letzten und der kommenden Mayday, Wahlversprechen werden bekanntlich Makulatur. Das war der Grund warum ich in Dortmund den Prolog zu “Haus der Lüge“ der Einstürzenden Neubauten als Intro zu meinem Set und gleichzeitig als Abschiedsstatement auswählte, er trifft meine Einstellung zu dem ganzen sehr genau.?…?

Was mir noch übel aufstiess war der hochgelobte zweite Floor, der mir vorkam wie das “Undergroundghetto “(Ich weiss das das Worte sind die böse klingen, aber so hab ich’s empfunden) all die Leute die seit Jahren so viel für den Techno getan haben und dafür gesorgt haben das er sowohl musikalisch wie auch geistig ein gesundes Fundament hat, Leute wie Carl Cox, Trevor Rockliffe, Hell, Jeff Mills, Laurent Garnier usw. sind plötzlich auf dem kleinen Floor, während sich das Chartprogramm in der großen Halle abfeiert, das ist eine gefährliche Tendenz, mit der sich kurzfristig viel verdienen lässt, auf lange Sicht aber alles was man in Jahren Arbeit aufgebaut hat vernichtet.?….?Sätze wie “Underground ist heute Overground und Overground ist Underground“ sind nicht mehr lustig wenn sie dazu dienen eine gute Idee zu filettiern und in mundgerechten Happen denen zuzuführen…

?…der zweite Floor ist da auch ein stilles wenn auch inkonsequentes Ja zu folgender Betrachtung: Das Maydaykonzept stammt aus der Zeit als Techno der aufregendste und innovativste Sektor Musik war, den es zu dem Zeitpunkt gab, das ist seit geraumer Zeit nicht mehr so. Als House aufholte war’s noch O.k.,da es zu den diversen Technospielarten kompatibel war, da spielte man halt House zu Beginn und Ende der Veranstaltung oder machte noch einen extra Housefloor auf. 95 sieht’s allerdings n’bisschen anders aus, da gibt’s auch noch Jungle ,Trip Hop , New Electronics usw, usw, die sind aber nicht unbedingt technokompatibel, also funktionieren nicht zusammen auf einem Floor und schon gar nicht bei so einem Riesenevent wie MAYDAY,wo’s halt Techno sein soll…

Sehn’se Herr Lenz, so sieht das von der anderen Seite aus. Die Alibirolle, die Musikpolitik, die Mottos, ich sehe da gewisse Parallelen nur eben fast 20 Jahre früher und soviel hat sich da unter i-Motion nun auch nicht geändert, wenn ich das aus meinem Blick von vor 2 Jahren dort beurteilen darf. Man kann nun wirklich nicht behaupten das unter der Ägide von Low Spirt bis vor ein paar Jahren so viel anders gewesen wäre als es jetzt ist. Vielleicht ist es doch nur gekränkte Eitelkeit die sich hinter dem Vorwurf des mangelnden Respekts verbirgt, was ich durchaus verstehen könnte, das ist nunmal branchenüblich. Nur muß man auch erwähnen das die sogenannten Hymnen seit geraumer Zeit wirklich allesamt gefloppt sind, das man sich als Veranstalter dann nach Alternativen zumindest umschaut finde ich wiederum nur verständlich. Das sollte man beachten wenn man den Laden verkauft, die Erfahrung mußte Motte mit seiner Loveparade ja auch machen, so schließen sich die Karmakeise.
In Sachen Musikpolitik wollen wir mal die Kirche im Dorf lassen, das bei Mayday unter Low Spirit, also Max, Zitat: “das Neueste von „House und Techno“ an einem Abend aufeinander prallen” ist ja nun auch schon ein Weilchen, also so ca. 20 Jahre, her und war ja genau einer der Gründe meines Weggangs damals.
Das Westbam sich über die Mottos der Mayday unter i-Motion echauffiert ist in etwa so, als ob sich Motte über die Redekünste von Lübke mokiert.
Da fragt man sich nun unweigerlich, wieso nun also so ein Statement in diesem Kontext? Zumal mir da auch bei allen Interviews ein gewisser Laarmann Duktus durchscheint, der ja auch auf seiner Facebookseite als einer seiner Booker angegeben wird.
Ist es der Versuch sich freizustrampeln von über 20 Jahren Kommerzballast? Wenn ja warum? So richtig glaubwürdig kommt das bei mir nicht an.
Dann müßte er liefern, das war aber zuletzt ein Popalbum beim Major mit gekauften Vocals a la Daft Punk.
Das Verschwinden von der Ravefläche (auch beim Kaisers Rave in Tempelhof ist er meines Wissens dieses Jahr nicht mehr dabei) will man wohl mit dem eiligst aus dem Boden gestampften Projekt Übersound abfedern. Eiligst vermute ich mal, weil anscheinend nicht mal die Zeit blieb zu googeln, ob der Begriff anderweitig schon vergeben ist oder gar bereits Markenrechte existieren. Was einen da musikalisch erwarten soll wird nicht näher spezifiziert, aber wenn es das ist was ich von seinen Sets in letzter Zeit mal durchskippen durfte, würde ich mich mit SFX mal nicht so sehr aus dem Fenster lehnen, das klang schon sehr kompatibel zu dem ganzen EDM Gedöhns, vielleicht eine Spur softer als der übliche EDM, aber da wäre er m.E. eher aufgehoben als im aktuellen heutigen Geschehen was Techno betrifft.
Bleed schreibt in der Welt das der Ausstieg überfällig war (ich erkläre Über jetzt schon zur Unpräposition des Jahres), wenn man’s jedoch erst merkt wenn man quasi rausgemobbt wird, ist es eigentlich schon viel zu spät.

Kommentare (97) Schreibe einen Kommentar

  1. “Mir steht jetzt gar nicht an zu mutmaßen welche Story die richtigere ist, dazu ist meine Wissenslage viel zu beschränkt und speist sich lediglich aus den Quellen, die allen anderen auch zugänglich sind, außer vielleicht den i-Motion Mitarbeitern auf Facebook. Der Inbegriff von Kommerz, Kirmestechno, Ausverkauf von Techno der 90er beklagt also Kommerz und Ausverkauf von Techno 2014.”

    Naja aber wenn man es genauer analysiert dann war i-Motions Mayday nichts anderes als eine 2te Nature One.
    Klar wie schon Schär im Westen erwähnt hatte waren auf WestBam’s Mayday viele Labelkollegen vertreten (was ja klar ist da Low Spirit es organisiert) aber dennoch hatte die Veranstaltung dadurch ja auch etwas eigenes, quasi eine Identität mit der die Mayday-Veteranen groß geworden sind und logisch das sie da den Maximillian verteidigen wollen.
    Ich habe die Mayday erst ab 1999 verfolgt im Fernsehen. Für mich war das neben der Loveparade-Übertragungen mein Einstieg in die elektronische Tanzmusik. Mir hat das jedenfalls sichtlich Spaß gemacht anzuschauen und ich fands klasse dass sie auf dem Mainfloor den Timetable abwechslungsreich gestaltet haben. Im Vergleich zu den Maydays Mitte der 90er (die ich mir erst vor ein paar Jahren auf YouTube mal komplett reingezogen habe) wos auf dem Mainfloor nur Happy Hardcore und Bonzai-Trance gespielt hatte wurde da einem nicht langweilig. Da spielte einer House, dann kam der nächste machte einen Live-Act, dann wieder Genrewechsel mit einem Techno-DJ, dann ein Trance-DJ und schließlich der WestBam. Mir fehlt das irgendwie heutzutage das das alles so querbeat durchgeht. Aber vielleicht bin ich da auch in der Minderheit. Gerade auf den Indoor-Raves und Outdoor-Festivals hatte sich das leider dann so etabliert, dass jedes Genre in verschiedene Floors getrennt wurde. Urban Art Forms 2008 war leider das letzte Event was solch ein Risiko einging in Puncto Timetable.

    “Was mich aber schmunzeln ließ war, wie er alle Hebel in Bewegung setzte und jeder noch so kleinen Technogazette ein Exklusivinterview gab, in dem er nochmal seine Standpunkte aufzählte. Diese erinnerten mich frapant an meinen Maydayausstieg vor fast 20 Jahren, denn die Argumente lesen sich zum Teil fast wie abgeschrieben, zum Vergleich hier die Westbam Note und hier nochmal Auszüge meines Statements in der Groove damals:”

    Genau an das musste ich mich auch zurückerinnern als ich sein Statement gelesen hatte. Vielleicht solltest du damit medial auch in die Öffentlichkeit gehen dann wird sich der Technopapst genauso schnell von der Technoszene zurückziehen wie Shia LeBeuf von der Filmindustrie. Die Gemeinsamkeiten sind da schon erstaunlich. :-D

    “Nur muß man auch erwähnen das die sogenannten Hymnen seit geraumer Zeit wirklich allesamt gefloppt sind, das man sich als Veranstalter dann nach Alternativen zumindest umschaut finde ich wiederum nur verständlich.”

    Die qualitativ besten Mayday-Hymnen aus der Low Spirit-Zeit waren aber tatsächlich die schlechtverkauftesten. “Culture Flash” und “Prototypes” sind finde ich das beste was Jankuhn/Lenz je zusammen fabriziert haben.
    “Sonic Empire” ist einfach passiert. In Retrospektive kann man da wirklich nicht ganz nachvollziehen wie es urplötzlich die Nr. 1 der deutschen Charts geworden ist wenn man bedenkt, dass die Großraves da schon im sterben lagen.
    Das Majorlabels da dann natürlich immer weiter einen Druck ausüben um den Erfolg nochmal zu wiederholen ist ja klar. Und das gerade die Nature One-Macher ihnen vorgeben wollen wie man ein Hit auszusehen hat ist sowieso lustig. Das ist einer der wenigen Punkte in dem ich den Lenz recht gebe. Denn die Nature One-Hymnen waren schon immer Grütze.

