Thema der Woche 220: Techno Liveacts

Mit Liveacts im Technobereich habe ich ja oft Probleme. Meine Zweifel, ob das mit den Liveacts, bei ansonsten eher in Studios produzierter Musik, so eine tolle Idee ist gingen schon früh los, nämlich als die ersten Acts Dats laufen ließen, dabei zum mitgebrachten Studio hampelten und sich nichtmal die Mühe machten halbwegs glaubhaft Kabel einzustöpseln. Die nächste Stufe des Zweifels war angebracht als das Studio ins Laptop wanderte und es Mode wurde sich Liveact zu nennen, weil man vorproduziertes per Reason oder Ableton abspulte. Das wurde seinerzeit oftmals nur gemacht, weil man mit dem Titel Liveact die Gage schön nach oben schrauben konnte und so hörte sich das auch an und so sah das dann auch aus. Glücklicherweise sind deren Slots meist auf 45 Min bis Maximal eine Stunde beschränkt, aber dafür gab es oft das doppelte was der DJ für ein paar Stunden aufrufen konnte, that’s life. Immer aktuell sind diese beiden Formate: der ernst dreinblickende Maschinist, der seinen Gerätepark ähnlich einem Tierbändiger im Zirkus in Schach hält und dabei in dem ganzen Geblinke ständig am Knöppedrehen ist, ohne das sich auch nur das geringste hörbar ändert, oder es ändert sich ständig irgendwas, als nerviger Beweis das er es kann und es live ist, und dann der Audionerd, der per Laptop und Controller schwer konzentriert irgendwas macht das man nicht nachvollziehen kann, aber es muß halt beschäftigt aussehen. Neueste Variane um das Nichts zu übertunchen sind dann riesige Lightshows, die gnädigerweise den aufführenden Musikus in den Hintergrund drängen, aber ansonsten etwas Pink Floyd oder Genesis wirken und in ihrer Wirkung so etwas totalitäres haben, als hätte das Publikum nicht genügend Fantasie um sich selbst einen Reim auf das Dargebotene zu machen.
Wobei ich wirklich nichts gegen Liveacts per se habe, nur, kann da bitte was passieren? Man war da schonmal weiter, ich kann mich noch gut an die Konzerte aus der Industrialzeit, in den 80er erinnern, auch da wurde schon was das Zeug hält an Wände gebeamt und das hatte die Wirkung der Musik definitiv verstärkt. Oder so Sachen wie Test Dept, die ganze Schrottplätze angekarrt und kleingedengelt hatten, da passierte dann auch wirklich was für’s Geld. Dabei geht es gar nicht nur um physischen Einsatz, eher um die Präsenz. Bei einem Liveact von Neil Landstrumm oder Adrian Sherwood z.B. hört man das Risiko das bei einem Liveact eingegangen werden sollte, man muß es gar nicht sehen. Es ist wie mit der Musik selber, man hätte heute so viel Möglichkeiten und doch ist irgendwie alles ziemlich gleich und bewegt sich in einem sehr überschaubaren Rahmen und don’t get me started about live! Ich weiß, es ist nicht so bequem und komfortabel, aber hey, es heißt live, es sollte also irgendetwas lebensähnliches beinhalten, Improvisation, Jamming, aber bei vorgelegten Klötzchen Cutoff- und Frequencyknöpfchen drehen, nun wenn euer Leben so aussieht, dann tut’s mir echt Leid. Live bedeutet für mich, ich sehe den Act in Berlin und in Tokio und es ist jeweils etwas anderes, in Zeiten von Youtube und Boiler Room läßt sich leicht feststellen das dem oft nicht so ist und das ist auf die Dauer entäuschend und ermüdend.

Kommentare (39) Schreibe einen Kommentar

  1. Also von den meisten Liveacts halte ich auch nichts, ein wenig an Knöpfen herumzuschrauben und am Ende hört es sich doch an wie von Beatport gekauft, so macht das keinen Sinn.

    Aber ich möchte da mal Werbung fuer ein paar Bekannte machen, welche Livecoding in der Musik (teilweise auch im Visuellen) machen. Normalerweise wird die Performance von Null gestartet und der Track vor den Augen des Publikums aufgebaut. Dadurch ist es auch jedes mal eine andere Aufführung. Ein wenig mehr dazu: http://toplap.org/ , letztens war auch mal was auf Arte.
    Teilweise kann es etwas langweilig und generativ sein, aber ich habe auch schon coole und vor allem neue Musik gehoert.