    “Das Westbam sich über die Mottos der Mayday unter i-Motion echauffiert ist in etwa so, als ob sich Motte über die Redekünste von Lübke mokiert.”
    Ja Raving Society und The Great Coalition gehören wohl auch zu den peinlichsten Mottos die es je zu einem Rave gab. Da sind wohl ihnen die Drogen über Kopf gestiegen. Aber im Vergleich zu iMotion’s Made In Germany … woooow also wenn das kein Epic Fail ist.

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  2. Immerhin hat der gute Mann einen Ruf wie Donnerhall. Welche Person wurde auf dieser Seite in Artikeln und Kommentaren öfter thematisiert? Da fällt mir ehrlich gesagt niemand ein.

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  3. Ich frage mich generell, warum überhaupt irgendwelche Techno DJs aus den 90ern auftreten müssen. Da habe ich lieber etablierte DJs aus der Neuzeit, die unverkrampft an die Sache ran gehen statt ständig darauf rumzureiten, wie toll doch du Loveparade 94 war, obwohl längst kaum jemand aus der Generation noch feiern geht.

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  4. nur so am rande @ fgghn. um eine intellektuelle transferleistung zu erbringen, bedarf es nicht nur intellekt sonder auch information. komplexe themen zu analysieren setzt langjaehrige kontinuierliche arbeit an der grenze der ueberforderung vorraus. das einige von “DIE 90er DJ” ueberwiegend noch dabei sind, liegt u.a. daran, das sie vorher schon aktiv waren. r.i.p. die anderen

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    • Wow, wer hätte gedacht, dass die Altherrengarde schon vorher aktiv war. Hast du noch weitere solcher interessanten Fakten? Eventuell einer der erklärt, warum man überhaupt die Silberhaar DJs für solche Events buchen sollte, wenn es doch unzählige junge, talentierte DJs gibt, die das Publikum wenigstens kennt?

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      • “…dann schockiert einen diese Nachricht vor allem deshalb: Es gibt den Mayday immer noch?” [Bleed@dieWelt]
        FCK RLY?

        @fgghn : mach doch (eeendlich) Dein eigenes Ding, Jugend von Heute :).
        Die größte Neuerung im Nachtleben der letzten 20 Jahre – ca. eintausend Wochenenden – ist doch das Rauchverbot! Und das ist nicht mal selbst gemacht.
        Solange ihr nix eigenes macht, wird es “altvordere” geben – fact.

        Erklär Du doch mal, was Dich ne Veranstaltungsreihe interessiert, die es schon soo lange gibt!

        Back to Topic:
        Letzten hab ich Bam in dieser Spiegelreportage gesehen, kam sehr selbstgefällig rüber. In der Stellungnahme zur Mayday – ich glaub schon, das war nicht leicht für ihn – naja, warum auch immer ;)

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  5. Name hat Westbam, Erfahrung hat Westbam, Support hat Westbam, für “Götterstraße” bekam er das Who is who der “Pop”musik. Und folgte daraus irgendeine nennens/umsatzwerte Auskopplung? Das Musikbusiness ist schon seltsam…

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  6. Also der beste Satz ist doch:

    “Diese Stellungnahme ist der Frust eines verkannten Selbstverwirklichers, der den Blick für die Realität und für Selbstreflektion verloren hat”, kontert Nik Schär.

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    • ich halte max nicht für so blöd. vielleicht macht er manchmal den eindruck (?). aber nein, ich halte ihn sogar für relativ realistisch. ich glaube nicht, dass er seine position betreffs der mayday so verkannt hat…
      ich glaube eher, dass er ein wenig mit dem arsch an der wand bzw. kurz vor dem abgrund steht und ihm diese situation bewusst ist. man kann als alternder dj entweder in würde den platz einnehmen, dem einem das publikum gibt oder wenigstens darum kämpfen.
      westbam kämpft, leider aber ohne würde. denn was er da von sich gibt, wirkt vollkommen hilflos und beschämt ihn selbst. es ist peinlich, weil er noch immer so tut, als wäre er unverzichtbar.
      er hat erlebt jetzt das, was viele andere vor ihm erleben mussten. damals war er der entscheider und ausverkäufer. heute hat sich seine realität des technos durchgesetzt. leider (für ihn) ist er nun nicht mehr dazu in der lage, mit ganz oben abzusahnen. dafür ist er zu alt, hat zu wenig charisma, zu wenig credebility und hat zuviele leute “gefickt”. er kann auch nichts mehr kompensieren. er hat keine macht mehr. er vergibt keine booking, hat keine mächtigen medienfreunde mehr. er hat keinen einfluss mehr. damit ist er das, was er eigentlich immer gewesen ist: mittelmaß, für das sich ohne macht und einfluss niemand interessiert.

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      • Das bringt es eigentlich auf den Punkt!

        Das Stück was vom Kuchen abfällt, ist auf Krümelgröße geschrumpft und jetzt beweint der Mann das eigens entfachte Feuer. Die Majors von heute kriegen das in LA und Co gar nicht mehr mit, Zitat: ‘Westwho!?’

        Als außenstehender, viel jüngerer Beobachter ist grade das absolut köstlich. Er kann ja mal einen Neustart wagen, ohne seinen alten Namen, dann sieht er mal was los ist.

        Wenn das Alles dann so betrachtet wird und noch die Infos und Einschätzungen der Leute hier, die ihn teilweise kennen, dabei berücksichtig werden, dann wirkt diese ganze Übersound Kampagnne und diese etwas peinlichen Soli-Seiten auf Facebook und was weiß ich was der mensch jetzt noch alles lostritt absolut wie beste Comedy, Reallife-Satire.

        Shit happens… Wenn er jetzt so smart wäre, dann hätte er das doch kommen sehen und Vorsorgunge etc getroffen, dann könnte er sich dieses -sorry- Gejammere sparen jetzt. Und wen außer die Leute, die eh schon seine Fans sind, soll das überhaupt ansprechen am Ende? Und warum macht er das jetzt, das muss doch eigentlich klar gewesen sein, dass es früher oder (in dem Fall) später zu sowas kommen MUSS?!

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  7. man kann über westbam denken wie man will-ist mir auch egal. aber das album götterstrasse fand ich für meinen teil nicht schlecht. gekaufte vocals hin oder her..

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  8. ich sag mal so, für mich klang es besser als vieles was er unter dem Label Techno gemacht hat, aber es war ein durchschaubares Ding um ihn zurück in die Erinnerung zu bringen und dann natürlich gleich Feuilleton. Die Methode, ein Album voller von Majors untereinander verschacherter Vocals, zu machen hat zum Zeitpunkt des Releases eher schon genervt, weil in seiner Taktik “neue Hörergruppen zu erschließen” also banal gesagt, der Majopr glaubt nicht daran das sein Artist es alleine stemmt, ist schon sehr durchsichtig.
    Im Hinblick auf Nick Schär’s Satz: Vielleicht hat er das mit Götterstraße ja wörtlich genommen und fühlte sich bereits im Olymp, da kann man Kritik natürlich nicht verknusern, weil unangemessen. Keine Ahnung ob das so hinhaut, jedenfalls ne schöne plausible Geschichte :D

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    • weisst du, wie oft sich diese album verkauft hat?
      es gab medienrummel, ja – aber verkaufszahlen?
      wer sollte sich denn eigentlich sowas kaufen und wofür?

      er ist der kirmeshannes, für den sich die heute 30-45 jährigen damals auf dem rummel (loveparade/kirmesraves) interessiert haben und was denen heute eher peinlich ist. leute, die in dieses technoding mehr bedeutung interpretiert haben oder es gar als ernsthaftes lebensgefühl für sich entdeckten, für die war er der ausverkäufer und schon zu technozeiten nicht interessant.
      wenn so jemand dann plötzlich einen auf “ernst” macht, wen interessiert sowas? oder liege ich jetzt vollkommen falsch? ;)

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      • nö. westbam selbst als dj war kein ausverkauf. mir ist das nicht peinlich, dass ich die sets abgefeiert habe. übrigens auch schon als schülerin auf einer berlinreise (waren da zufällig im metropol gelandet). auch die macht der nacht oder die gymnastic parties und “the cabinet of dr. weststein” wird man doch ohne scham gutheißen dürfen…

        aber die mayday mit ihren anthems und compilations, dem großen floor mit kirmestechno und riesenmedienbeteiligung war schon nicht mehr cool (marc oh, marusha usw). aber die loveparade nach der streckenänderung und die frontpage mit ihren camel-kooperationen, airraves usw. doch auch nicht ernsthaft.

        aber:
        so leute wie ilsa gold, GTO oder auch Masters of Work waren doch auch da.
        Es gab den kleineren floor (z.b. mit jeff mills) und den chillout. dass die bühne kleiner war, hatte ich nie als herabwürdigung verstanden. mangels masse wäre dieses programm aber doch nie möglich gewesen. auch nicht der forumfloor auf der “great coalition”, dessen line-up leider nicht mehr zu ermitteln ist. wären sie auf diesem kurs geblieben, wäre ich bestimmt weiter hingegangen.
        nur was ich nicht verstehen kann: wie kann man bei aller mayday kritik sowas wie die nature one gutheißen oder da auflegen? das ist doch eine noch viel schlimmere veranstaltung. immer wieder treffe ich leute, die mir den drogenhorror dort schildern.

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        • also ich war letztes Jahr auf der NO und fand es fast erschreckend wie wenig Drogenopfer da im Gegensatz zu früher zu sehen waren. Ging mir mit der Mayday vor 2 Jahren aber auch so, das Bild hat sich komplett verändert. Alleine aus diesen, sagen wir mal soziologischen Gründen, finde ich es von Zeit zu Zeit interessant auch auf solchen Veranstaltungen aufzulegen

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          • “aus soziologischen Gründen”… großartig. vielleicht sollte ich mal wieder eine hardstyle-party besuchen :)

    • Also ich weiß nicht was du da in der Götterstraße heraus hörst aber bis auf den Rebels Dub hör ich da keinen Techno heraus. Und als Progressive House/Trance wie es die Shops anpreißen auch nicht.

      Hast du dich seit deinem Mayday-Rücktritt wirklich so sehr von Low Spirit ferngehalten das du nix mehr mitbekommen hast was auf dem Label bzw. deren Sublabel Electric Kingdom abging? Ich finde zumindest, dass Jankuhn/Lenz Ende der 90er bis Anfang der 2000er schon mehr dem Techno bzw. seinen Vorfahren dem Elektro näher waren als jemals zuvor.
      “Hard Times”, “Terminator”, “New World Order”, “Hangin Out With The Machine Heads”, “Beatboxrocker”, “Agatha”, sogar dein Freund der Rok hat ja ne Platte released “Silky” hieß die wenn ich mich nicht irre. DJ ICON “Voco Me”, Klangkontakt “Tele Gym”, Lexy “Scream When You Burn”, die Mayday-Hymnen die ich weiter oben angesprochen habe, … etc.
      Und wem die A-Seite zu poppig war der konnte ja auf die B-Seiten umsteigen. Lexy & K-Paul’s “Let’s Play” im Autotune Remix und Rok’s Remix zu “Global Players” von Mr. X & Mr. Y nur mal als Beispiel zu nennen.

      Zu behaupten da wäre nur Grütze rausgekommen ist falsch. Natürlich ist das alles subjektiv zu bewerten. Aber deine Aussage Götterstraße ist dem Techno näher kann ich nicht nachvollziehen.

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      • Ich sagte nicht das Götterstraße dem Techno näher wäre, lediglich besser als das meiste was er m.E. am Techno gemacht hat. Ansonsten muß ich sagen das deine Beispiele, gerade was den internationalen Vergleich angeht, alle eher mittelmäßig daher kommen. Das ist für mich so eine Art Techno- oder Elektropop und daher eher nicht so meins. Wobei ich nichts gegen Pop ansich gesagt haben will, solange er sich nicht anbiedert, aber die Verbindung Techno und Pop ist nunmal sehr überraschungsfrei und daher für mich eher langweilig.
        Rok’s Releases kamen doch, bis auf eine Ausnahme, glaube ich, allesamt auf seinem eigenen Label oder auf Müller wenn mich nicht alles täuscht.

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        • Ich möcht ja nur ungern eure Konversation stören. Aber da will ich doch wieder die Frage aufwerfen die ich immer versuche als Thema der Woche vorzuschlagen.
          Leider tust du die nie in dem Poll mitreinnehmen.

          “Wobei ich nichts gegen Pop ansich gesagt haben will, solange er sich nicht anbiedert, aber die Verbindung Techno und Pop ist nunmal sehr überraschungsfrei und daher für mich eher langweilig.”

          Dann bitte Tanith sage mir warum du und praktisch jeder andere Technoveteran die ja so sehr den Detroitundergroundhimmel anpreißen gegen Ilsa Gold kein negatives Wort fällen und stattdessen ihre Arbeit loben?

          Sie haben denselben Scheiß gemacht wie Low Spirit. Ich hör keinen Unterschied zwischen “Over The Rainbow” und “Silke”. Beides derselbe Schwachsinn. Ich checks nicht wo siehst du da bei ersterem anbiederden Pop und bei zweitem seriöse elektronische Tanzmusik?

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          • Ilsa Gold ist doch ne ganz andere Nummer, das ist Satire mit nem Schuß Dadaismus, das war keine Anbiederung an Pop sondern bewußte Vergewaltigung. Dazu muß man aber den Humor von Christopher Just und DJ Pure verstehen, was sich teilweise aus deren Veröffentlichungen ergibt und zum anderen aus deren Herkunft, Wien.
            Ich würde sogar soweit gehen und Ilsa Gold als die österreichischen KLF bezeichnen :D

          • ja, ilsa gold war bitterböse satire. nur leider haben das die ganzen kirmesdeppen damals tatsächlich nicht bemerkt und diese verarschung genauso abgefeiert, wie sies bei marushas* “rainbow” getan haben.

            (*achtung: das war keine satire. die meinte das tatsächlich ernst)

          • Dann hast Du Ilsa Gold ganz klar nicht verstanden. Das ist doch so dermaßen deutlich: “Silke Du sollst doch nicht so viele Drogen nehmen” usw.

            Dann die Sache mit dem Sampling…

            Die österreichischen KLF passt schon

    • Ich fand´s schon bemerkenswert, dass er den download v. “Götterstrasse” “nur” in der ersten Woche nach Erscheinen für 5€ bei amazon verramscht hat- mit Tonnen v. Bonustracks (instrumentals). Da wollte meiner Meinung nach jemand gaaanz schnell in die Charts.
      Bei Madonna hat es bei ihrem letzten Album auch nur so geklappt: Jede/r Käufer/in eines Konzerttickets ihrer US- Tour bekam ein gratis download o. CD zum Ticketkauf dazu, die dann auch für die Verkaufscharts gerechnet wurden.. Anders hätte es keine Top10 Platzierung mehr gegeben.

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      • http://www.youtube.com/watch?v=ngsrjDl6oxk

        das mag ich auch noch von westbam! steinigt mich ruhig.
        götterstrasse ist ein gut gemachtes elektro/pop album. das schrieb ich ja schon. aber das jetzt plötzlich mit verkaufzahlen einordnen zu wollen(nicht tanith, andere hier) finde ich ziemlich erstaunlich….

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        • ich mag nach wie vor das von ihm, könnte auch Zeitlos Mix heißen
          http://www.youtube.com/watch?v=DalzLCaff-I
          Das mit dem Verkaufzahlen einordnen, machen die Majors schon selber und da gelten im Popbereich nunmal andere Zahlen als im Nischenbereich Techno. Aber ich fand’s wirklich besser als das was er davor abgeliefert hatte, da war doch mal sowas wo er irgendwas sichtlich unmotiviert mit Gitarre und Mikro machte, was wohl originell wirken sollte. Das fand ich so überflüssig und fragte mich wozu dieser Spagat? Das frag ich mich allerdings bei Götterstraße auch, wozu dieser Spagat und wieso sich dann wundern das man weder für das eine (Djing) noch das andere (Feuilletonpop) genug Lorbeeren einheimst? Daran sind doch auch andere schon gescheitert

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  9. Also ich kenne Leute, die haben sich vor ca. 14 Jahren fast jede Platte, die Westphalia Bambaata auf so einer Party, wo er mit nem Dj aus Eisenhüttenstadt spielte, nachgekauft. Da hats mich sowas von genervt.

    Irgendwei ja auch interessant – er hätte ja auch voll in dieses Electroclashding reinkommen können. War ja auch alles schwer 80er mäßig bei ihm, damals. Aber eben nicht cool genug um mit einem Dj Hell (zum Beispiel) mitzuhalten. UNd dem hat man Italo schon eher abgenommen (obwohl ihm da auch einige böse sind, glaub ich:) ).

    Aber das war ja damals schon eher Pop.

    Aber selbst jetzt seine Interviews interessieren doch kaum jemand mehr. Jedenfalls hab ist auf der Groove & De-bug Seite nichts davon zu lesen.UNd selbst die Groove hat vor ein paar Jahren mal einen Artikel über Westbam geschrieben.

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  10. Das Statement ist bestimmt nur vorgeschoben. Ich nehme ihm das nicht ab. Warscheinlich gabs nur Krach wegen der Kohle.

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    • Kohle hat der Westbam doch mehr als genug…

      Auf Spiegel. TV kann man ihn (und Mijk van dijk und co)
      Nach Japan begleiten… Aufmerksamkeit is also auch noch da…

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  11. ich versteh’s ja auch nicht, denke eigentlich müßte er doch ausgesorgt haben, so als Immobilienbesitzer und nach Low Spirit und Maydayverkauf und man könnte nun ganz entspannt sein. Aber das wundert mich nicht nicht nur da, das ist so eine ganz bestimmte Sorte Mensch die immr Hier! schreit, egal ob man noch was beizutragen hat oder nicht. Ist wahrscheinlich so ein Gierautomatismus nach Macht, Aufmerksamkeit, Beachtung und halt die Augenhöhe mit der man Mitmischen will, die dann auch schnell zur Fallhöhe wird.

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    • Glaube nicht, dass er, Röttger und DJ Dick für den Mayday-Verkauf ausgesorgt haben. Die Mayday wurde ja kurz vor der Insolvenz von Low Spirit an iMotion vekauft. Vermutlich um noch das Schiff zu retten. Hatte leider nicht geklappt. Und kontor hatte sich den gesamten Backkatalog im Insolvenzverfahren ersteigert. Das gewonnene Geld ging dementsprechend an den Staat.

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      • Aber wenn der WestBam heute wirklich so finanziell schlecht dasteht dann hätte er schon viel viel früher sein Geld in eine Rente investieren sollen. Durch die ganzen Tantiemen von denen man in den 90ern ja noch ne Menge bekommen hatte und den Mega-Gagen müsste da doch sicherlich genug noch da gewesen sein.

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        • Naja hier in Hamburg aufm Kiez sind die reichen schweren Jungs die damals Millionen gemacht haben mit ihren Mädels und puffs auch fast alle komplett pleite und verarmt… Wer viel verdient und viel ausgibt.?

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      • “ausgesorgt” ist schwierig. denn egal, wie man über das unternehmer-klischee westbam denkt, dahinter ist noch immer auch ein dj-ego. und ob sich dieses damit abfinden kann, dass es nicht mehr der gefeierte superstar ist, das wage ich zu bezweifeln.
        insofern ist sein peinliches benehmen keineswegs ein zeichen, dass es ihm wirtschaftlich schlecht gehen muss. die vielen millionen, die er mit seinen kirmessound-label gemacht hat, sollten eigentlich länger als bis an sein lebensende reichen, dass er keine not leiden muss. ich denke sogar, dass er aus den tantiemen dieses mülls (verwertung/gema) noch immer ein stattliches einkommen erziehlt.