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  2. was waren punkkonzerte früher einfach: aufbauen, reinstöpseln, loslegen. an was man alles bei einem live-act beachten muss. steht das midi-mapping, läuft midi synchron, ist der control-regler hier die distortion oder der hall? komplizierte sache (natürlich nur wenn man wrklich live jammt), da kann es auch mal passieren, das ernster geguckt wird ;) aber nen gitarristen beim wixen zuzuschauen ist halt authentischer

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  3. Beim Industrial scheinen die Standards in der Zwischenzeit aber arg gesunken zu sein. Vieles ist da heute auch bestenfalls Halbplayback-Gehampel.
    Die lustigste Vorführung habe ich vor ein paar Jahren im Postbahnhof in Berlin erlebt, als ein Industrial/Techno Act namens Modulate aus Manchester im Vorprogramm spielte. Ein überenthusiastisch am Laptop/Keyboard-Aufbau rumhüpfender Typ, und neben ihm sein grimmig dreinblickender Duracell-Hase mit zwei Drumpads, der sich redlich bemühte, die Kick und die Snare viertelwegs glaubhaft nachzukloppen. Wohl auch zu enthusiastisch, denn gegen Ende brach ihm ein Stick. Kick und Snare liefen aber unbeirrt weiter. Ich sollte mich eigentlich nicht beschweren, ich habe immerhin sehr lachen müssen.

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  4. rephlex label night 1999, Berlin Columbia Club (hieß damals noch Columbia Fritz glaub ich) Der Meister himself Aphex Twin war Mainact und ich fand die show so wow. Er hat die performance umgedreht, dh. alle Scheinwerfer zeigten mit voller Leuchtkraft aufs Publikum, so dass man gar nichts auf der Bühne gesehen hat, so musste man die Augen kneifen. Gerüchten zufolge soll er an dem Abend auch nur n DAT eingelegt haben..

    Nee, da waren Neubauten ´89 in der Elektrokohle ne andere Qualität und auch die Chemical Brothers und Eat Static im Juni 94 o. 95 aufm Roskilde Festival großes Kino. Die Bros. kannte damals noch keiner so richtig, im September des selben Jahres haben sie ihre erste LP veröffentlicht, die wurden im Programm als “die Beastie Boys des Techno” angekündigt.

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  5. ich empfehle Coldcut live.
    In der Zeit wo Jarre mit den alten Synth unterwegs war, dass war schon cool, aber da ging auch eine Menge schief, weil die alten Geräte nicht immer machen was man will ohne Midi und dopplelten Boden…das war aber sehr cool…es war real.
    Saugeil waren auch Super Collider…. aber da war sicher auch viel vorprpgramiert und die zweite Tour der letzte Müll…
    Prodigy eindeutig Halbplayback und der mieseste Sound ever…
    Nun Tanith wünscht jede nacht eine andere Preformance, nur dann ist es live? Ich glaube du hast zu wenig mit Musikern zu tun. Touren kann ganz schön langweilig und konservativ sein, weil viele Bands jeden abend das gleiche mache. Improvisation ist hohe Kunst und das traut sich nicht jeder. Prince macht das z.b. oder Jazzer. Aber auch hier gibt es Programmkonzerte und Improvisationen. Das darf man nie vergessen. Deswegen sagen auch viele Musiker, touren unterscheidet sich nicht viel von einem Bürojob. Jeden Tag das Selbe. Die Ausnahmen waren schon immer rar gesäht.
    Ministry, da gibt es kein Playback aber bei Skinny Puppy läuft der Laptop mit Logic mit.

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  6. da muss ich jetzt mal zur ehrenrettung der liveacts noch etwas ergänzen.
    zunächst mal unterscheiden sich ja liveacts auch dadurch von dj’s, dass sie nur selbst produzierte sachen spielen.
    das führt nicht selten zu mehr authentizität und innerer stimmigkeit des sets mit deutlich persönlicherer note
    , als sets von dj’s die einfach nur die beatport-charts runternudeln.
    das liveacts manchmal mehr gage bekommen, als dj’s liegt auch daran, weil deren aufwand (transport, aufbau, soundcheck, abbau, geräteverschleiß) viel höher ist, als bei dj’s, die (überspitzt gesagt) eine halbe stunde vor ihrer playtime aufkreuzen mit ner kleinen tasche unterm arm und nach ihrem set wieder schnell verschwinden.

    zu ableton: hat ja nicht umsonst den suffix “live” im namen, weil man damit durchaus auch kreative liveacts bestreiten kann, die bei jedem gig anders arrangiert werden können und somit einzigartig bleiben und sich nicht wiederholen.

    natürlich sind dj’s freier in ihrer musikauswahl, aber dafür heben sich liveacts in punkto sound
    (direkt aus der analogen kiste klingt es halt druckvoller als komprimiertes vinyl oder MP3) , experimentierfreudigkeit und einbindung
    “echter” instrumente wohltuend von durchstandardisierten DJ-umgebungen (laptop, traktor, controller) ab.

    in mannheim startet am 29.3. übrigens eine reine liveact-eventreihe (ohne fakes, kein playback): http://www.synaesthese.de

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    • ich mach hier bestimmt keine Diskussion DJ vs. Liveact auf, aber du schmeißt hier einiges in den Topf was nicht zusammen paßt. Einerseits meinst du das der Aufwand von Liveacts größer sei und zum anderen argumentierst du mit Ableton, dann wiederum kommst du damit das aus analogen Kisten mehr Druck kommt.
      Ich finde die Unterscheidung Liveact und DJ zunehmend irrelevanter, weil die Grenzen immer mehr zerfließen, und innere Stimmigkeit und Authentizität kann ich an solchen Begrifflichkeiten auch nicht festmachen. Ich habe genug Liveacts gesehen denen beides völlig abging und andersrum mindestens soviele DJs denen ich genau das zusprechen würde

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  7. innere stimmigkeit, authentizität und persönliche note bezog sich auf den fakt, dass die musik selbst produziert worden ist.
    Bei reinen ableton-liveacts mit einem laptop und controller stimme ich dir zu, dass der aufwand in etwa gleich ist.
    und ja: dj’s und liveacts ist wie Äpfel und Birnen.

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  8. nicht ganz. denke es kommt darauf an, dass das ohr synchronisieren kann und irgendwas nicht immer gleich ist. dann ist es auch live vielleicht. es gibt sicherlich auch genug unspontane midi-based sets

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  9. Als positives Beispiel fallen mir noch Underworld ein. Deren indierockartige Auftritte sind bestimmt nicht jedermanns Sache, aber musikalisch erwecken sie zumindest erfolgreich den Eindruck, dass da auch Improvisation mit im Spiel ist. Die Livemitschnitte Ihrer Stücke sind immer sehr unterschiedlich.

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  10. ja und auch Orbital hatten ihren Status als Liveact zurecht. Chemical Brothers anfangs auch, später kam mir das dann auch alles sehr vorbereitet und abgespult vor

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    • Aber Hallo! Ich war mit meiner Frau auf der “Push The Button” Tour in der C- Halle. Für meine Liebste war´s das erste Mal Brothers Live- ich hatte gleich soon Geschmäckle.. Am Härtesten war dann, als dann wärend der show ein Bühnentechniker im Hintergrund soone Transportkiste auf die Bühne ruckelte. Ich dachte nur Hä? 1min später wurde die dann für das Punk- Element der show gebraucht, wo dann Chris (?), na jedenfalls der Langhaarige mit nem alten analog sequencer(?) auf das Teil stieg und ähnlich wie Saxon mit E-Guitarre und einem Bein auf der Monitorbox, anne Knöppe drehte und headbangte.. Schön aufgelacht! :)

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  11. Es ist recht interressant, dass ein Musikstil meist gleich dargeboten wird – egal ob nun im Studio, oder live. Dabei hat das nichts damit zu tun, ob es “elektronische” oder eben nicht-elektronische Musik ist. Hier ein paar Beispiele:

    Rockmusik: Egal wieviel im nachhinein per Software nachgebessert und überproduziert wird, die Melodien müssen immherhin ursprünglich mal “live” eingespielt werden. Weil das so ist, können die Musiker dann (manchmal) das eben auch auf ner liveshow “live” machen. Das “Studio” wird im Grunde einfach nur auf die Bühne verschoben, und diverses Postprocessing übersprungen.

    Berlin School und ähnliches: Die Leute verwenden sehr viel Sequencer, ob nun analog oder digital. Dieser Stil von Musik selbst im Studio meist komplett live eingespielt. Die Musiker treffen sich mehrere Male für “Takes”, wo sie dann nen ganzen oft 10 Minuten langen Track live spielen. In soviel Zeit kann natürlich viel passieren und oft ist nicht jede exakte Note vorgegeben, sondern es ist einfach nur ne Serie von Grundideen, mit Übergängen dazwischen. Die Musiker geben sich dann bei den Übergängen meist Zeichen zwecks Koordination. Nachdem nen Haufen solcher “Takes” aufgenommen wurden, suchen die sich einfach den am Besten gelungenen aus, und machen dann etwas Postprocessing. Und der Hammer: Der am Besten gelungene Take, mag durchaus ein Live Take vor Publikum gewesen sein!