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  12. Mich hat der Starrummel nie wirklich interessiert, wie Leute die ihren Helden nachgereist sind. Jedem das seine. Mir haben Partys XY mit Dj Nonames mehr gegeben, vielleicht weil es ehrlicher war. Eigentlich bedeutet Techno für mich, das ganze Stardasein des RocknRoll zu überwinden, was anschaubar gründlich in die Hose ging. Jetzt sind die jungen Wilden dran, mal sehen was kommt.

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  13. War es bei Motte nicht genauso,er war das Aushängeschild der Lopa…er hat auch belanglose LopaHymnen rausgehauen die sich nicht verkaufen wollten ..die ging dann den Bach runter und der liebe Doktor hat fast keinen mehr interessiert..dann schreit er bei jeder Sache die einen in die Medien zurück bringt(Bündnis Spreeufer etc.) hier.Und nu geht es Westbumme genauso..also gewisse Parallelen sind da schon vorhanden.Aber hat das was mit dem Alter zu tun?..

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    • Also, wenn ich mich richtig erinnere, gab es so ab 1997/98 Love Parade Hymnen von Motte, allerdings in Kooperation mit Herrn Lenz, also Low Spirit.

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  14. Jenau so isses! Sehr gut beschrieben, Du sprichst mir aus der Seele! Für mich war das mit den Mayday Raves Ende 1994 (Deutschlandhalle), nach der für mich bereits entäuschenden 2. Party in Dortmund im April des gleichen Jahres, vorbei. Zu kommerzig und keine Stimmung mehr… und diese vielen Zivis überall!

    Hier biste ja fast schon genial:
    “Das Westbam sich über die Mottos der Mayday unter i-Motion echauffiert ist in etwa so, als ob sich Motte über die Redekünste von Lübke mokiert.” GRÖL!!!!!

    Prost aus Kreuzberg! ;)

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  15. Ach Tanith, ich weiß ja nicht… Ich meine, ich gebe Dir ja recht, dass es ziemlich seltsam anmuted, dass er erst jetzt die Reißleine zieht. Vor allem, weil ich (Trottel) ja 2013 tatsächlich noch das Wagnis einging, auf die Mayday zu gehen. Und “traurig” umschreibt den Auftritt von Herrn Lenz recht gut. Man mag ja von ihm halten, was man will, aber selbst mir war es unangenehm, dass sich einfach keine Socke für ihn interessiert hat.
    ABER, man darf auch nicht vergessen, dass jeder auch unterschiedliche Grenzen und Werte hat. Ich erinnere mich an ein Video der Loveparade, ich glaube aus dem Jahre 1991, dass Du mal hier gepostet hast. Da wurden zwei Mädels interviewt und eine meinte, sinngemäß, “voll Mist hier, so viele Pommes-Buden, voll der Kommerz. Und so viele Leute. Ist nich mehr so, wie´s mal war.” 1991!! Du hast einen Mayday-Schlussstrich 1994 gezogen und ich hatte 1997/98 das Gefühl, dass was mit Techno passiert, dass mir nicht gefiel. Und ich bin mir sicher, dass z.B. “benedekmusik” wieder ganz andere Maßstäbe hat.
    Ich will damit nur sagen, dass es nicht GANZ ausgeschlossen ist, dass es Westbam durchaus ernst sein KÖNNTE.

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    • ich will’s nicht ausschließen, es mutet aber etwas komisch an das es einem erst wie Schuppen von den Augen fällt wenn man vor dem Rausschmiß steht oder, wie er es beschreibt, fast rausgemobbt wird. Und wie gesagt, er müßte dann jetzt liefern, ich vermute aber es geht bestenfalls weiter wie bisher

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      • vielleicht koennen WIR das thema abschliessen? HARD TIMES spiel ich immer noch mediumsunabhaengig mal mit rein. wirkt immer noch UMWERFEND auf alle anwesenden generationen. so viel dann mal zum thema. WEEKEND wir kommen….

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  16. also ich muss jetzt doch mal mein senf ablassen. ich fand den früher echt gut. für mich eben nur weil der die melange zwischen techno und electro “mix technisch” gemacht hat. das fand ich toll. dann erst eher wenig. gerade in den letzten Jahren. eher grausam. aber tanith? was wäre wenn du so eine “karriere” erlebt hättest? ich glaube das du aus dein grundnaturell, zwar anders gehandelt hättest. aber so ein ding wie “mayday” auch anders behandeln hättest. rein spekulativ. btw gesagt, ich finde das genau richtig. was du da so sagst. aber es gibt immer zwei seiten. ich denke das der max wirklich da echt alten zeiten nachhängt, aber nich mehr kapiert, das ER der DJ ist. sei es drum….

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  17. Ich finde, dass man Westbam hier in Teilen Unrecht tut. Er war sicherlich ein Kind der ersten Stunde und hat bis Anfang der 90er authentisch sein Ding durchgezogen. Auflegen kann er, das wird kaum jemand bestreiten. Ab dem Jahr 1992 ist das ganze Techno-Ding total durch die Decke gegangen. Ich erinnere mich noch an klasse Parties in der Factory(Salzmann) in Kassel, wo auch Westbam den Laden richtig gerockt hat. Erst ab 1995 begann der “Selloff”, an dessen Spitze ich Westbam verorte. Amüsiert hat mich seín sinnfreies Geschwätz von der “Weltreligion Techno”, was nur bei einfältigen Menschen – davon gibt es leider viele – verfangen konnte. Mir war das egal, weil ich in der großen Techno-Welt lange Jahre meine Nischen finden und man so dem Kommerz stets ausweichen konnte. Am Ende des Tages hat Westbam zwei große Fehler begangen, die ihm jetzt auf die Füße fallen: (1) Westbam war nie sonderlich likeable und (2) er hat nicht getreu dem Motto gehandelt “auf dem Weg nach oben sei immer zu Allen freundlich, auf dem Weg nach unten wirst Du sie alle wieder treffen”. Und dieser Abstieg hat in den vergangenen Jahren sicherlich nachhaltig an Fahrt aufgenommen :-)

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    • westbam ist 1991 auf den zug aufgesprungen. er lebte in der stadt, in der es bereits ende 1990 technopartys mit 2000 leuten gab und er selbst hat in dieser zeit noch immer versucht, mit seiner mainstream anbiedernden disco-house-scheisse zu punkten. er und sein label waren in berlin so durch, dass sie anfang 91 ein incognito-label namens bug aufmachten.

      doch bereits 1991 haben sie es dann mit hilfe von viel viel major-werbe-kohle geschafft, sich an die spitze der “neuen bewegung” zu stellen und sich als die urheber selbst zu positionieren, um dann ab ende 1991 zusammen mit der frontpage eine allesbeherrschenden technomafia zu installieren. danach gab es schnell nur noch das, was sie meinten, was ihnen nützt, um am ende mit sowas wie marc oh und marushas somewhere so richtig abzusahnen.
      dass sie diesen ausverkauf durchziehen konnten, ist nicht mehr zu ändern. aber bitte erzähle hier nicht deren verlogene pr, ohne zu hinterfragen, wie es damals wirklich abgelaufen ist.

      der typ hat es sich mehr als verdient, dass man jetzt nach seinem rausschmiss aus der mayday so richtig nachtritt.

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      • ach wolle, es gibt nur noch ganz wenige, die das in real nachvollziehen koennen . mein b.u.g. shirt kam mir damals mit so einem silbernen pin von von der frontpage. traumatisierung kann so vielfaelltig sein und zeit heilt auch keine wunden. mach doch bitte deinen frieden mit den dingen. nachtreten hast du doch garnicht noetig. bitte!!!

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  18. Hab gestern von so einem jungen “Metler” zu hören bekommen, das Raver seit den 90ern out sind. WTFIGO

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  19. Das, was jetzt als Rave verkauft wird, ist mega-in. Bei einer Altersklasse, die sowas in echt nicht kennt.
    Habe mich gestern schwer gewundert, warum ein Jay Daniel oder Ron Trent hier (jeweils) keinen Club vollkriegen. “Brennan Heart presents We R Hardstyle” aber über 1000 Facebook-Zusagen. Busreisen, VIP-Arrangements und alles bestens dokumentiert.

    Immerhin mal keine Teenies, Falschklatscher und Rumschreier und genug Platz. Aber ein bisschen Sorgen mache ich mir schon, dass das eigentlich ausgehfreudige Publikum, das altersmäßig zwischen meiner Generation und der Neo-Hardstyle-Jugend liegt, nur noch zu Techhouse-Events rennt, bei denen die Snare durchgeht…

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    • Stimmt, die furchtbare Jugend. Die will einfach nicht akzeptieren, dass nur Ankes Musikgeschmack maßgeblich ist und das es keine andere Musik geben darf.

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  20. http://secfilings.nasdaq.com/filingFrameset.asp?CoName=SFX+ENTERTAINMENT%2C+INC&eHTML=&FileName=0001047469-13-007186.txt&FilePath=\20136\25\&FormType=S-1&Market=&RcvdDate=6%2F25%2F2013&site=&sitesubtype=&Ticker=&View=html

    wuhuu


    Under our option (the “ID&T Option”) to purchase a 75% ownership interest of the worldwide business of ID&T (the “ID&T Business”), our acquisition of the ID&T Business will cost $50.0 million in cash (including a subsequent $10.0 million payment) plus the cancellation of a $7.5 million debt owed to us by ID&T. These are in addition to the $2.5 million in cash and 2,000,000 shares of common stock we paid to acquire the ID&T Option.


    Under a term sheet with i-Motion, our initial acquisition of a 60% ownership interest in i-Motion will cost $12.0 million, consisting of $8.0 million in cash and $4.0 million in shares of our common stock at the price to the public in this offering.

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  21. Es wurde zwar schon öfter angedeutet, aber ich erwähne es noch einmal gerne zusammen fassend. Die Rest-Sympathien die Herr Lenz noch einstreicht, haben weder etwas mit seiner Person, noch seiner fragwürdigen Ideologie, noch mit seiner Musik zu tun, sondern sind ausschließlich auf Nostalgie beruhend.
    Ich kann durchaus verstehen dass z.B. Wolle das nur bedingt nachvollziehen kann, ebenso Tanith und auch alle anderen Leute der ersten Stunde, welche die Entstehung von Techno quasi in Echtzeit und vor Ort mitbekommen haben.
    Ich war damals allerdings noch im Kindergarten und mein erstes Lieblingslied war “Go West” von den Pet Shop Boys, dass lief nämlich immer bei meiner Mama im Auto. Durch das Aufkommen von Musiksendern wurde ich schon in jungen Jahren in den Bann von elektronischen Sounds gezogen und das erste was da so kam war halt Westbam mit “Celebration Generation”. Wow, als Kind empfand ich das so wild und anders, völlig anziehend und über Authenzität habe ich mir nun wirklich keine Gedanken machen können. Wie hätte ich auch über Mike Banks, Juan Atkins oder sonstwen zu Techno kommen sollen, die waren ja (zum Glück) nicht medial präsent. Meine erste 12″ die ich mir später jemals kaufte im Alter von 14 war dann tatsächlich auch von Westbam. Klar finde ich den Track heute nicht mehr toll, aber weggeben würde ich die Scheibe aus Nostalgieaspekten trotzdem nicht.
    Viele Jahre später weiss ich natürlich ein wenig mehr über Techno, habe mich in die Materie “eingearbeitet”, liebe es nach wie vor und kann weder mit der Musik noch mit der Attitüde des Herrn Lenz auch nur irgendwas anfangen, verstehe die Aversionen der alten Garde auch absolut. Dennoch muss umgekehrt auch ein gewisses Verständnis dafür aufgebracht werden, dass die späteren Generationen halt durch die mediale Präsenz zwangsläufig über diesen Sound zu Techno gebracht wurden, mal von denen abgesehen die über ältere Geschwister und deren UR Platten (kenne ich auch Leute) infiziert wurden, aber das ist eher die Ausnahme.
    Daher besteht halt eine gewisse irrationale Rest-Sympathie aus Nostalgiegründen.

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    • Besser hätte mans nicht schreiben können. Weils mir nämlich genau so auch ging / geht. Gerade durch diese Ravephase bin ich nämlich auch zum Tekkno gegangen. Und das es da einen gewissen Tanith gab, wusste ich, weil 3 Jungs, die sich Scooter nannten, alle DJs in einem sehr schrecklichen Lied aufgezählt haben.

      Ich kaufe ja ganz gerne mal in nem Second Hand Laden so alte RaveCD, wegen einem Lied, was ich damals toll fand. Wenn ich dann aber den Rest der Lieder höre denke ich mir auch immer, was für ein Schrott. UNd dagegen waren gerade die Tracks von Westbam oder DJ Dick echt cool. We have risen von Dick oder Wasid von Westbam auf der Rave Olympia Compilation ist echt cool.
      Generell finde ich auf genau der Compilation eigentloich alle Lieder gut.

      Wenn ich mir z.B. diese CD angucke (http://www.discogs.com/Various-Nimm-2-Vol-I/release/246842) und mir heute anhöre – da finde ich genau 2 Lieder noch gut. Den Rest kannste vergessen.

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  22. Ich finde Westbam wird etwas unrecht behandelt. Ich bin zwar kein richtiger Fan von ihm, finde aber das seine Arbeit einiges für den Techno getan hat. Klar, ich kann es verstehen das gerade wollexdp nicht gut auf ihn zu sprechen ist (die Mayday hat ja mehr oder weniger den Tekknozid Rave zerstört), auch Tanith wird beim Namen Westbam bestimmt nicht in Jubel ausbrechen. Aber ohne der Mayday wäre Techno gerade ab 1993 nicht so populär geworden. Klar, es gab auch die Loveparade, aber rein Visuell war die Mayday ein größerer Knaller. Auch was die Loveparade angeht, war es ja Low Spirit die den ersten richtig fetten LKW mit ordentlicher Anlage ins rennen geschickt hat. Versteht mich bitte nicht falsch, ich finde es auch erschütternd was aus dem ursprünglichen Underground Techno geworden ist, aber ohne diesen “Kommerz” würde Techno heute vielleicht ganz anders da stehen. Und man muss ja auch eingestehen das die meisten Leute genau das gut fanden, bzw. beide Arten gut fanden, nämlich den Underground mit dem harten Sound und eben den Rave-Sound “celebration generation”. Ich finde es zudem völlig ok wenn ein DJ oder Musiker etwas Geld nebenbei mit Kommerzieller Musik verdient. Solange er seinen Wurzeln treu bleibt… Bei Westbam hatte ich immer das Gefühl das er was neues, also einen neuen Sound ausprobieren will. Finde ich aus Sicht eines Musiker super! Warum Immer das selbe machen? So wird man jedenfalls schneller uninteressant… Jedenfalls gehört Westbam unter anderen natürlich zu den Gründen warum ich Techno höre. Leider, sorry, nicht persönlich nehmen, aber gerade wenn man aus dem unteren Teil aus Deutschland kommt sind Namen wie Tanith oder wollexdp nicht so angesagt. Selbstverständlich weiß ich auch die Arbeit von Tanith und wollexdp (Tekknozid) zu schätzen. Nur leider hat man von euch in meiner Region nur sehr wenig gehört bzw. recht spät. Ich will euch echt nicht zu nahe treten: aber warum seid ihr oder du Tanith nicht auf die Erfolgswelle des Technos aufgesprungen? Sven Väth, Carl Cox, DJ Hell etc. haben es ja auch geschafft und das ohne als Kommerz abgestempelt zu werden, zumal ihr ja eine Zeitlang auf selber Höhe gestanden seid. Und wenn mir noch eine Frage gestattet ist. Kann man heute noch als nicht Superstar gut von den Gagen leben?

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    • @RK: Techno hätte es auch ohne Mayday und Loveparade gegeben, diese haben den Trend ja nicht gemacht, sondern sind auf ihm geschwommen. Sicher hat eine Loveparade eine Menge dazu beigetragen das sich Szenen vernetzen und Kombinationen erschaffen, aber die Sache hätte ohne beides auch stattgefunden.
      Und das Low Spirit die ersten waren die einen fetten Truck auf der Mayday hatten lag daran das sie einen Majorvertrag hatten und somit die einzigen waren, die die Kohle dafür hatten. Ich sah das damals noch als Herausforderung zu einem sportlichen Battle, aber die Auflagen und Kosten die dann jährlich hinzu kamen haben der Sache sicher nicht genützt.

      Wo siehst du denn bei Westbam neue Sounds oder den Versuch dahin? ich empfand das immer eher einen Versuch an Pop ranzukommen, also eine Mainstreamverbindung herzustellen, vielleicht am offensichtlichsten bei diesem unsäglichen “like Ice in The Sunshine” Remix.

      Ich kann nicht klagen, ich bin sehr lange auf der Erfolgswelle von Techno obenauf mitgesurft, ich mußte nichtmal aufspringen und irgendwann verändern sich die Lebensperspektiven, will heißen, der ganze Zirkus interessiert mich nicht mehr in dem Maße, das ich jedes Wochendende im Flieger verbringen will um 2 Stunden irgendwo aufzulegen. Dazu habe ich noch zuviele andere Interessen und mittlerweile eben auch eine Familie. Dieses DJ Dasein mag ja von außen sauspannend aussehen, aber wennste das über 20 Jahre gemacht hast, kann das in der Frequenz es jede Woche Fulltime zu machen ziemlich auf die Nerven gehen, außer man ist stark an Verblödung interessiert.

      Natürlich kann man in der Frequenz in der ich es z.B. betreibe nicht davon leben, aber das sollte auch nicht die Prämisse sein weswegen man es macht, das fordert Kompromisse ab, die vielleicht einem Beamten gut zu Gesicht stehen, der Ehrlichkeit der eigenen Musik aber nicht.
      Ich glaube die eigentliche Kunst ist es da die richtige Balance zu finden, beim einen fällt sie eher so aus, bei anderen anders. Muß jeder für sich selbst finden

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  23. Die Frage lässt sich vielleicht damit beantworten, dass jenes was du wie selbstverständlich als gut befindest (Popularität), andere vielleicht nicht als gut empfinden – zumindest nicht um jeden Preis.

    Zitat: “aber ohne diesen “Kommerz” würde Techno heute vielleicht ganz anders da stehen. ”

    Ja, anders. Schlechter? Besser? Kommt drauf an was man möchte.

    Ich persönlich bin so 1998 entgültig vom Technozug abgesprungen, und hab mich vielen andren Stilen gewidmet. Das lag nicht dran, dass was ich vorher mochte nun für mich langweilig war, sondern das was ab dem Zeitpunkt überwiegend rauskam, mich bestenfalls langweilte, und schlimmstenfalls nervte (Stichwort kotzende Katzen). Dazu muss ich wohl anmerken, dass ich von anfang an “melodiösen” aber gleichzeitig harten Techno mochte – von daher von Anfang an mit einem Bein im Trance stand. Gerade diese Kombination war jedoch wohlmöglich am meisten Massentauglich, und wurde dann zunehmend entsprechend angepasst, bis ich quasi suchen musste um interessante Tracks zu finden die nicht auf diesen Kommerzsound Wagen aufsprangen.

    Ich hatte nie den Wunsch, die Massen und Gesellschaft zu “missionieren”. Ich hatte nicht den Anspruch, dass Techno die Welt verändern solle. Ich mochte einfach die Musik und das Gefühl – und wenn es da andre gab die das auch mochten – schön. Wenn nicht, dann halt nicht. Aber nicht sich selbst verbiegen, für irgendeinen verdammten Evangelismus. Wenn man sich selbst für andere so passend verbiegt, dass die einem zustimmen – ja was stimmen diese andren einem dann eigentlich zu? Dem was man ursprünglich meinte, oder was zuwas man es zurechtgebogen hat? Ich werd diese komische Logik von Evangelisten wohl nie kapieren.

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    • wenn nich low spirit dann eben jemand anders…
      zur richtigen zeit am richtigen ort und gleich gas gegeben…hätte jeder andere auch hinbekommen…von daher…

      übrigens um aus dem i-motion newsletter zukommen muss man ja noch 2-3 emails lesen die dann nochma rein kommen, von wegen ob das ein versehn war etc.
      auf ne kleine antwortsmail warum ich mich ausgetragen hab kam nichmal ne reaktion :-o :-)

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  24. das man massenhaft menschen von techno begeistern kann, gerade wenn man keine kompromisse an den mainstreamgeschmack macht, dass haben wir damals mit tekknozid mehr als eindrucksvoll bewiessen. dieser weg war genau das gegenteil von dem, was westbam vertrat.
    er hat diese energie nur genutzt. von ihm ist nichts eigenes hinzugekommen. ausser das unverständnis darüber, worum es eigentlich geht. er hat’s versaut und zwar mit vorsatz. durch die mayday ist genau das rausgekommen, weshalb ich damals damit schluss gemacht habe: kirmestechno a la somewhere over the rainbow…
    techno hätte auch ohne diesem kommerzmüll groß werden können.
    darüber bin ich nicht verbittert. ich reagiere nur verärgert, wenn man so tut, als wäre das alles so aus dem nichts gekommen und als könne man das nicht besser machen bzw als hätte man das damals nicht besser machen können.
    westbam verkörpert wie kein anderer das gegenteil von dem, was ich als techno-ideal betrachte. er tauschte die affen mit den gitarren gegen die affen mit den technics aus. alles starte wieder auf eine bühne und techno waren nicht mehr wir, sondern der affe auf der bühne. allein darin liegt sein größter verrat.
    aber scheiss drauf. das ist nicht zu ändern. 25 jahre her und heute schliesst sich endlich der kreis. denn er selbst ist der gekickte. :)

    http://soundcloud.com/dacarrot/sets/classics-rave-mix/

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    • ach und was viel wichtiger ist: er konnte es nicht restlos versauen. der rest von westbams schaffen ist sowas wie edm und der ganze peinlich ravezirkus wie steve aoki, van bureen, guetta, sensation white etcpp.
      der richtige techno lebt dagegen noch immer an orten wie dem berghain, dem suicide, dem kater holzig, dem tresor und vielen vielen anderen platzen. selbst wenn uns alten die musik nicht immer gefällt, aber die intensionen und der spirit findet sich dort noch immer. das ist wichtig und nicht, ob die edm-szene einen alten unfähigen mann rauskickt und warum :)

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      • Wolle! Das ist sowas von unwahrscheinlich, dass hätte hätte Fahradkette die Mayday/Low Spirit nicht gegeben es zu keiner kommerziellen Ausschlachtung gekommen wäre.
        Ich bin mir ziemlich icher, wenn es WestBam’s Imperium nicht gegeben hätte wäre stattdessen ein anderes Label (zB. R&S) auf den Kommerz aufgesprungen wär. Irgendwer hätt sicher diesen Einfall auch so gehabt als er/sie den Erfolg von “Das Boot” mitbekommen hat es weiter auszuschlachten.

        Außerdem musst du das ganze differenzierter sehen.
        Du sprichst ja nur von Berlin und den anderen Großstädten wo es große Technoszenen gibt, wie das ankam als der Kommerz losging und fast alles veränderte und meckerst die ganze Zeit wie dumm doch die Leute sind die Low Spirit hörten und abfeierten. Klar dass das für euch der totale Schock war und ihr deren Output nur verteufelt (selbst die guten Releases).

        Glaubs oder glaubs nicht aber da draußen in der Provinz war der “Technolectro”-Sound, den Tanith weiter unten erwähnte, von Low Spirit und Trance ala Paul van Dyk der totale Underground. Es herrschte, oder herrscht vielleicht noch immer da draußen, das Stigma es verherrliche Drogenkonsum und so ein Shit. Da wurde auch der, in euren Augen kommerziellere elektronische Tanzmusik mit echten Techno/House gleichgesetzt und mit der Drogenkeule umgeworfen.

        Damals wurde ich nur schief angeschaut wegen dem Sound den ich so bevorzugte, während der Rest der Kukaffs lieber auf Chartmusik, Metal oder ulkigen nicht lustigen Schlager hängenblieben und bei Feuerwehrfestln sich die Binde kippten.

        Damals war das Internet noch nicht so verbreitet. Meine Eltern waren da wegen neuen Technikspielereien skeptisch und generell konnten sich alle Gemeinden die Infrastruktur erst ab den 2000ern leisten und umsetzen. Die einzigen Medien die uns den neuen Sound (für uns war das nun mal neu) vermitelten waren eben die viva- und MTV-Sendungen, Lopa/Mayday-Übertragungen, diverse Videospiele zu der Zeit die ja nen Technosoundtrack gehabt haben (Wipeout zB.), ja selbst Club Rotation muss man da dazuzählen. Selbst eine Raveline war schwer zu bekommen da draußen. Eine Groove so gut wie gar nicht. Und das nur einseitige Berichterstattung im TV gab stimmt auch nicht. Berlin House (bzw. noch früher hieß das ja Housefrau) und Electronic Beats haben schon objektiv über Musik und Szene berichtet wo auch die Herrkunft der Genres besprochen wurde und Künstler der ersten Stunde vorgestellt. Diese Formate waren unsere einzigen Sprachrohre und lets face it! Ohne diesen Geschehnissen die in den 90ern passierten hätte die Techno/House-Szene sicherlich auch keine jüngere Generation an den Sound anziehen können.

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        • “wenn ich es nicht tue, dann tut es ein anderer. also warum soll ich die gunst der schnellen (skrupelosen) entscheidung nicht für mich nutzen und nutznieser des verrat sein?”

          unsinn. es gab bereits vorher dutzendfach auch durchaus erfolgreiche versuche der majors mit techno geld zu verdienen. erinnert sei an “das boot” – aber auch erfolge, die nicht chartorientiert waren, sondern einfach cool waren: guru joshs “infinity”, adamski “killer”, klf “what time is love”… man muss sich nicht anbiedern und die geschmacksnerven töten, um in die charts zu kommen

          lowspirit – der name war konzept. die wollten es so. die waren eine art pest, die techno innerhalb kürzester zeit zum gespött aller denkenden menschen machten. dank denen war es ab 1994 regelrecht peinlich zuzugeben, dass man was mit techno zu tun hatte. “techno? – bist du einer dieser infantilen idioten, die peinliche idiotenmusik hören, zipfelmützen tragen und drogen fressen?” – das genau war das, was westbam mit seiner firma aus techno in nur 23 jahren machte.

          zum glück hat sich die szene später davon diversifiziert und den ekel verbannt. sonst wären wir jetzt nicht hier in diesem blogg :)

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  25. “Celebration Generation” und “Somewhere over….” waren für mich damals schon wie ein Schlag ins Gesicht. Ich war da noch Schulkind und kam aus einer Kleinstadt. Tanith kannte ich nur aus “Hyper Hyper”. Jedenfalls war das auch für mich schon der Anfang vom Ende. Wer ein bißchen Gespühr mitgebracht hat, wäre da bestimmt auch drauf gekommen.

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  26. Erstmal vielen Dank für die ehrlichen Antworten! Ich habe den Techno leider etwas verspätet kennen gelernt, da ich heute erst Mitte 30 bin. In meiner Stadt haben die Radiosender mehr oder weniger den Tackt vorgegeben und so hörte ich eben von Techno, da war dann auch alles vertreten, wie eben Westbam, Marusha (mochte ich nie) und die ganze tolle Musik die auf dem Label Eye Q erschienen ist. Das war jedenfalls mein Sound. :-) Das Label Low Spirit hatte zudem schon ein paar tolle Platten. The Judgement Day ist für mich und einige Freunde die Mayday Hymne schlecht hin, alles andere danach, naja. Auch Genlog hatte ein paar echt coole Releases. Darum bin ich eigentlich froh das Low Spirit so stark in der Technoszene mitgemischt hat. Die Mayday war damals für uns wie ein Ausflug auf einen anderen Stern, dass hat mich und ein paar Freunde so beeindruckt das es heute noch ein Teil von uns ist. Dagegen wirken die ersten Techno Clubs in Berlin schon eher abschreckend, obwohl ich aus heutiger Sicht etwa traurig bin das ich diese Zeit nich erleben durfte.

    Nochmal eben Kurz zu meinem Satz. Zitat: “aber ohne diesen “Kommerz” würde Techno heute vielleicht ganz anders da stehen.” Ich würde vorsichtig ja sagen, Techno wäre heute vielleicht nicht so populär. Kommerz war der Zugang für sehr viele Technojünger, die eben auf diversen Veranstaltungen erst gemerkt haben das es noch einen viel besseren Sound gibt – nämlich den Underground. In meiner Stadt wurde die Musik von den DJs damals gekonnt vermischt, da lief was von Westbam und danach kam ein Acidbrett von Emmanuel Top. Zu meiner Zeit hat das bestens zusammen gepasst. Später, 1997/98, als nur noch Schrott veröffentlicht wurde, hier begann ich erst den harten Underground Techno (Progressive) zu hören. Naja, was ich damit sagen will, Techno war zu meiner Zeit auch von Westbam beeinflusst. Kommerz dagegen war für mich ganz klar Mark oh, Scooter, Marusha, Blümchen….

    Beatbox Rocker von Westbam empfand ich übrigens keines falls als Kommerz. Das ist z.B. einer dieser Platten wo ich meinte das er einen neuen Sound ausprobieren wollte. Ich finde nicht das es in Richtung Pop geht.

    Was ich so gelesen hatte kann ich aber Tanith und auch Wollexdp nachträglich schon gut verstehen. Würde mich wahrscheinlich genauso anpissen wenn da jemand herkommt und mein Lebenswerk abkupfert und es so verbiegt das von der eigentlichen Idee nicht mehr viel übrig bleibt. Den Film “We call it Techno” habe ich natürlich gesehen, dass hat mir schon etwas die Augen geöffnet. :-)

    Ich danke dir Tanith übrigens auch für deine ehrlich Antwort was die Gagen angeht – geht mich ja eigentlich auch nichts an. :-) Für mich ist es sehr schwer nachzuvollziehen wie es ist 20 Jahre lang aufzulegen und danach etwas das Interesse zu verlieren. Sich der Masse zu entziehen und dabei keinen Schaden zu erleiden zeigt jedenfalls wahre Größe.

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  27. ach Gottchen, mein Lebenswerk, ne, da läßt sich nix abkupfern. Was mir damals auf den Sack ging war, das aus dem Hause immer Versuche kamen alles zu vereinnahmen und als originär Low Spirit zu verkaufen. Immer dieses “Erster! Erster” Geschreie, obwohl sie sich nur drangehängt haben und das mittels Presse in die Welt posaunt haben. Da muß man aber auch den Journalisten den Vorwurf machen das die das so unhinterfragt kolportiert haben, weil es war meist schon sehr offensichtlich woher die Impulse kamen.
    Beatbox Rocker ist da ein schönes Beispiel, das war die Zeit als DJ Icey, Freestylers oder Propeller Heads abgingen und dann kommt Low Spirit und meint wir haben jetzt was ganz neues ausgedacht Technolectro. Das war so lame, weil das lediglich wieder so eine Weichspülvariante war die nicht mal Bässe konnte.

    Ich habe auch nicht das Interesse verloren, ich mach das hier alles noch sehr gerne und mit viel Spaß. nur eben jedes Wochenende reisen und auflegen muß nicht mehr sein. Musik und alles drumrum läßt sich auch anders geniessen und kommunizieren.

    Was fandest du denn an den Berliner Clubs abschreckend?

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  28. Warum nicht Lebenswerk? Schließlich warst du einer der ersten DJs die den Techno in Deutschland sehr stark geprägt haben. Und auch heute noch wird Techno mit Berlin und mit Tanith in Verbindung gebracht. Also mal nicht so bescheiden sein…

    Meinen erster Club den ich besuchte war ein altes Schwimmbad. Hier standen die Raver mitten im Schwimmbecken und dort wo mal ein Sprungbrett stand war das DJ Pult. Im allgemeinen war das Schwimmbad zwar schon alt, aber von der Decke rieselte jedenfalls kein Dreck und es war auch ausreichend Licht vorhanden. Im Film “We call it Techno” war die Rede von einem alten Keller, der so alt war das man mit Sand auf dem Kopf den Club verlassen hatte. Das ist mir dann glaube ich doch eine Nummer zu hart. Obwohl, ich hab’s weiter oben ja erwähnt, ich hätte das schon gerne Live miterlebt. Mir gehts da nicht speziell um diesen Club, mir gehts um das Gefühl was man in dieser Zeit gespürt hat als man Techno, diese neue Musik eben, in derartigen Locations erleben durfte. Es war ja für mich schon ein Erlebnis das ich niemals vergessen werde, aber Jahre zuvor war es eben wirklich neu, und gerade Berlin hatte ja diese Vorgeschichte, dazu passt Techno einfach nochmal deutlich besser.

    Nochmal zum Thema Westbam: Ich war mal auf Wikipedia… Also wenn das alles so stimmt wie es dort steht, dann wird dem Westbam schon eher unrecht getan. Der Mann hatte ja vor der Mayday schon einiges erreicht. Warum also nicht mit einer Finanzspritze weitermachen… Und ich kann es nochmal wiederholen. Die Mayday ist für die meisten Leute die ich kenne um 1993/94 DAS Ereignisse gewesen, Mayday war für uns Techno. Und ich zähle mich heute noch zu den Leuten die kein Kommerz hören, wobei das sicher Ansichtssache ist. Kommerz/Kirmes Techno ist Over the Rainbow, aber nicht Moby Go z.B. denn Moby war ja mit dieser Nummer auch in den Charts. The Judgement Day war für mich sicher auch guter Techno. Klar wollte Westbam Geld machen. Wer wollte das nicht? Tanith meinte in einem Interview das er 1500 DM pro Gig verdient hatte. Also das war schon ein fettes Gehalt, wenn man bedenkt das der Monat aus 4 Wochenenden besteht. Ich kenne jetzt nicht alle Tracks die Westbam veröffentlicht hat, ich glaube schon das hier auch versucht worden ist nach ganz oben in die Charts zu kommen, aber nicht jeder Track war so schlecht. Jam and Spoon hatten mit right in the Night auch einen Kommerziellen Track abgeliefert, aber zur selben Zeit für uns Techno Fans Follow me erschaffen. Diese Mischung finde ich total Ok.

    Und eine Sache würde mich auch noch brennend interessieren. Wo fängt nach eurer Meinung Kommerz an? Sobald ein Track oder eine Veranstaltung Massenkompatibel wird? Falls ich da was falsch verstanden habe einfach klarstellen, ich kann damit umgehen. :-) Aber ich habe so das Gefühl das gerade die Tekknozid Veranstaltungen früher oder später Mayday ähnlich geworden wäre. Denn laut den Informationen die mir vorliegen, waren die Tekknozid Partys auf die Masse ausgelegt. Zitat von Wiki: “Auch Tekknozid wurde mit dem Ziel konzipiert, ekstatischen Tanz auf Massenbasis zu erzeugen.” Eine Masse erreicht man aber langfristig nur wenn man auch die Musik spielt die die Masse hören will. Für mich ist das dann aber kein Underground mehr, denn die Underground Musik ist ja eher sehr speziell. Jetzt könnte man behaupten das der Westbam einfach etwas schneller war….

    Ich hoffe, ich werde jetzt nicht gesteinigt… :-)

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    • Zu Deiner Frage, wann Kommerz anfängt:

      In dem Moment, wo Du einen Track/Song veröffentlichst und zum Verkauf anbietest! Dabei ist es egel, ob dieser auf 500 Stk. streng limitiert herausgebracht wird oder nicht!

      Eigentlich ist alles kommerziell, doch Kommerz und Mainstream sind nicht das gleiche!

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  29. Ich lese diesen Blog ja schon geraume Zeit und wenn ich für jede Erwähnung von “Somewhere over the rainbow” einen Euro kassiert hätte, könnte ich mir Marusha für meine Geburtstagsfeier buchen und zwar zu einer 90er Jahre Gage. Andererseits überlege ich mir das vielleicht noch, hinterher hält sie da eine Lobesrede auf ihren Liebling Frau Merkel, gab da mal so ein Propaganda Interview ihrerseits.

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  30. Schöne Grüße aus Finnland. Wollte mir eigentlich heute die neueste Members Of Mayday -Hymne kurz anhören aber nach paar, komischen Stunden bin hier gelandet… Und ja, Members Of Mayday gibt’s auch nicht mehr.
    Für mich repräsentiert das Low Spirit -RaveSound der 90er Jahren die ultimative Erlebniswelt. Immer noch. Fantastische Sounddesign, clevere, scheinpolitische Titel, pure Energie, Wegweisung in die andere Realitäten wo Mittelalter Dadaismus trifft und Reneissance den Maschinenmensch, Kraftwerk den Mozart, Bach den Synthesizer und Trommelmaschine. Götterstrasse Paar mal durchgehört aber kaufenswert fast kaum. Lieber alte gute ” The Day X” auflegen und meine eigene Techno- und Trancevision wiedermal erleben. Was ist richtige Techno? Warum ist Marusha mit ihrem Titel “Deep” Pop? Warum ist Melodie bei Techno verkehrt?Hoffe nur Lenz/ Jankuhn würden eines Tages wieder interessantere Musik machen…

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  31. Also ich muss sagen, dass mir Wolles immer und immer gleichen Geschichten auf den Sack gehen. Low Spirit waren ja nun wirklich nicht die einzigen die Kommerz gemacht haben und selbst ich, der seit 91 EBM/Techno hörte und auf die frühen Underground Resitance stand war irgendwie Stolz wie groß und wie viele Leute auf einmal auf diese Musik standen. Klar wurden viele erst durch den Kirmessound aufmerksam aber tanzten dann aber auch auf UR oder Plus 8 Platten. Ich finde Wolles Meinung zu uns damals sehr jungen Ravern schon fast diskriminierend uns als Deppen zu bezeichen. Ja ich fand damals auch Celebration Generation gut und den Erfolg von Marusha. Deswegen bin ich ein Depp??? Ich hatte mich nicht 96 vom Techno abgewandt weil er mir zu kommerziell war, sondern weil auch im Underground nix mehr neues passiert ist. Ich hab mich wie Tanith auf Drum’n bass gestürzt und hab dann vielse alte Sachen wie EBM und Industrial für mich entdeckt. Fakt ist doch , dass gerade Wolles sets altbacken klingen und da sehe ich null Innovation und diese ganzen Revival Parties sind doch auch nur für Hängengebliebende. Gerade heute gibt’s es genung spannende Musik…ob Dubstep, Juke, Footwork, ….ich kann mit EDM auch nix anfangen aber auch die Fans sind keine Deppen…

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  32. Gerade die sogenannten alten Hasen die immer für Toleranz waren, sollten doch mal ein bisschen mehr Toleranz zeigen!!!!
    Ich stehe auch dazu dass ich einige Frankfurt beat wie backtired von Robotnico gut fand und einige Ravesachen…die Cosmic Cubes Samlpler waren damals tolle Trancesampler , aber aus Wolles Sicht bestimmt auch nur was für Deppen. Sorry aber ich rege mich hier jetzt über diesen Deppen und Provinzdeppen Spruch echt total auf. Klar muss ich heute auch ein bisschen lachen wenn ich alte Low Spirit Sachen höre aber ich verbinde damit trotzdem auch einen Lebensabschnitt und ein Gefühl und ich sag immer “open mind” !!!!

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  33. Das Provinzdeppending kann ich auch icht unterschreiben, aber das man wenn etwas scheiße findet das auch so benennt finde ich völlig ok

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  34. Klar kann man offen seine Meinung sagen. Nur Wolle tut immer so, als wenn sein Tekknozid Konzept der heilige Gral war. Raves gab es schon vorher in England. Die Mayday hat doch das ganze Konzept nicht erfunden. Die Musik konnte nicht ewig im Kellerloch ruhen. Ich verstehe bis heute nicht, warum er Tekknozid begraben hat. 2 Raves zu unterschiedlichen Zeiten hätten doch in Berlin bestimmt funktioniert. Bei aller “ich stehe hinter diesem Konzept” Macherei. Nicht falsch verstehen. Ich habe grossen Respekt was ihr damals in Berlin angefangen habt aber ich vestehe irgendwie nicht warum man so schnell das Handtuch geworfen hat. Damit hat man doch gerade Westbam und solchen Leuten den Weg frei gemacht.

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  35. @ tanith & wolle: was ich nicht verstehen kann ist das ihr euch als echte techno krieger hinstellt und den westbam für den ausverkauf verantwortlich macht. mag aus euer sicht stimmen, aber was haben die amis über euch gedacht? derrick may und co hauen doch in die genau gleich kerbe und verteufeln praktisch alle europäer! ihr habt ihren sound geklaut und ohne soul und den eigentlichen beweggründen weitergegeben, kohle garniert und mit der ganzen drogen nr noch einen eine falsche message verbreitet. ich habe derricks moral predigten schon dutzende male über mich ergehen lassen und ich denke nicht das sich seine grundeinstellung noch eines tages ändern wird. finde ich persönlich schade, wie ich es aber auch schade finde das man westbams arbeit (egal aus welcher motivation) nicht würdigen kann. lange rede kurzer sinn, die dinge entwickeln und ergeben sich halt. darüber zu werten hinterlässt immer einen faden beigeschmack, zumal man es eigentlich nicht nötig haben sollte wenn man von beginn an dabei war.

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  36. ich glaube nicht, dass es techno in der Form von Tekknozid lange gegeben hätte. Dieses aufbäumen in den Overground war irgenwann nur ein Logischer schritt und Low Spirit nur ein Rädchen vom Ganzen. Ich hab es aus teenagersicht nur logisch empfunden dass es immer grösser wurde.

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  37. Fakt ist, dass ich von den Tekknozid Raves erst viel später erfahren hab als von der Mayday damals, was leider zeigt, dass Deutschlandweit die Mayday schon für die Verbreitung der Musik und der Szene gesorgt hat. Und die ersten Maydays hatten ja nun auch ein gutes und amtliches Line up mit vielen underground DJ’s aus ganz Deutschland und Europa. Dass der DJ kein Star sein darf, dass hab ich nie ganz verstanden. Klar, die Musik sollte im Vordergrund stehen aber in England hatten sich damals schon ein paar “Star DJ’s” rauskristallisiert und das ist absolut KEINE Erfindung von Westbam oder Low Spririt. Absoluter Blödsinn. Richtig genommen war ja ein Grandmaster Flash schon ein Star DJ. Klar ist Westbam voll auf den Mainstreamzug aufgesprungen und hat leider auch gute Acts wie RMB verwässert. Der war ja auf le petite Prinz und seine Low Spirit Releases waren dann doch noch sehr Massentauglicher. Redemption konnte ich ja noch nachvollziehen aber was so danach kam. Ich empfinde die Zeit von damals trotzdem als sehr prägend. Für mich persönlich haben Sachen von Low spirit gut Co existiert neben Dingen wie UR, Harthouse, Tresor u.s.w. und wie ich schonmal geschrieben hab “sonic Empire” find ich bis heute klasse und das obwohl ich stücke wie Punisher oder Sonic Destroyer geliebt habe. Was Wolle sagt, dass der Spirit z.B im Berghain weiterlebt, dass kann ich defenitiv nicht bestätigen. Zwar finde ich die Ostgut releases wirklich ok aber ein Club wo ich zittern muss, ob ich überhaupt reinkomme, der hat nix mit dem Spirit der Anfangstage zu tun. Und der Tresor hat meineserachtens ja auch mit dem alten Tresor nicht viel gemein. leider muss ich heute sagen, dass der reine alte techno leider so ein Darsein fristet wie der gute alte Rock. Und Westbams Zeit ist nunmal auch vorbei. Innovativ gesehen haben nunmal andere Leute das Steuer in der Hand. Labels wie Livity Sound, Planet Mu oder Hyperdub oder auch eurer Berliner Label 50 Weapons sorgen für Innovationen.

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  38. Techno war für mich nie eine spezielle Musikrichtung sondern der Oberbegriff für Musik die mit Hilfe elektronischer Technik (Techno-logisch) ende der 80er Jahre entstand.Fast jeder Produzent hat eine andere Richtung eingeschlagen – aber sich gerne an dem Begriff Techno bedient. Keiner – nochmals: keiner hat dem Techno geschadet, weil er kommerzielle Wischiwaschi Musik unter dem Begriff Techno raus gebracht hat. Jeder konnte diesen Begriff verwenden und wenn man Bock hatte sich auch an Majors wenden und ne dicke Anlage auf einen LP Truck stellen. Jeder DJ, jedem Label war es völlig frei gestellt wie er seinen Weg geht. Das Low Spirit damals mit Cele.Generation im Radio rauf und runter fand ich Klasse und hat wohl viele aufhorchen lassen und sie wurden neugierig. So auch ich – und ich habe dann den Weg u.a. zu Spiral Tribe Sound gefunden, was nun schon wirklich krass war aber eben nicht im staatlichen deutschen Radio lief. Man konnte auch froh sein, wenn man Steve Masons Experience Show auf BFBS überhaupt empfangen konnte. Der Techno-logische Sound ist nun gut 25 Jahre alt. Und? Wir haben eine Unzahl an guten und schlechten Scheiben auf dem Markt. Westbam hat gute und schlechte Scheiben gespielt und Tanith auch. Beide habe ich hier in Münster in einer Car-Halle (wo kleine Benzin betrieben Fahrzeuge im Slalom durchfahren) um das Jahr 1998 oder 1999 am 25. Dezember auflegen sehen. Beide haben damals (aus meiner damaligen Sicht) ganz üble Scheiben gedreht.
    Das Westbam von der Mayday weg gegangen ist, ist mir irgendwie nun egal. 1995 war ich das erste mal da, 1996 hat Westbam wohl dort das für mich beste Set abgeliefert und 1999 war es dort für mich vorbei. In 2008 bin ich nochmal hingefahren aber ich war hemmungslos enttäuscht. Soundanlage Schrott und DJs die mit CDs auflegen mag ich auch nicht. Ein Schock waren plötzlich diese ganzen belleuchteten Handybildschirme die hoch gehalten wurden – und, vielleicht der größte Unterschied: Kaum einer ist aus sich heraus gekommen und hat gezappelt, getanzt. Die Leute waren damals in den 90ern echt lockerer drauf und haben zu Miss Djax wahre Gymnastikstunden eingelegt… hihi.

    Wenn es denn einen echten “Techno” gibt, dann ist er seit Jahren wieder dort wo er hin gehört: in den kleinen städtischen Clubs mit qualifizierter Szene und experiementellen Stunden, wo ein DJ ohne Druck (durch Getränkeverkauf) sich in seinen Set,s verlieren kann.

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  39. “und er selbst hat in dieser zeit noch immer versucht, mit seiner mainstream anbiedernden disco-house-scheisse zu punkten” – vielleicht wäre das die richtige strategie für 2016 :) ein repress von seinem 1988er album auf kassette. sein auftritt gegen ende von b-movie 2015 ging ja schon mal in die richtung…
    was die bedeutung von low spirit für die teenies der 90′s angeht, schließe ich mich der fraktion hier an, die in den 90′s offensichtlich auch noch zu jung war für “echte” techno subkulturen… ich erinnere mich selbst jedenfalls noch gerne an die lopa 1997. obwohl es aus heutiger sicht höchstwahrscheinlich der entscheidente todesstoß in richtung totalausverkauf war. die wahrnehmung mit 12,13, 14 jahren ist halt eine andere als 10, 15, 20 jahre später…
    musikalisch hatten westbam und produzent imo zwar schon paar mal ein gutes händchen, wie die geposteten stücke “oldschool baby (piano mix)”, “let yourself go (endlos mix)” und evtl. noch zwei drei andere zeigen, aber insgesamt war es wohl wesentlich mehr “schein als sein”.
    Und wie es so scheint und schien, konnte man sich in den berliner 1990ern zumindest auf das e-werk irgendwie einigen, oder? daran hat mich kürzlich folgender radioschnipsel (eigentlicher anlass für diesen 2 jahre verspäteten post) auf ca. 01:51:00 erinnert:

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  40. Fütter mein Ego hätte auch gepasst. Oder “Disclipine” von Throbbing Gristle. Die geschockten Gesichter hätte ich gerne gesehen.

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  41. Im Dezember wird Billie Eilish 18 Jahre alt, gilt aber langst als einer der weltweit gro?ten Pop-Stars. Millionen Plattenverkaufe, Chartrekorde, Millionen Fans bei Instagram Co. sowie Milliarden Videoviews und Songplays sind da nur ein paar der vielen Superlative. In ihrem zweiten Podcast-Interview uberhaupt verrat sie, wie in so kurzer Zeit aus ein paar Aufrufen auf Soundcloud eine globale Brand werden konnte, was ihr Modestil damit zu tun hat und welchen Einfluss Soundtracks erfolgreicher Netflix-Serien auf ihre Karriere haben.

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