    Ambient: Ich mein hier “echten” Ambient – nicht “relaxte Musik”. Ich mein das abstrakte Zeug, was sich garnichtmehr wie “Musik” anhört, sondern nur abstrakte und emotionale “Atmosphäre” ist. Hier gehts oft ähnlich zu wie bei Berlin School und Varianten. Und deshalb ists auch so, dass wenn seltenerweise mal nen Ambient Live-Act passiert, er tatsächlich live ist.

    Techno: Naja, das meiste zumindest. Da wird fast nix live eingespielt. Alles wird von Hand in aller Ruhe per Maus in Ableton zurechtgeschoben. Ja sorry, bei so produzierter Musik, was soll denn da bitte “Live” vor Publikum praktiziert werden? Es ist ja eben NICHT Musik, welche durch “Einspielen” erschaffen wurde. Da gibt es nichts vorzuführen – nur was zu “erfinden”, was garnix mit der Musik zu tun hat. Das heisst aber nun wiederum nicht, dass solche Arten von Musik dazu “verdammt” sind, einfach nur von nem DJ oder so angeklickt/aufgelegt zu werden. Das EVENT kann durchaus weit mehr beinhalten um die “Party” interessanter zu gestalten – nur hat das dann nix mit einer “Live Performance” der MUSIK zu tun. Es ist keine Vorführung wie die Musik erschaffen wurde – denn eine authentische Vorführung der Erschaffung, währe eben das ein Musiker stunden lang vor nen Laptop sitzt, und ständig kurze Loops anspielt, mit kleinen Korrekturen dazwischen – dazu kann man halt schlecht tanzen – für sowas kommen die Leute nicht auf ne Party.

    Insofern, mein Fazit: Es gibt keine Techno Liveacts! Alles was sich so nennt, ist Verarschung und Fake. Was es aber durchaus geben kann, sind Parties, bei welche das “Event” mehr beinhaltet, als ne Lightshow und nen DJ.

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    • Also ich muss dir da ganz klar widersprechen. Natürlich gibt es Techno Liveacts die ihre Musik neu arrangieren, mit Effekten bearbeiten, oft gewisse Elemente des Tracks total verfremden und so etwas Neues erschaffen. Für mich ist ein Techno Liveact eine Kombination aus DAW, Live Equipment, also Synths. Controllern die die DAW bzw. die internen Effekte steuern. Oder noch besser: Externe Effekte die eingeschleift werden und in der DAW das Signal bearbeiten. Ein Synth oder ein Effekt kann auch ein Ipad sein. ich nehme auch gerne ganz leise den Klang meiner Umgebung auf und schicke ihn durch eine App die das Signal z.b in eine Vocoder Stimme verwandelt. Also z.b wenn jemand im Publikum laut schreit oder etwas gesagt wird. Am besten im Chor. Wenn das Instrumental gut ist, singt das Publikum sogar dazu. Geschehen im Watergate. Der Kreativität sind bei einem Techno Liveact keine Grenzen gesetzt. Ich würde sogar sagen dass die Grenzen fließend sind und man auch klassische Instrumente miteinbinden kann. Es gibt einige Liveacts die einen Gitarristen mit an Bord haben, oder z.b jemanden der mit einem Modularsystem Klänge erzeugt. Da ist nichts geplant. Rein gar nichts! Und Modularssteme gibt es jetzt auch als App für das iPad! Wer mir das alles nicht glauben mag der sol sich Carl Craig, Francesco Tristano und Moritz von Oswald ansehen. Aber so ein Kommentar in den Raum zu stellen halte ich einfach für unangebracht und zeugt davon das jemand überhaupt keine Ahnung von der Thematik hat. Ich bin selbst Liv Act. Bei mir ist auch noch nicht alles perfekt, da ich dass erst seit wenigen Monate praktiziere. Abe rich probiere immer neues aus und bei mir ist jedes Liveset anders. Manchmal benutze ich einen Effekt nur einmal. Weil es eben gerade passt. Aber nur für diesen Moment. Natürlich werden gewisse Effekte häufiger eingesetzt, den das Rad neu zu erfinden stellt sich schwierig dar, da vor allem die elektronische Musik auf Naturgesetze und der Mathematik beruht. Aber solange der Künstler mit Leidenschaft bei der Sache ist und eine Geschichte erzählt, und nicht nur irgendwelche Clips abfeuert, ist das live. So wie das Leben. Denn nur das jetzt zählt und was man daraus macht!

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  12. Naja, so krass würde ich das jetzt nicht formulieren. Ein Rob Acid hat doch die Roland auch immer live einprogrammiert und die Pattersn in Echtzeit neu belegt. Da wurde dann ja was “eingespielt”. Oder ein Legowelt, spielt die Melodien doch auch “live”, nimmt sie vielleicht gleich auf, und lässte diese dann im loop abspielen. Ist das dann nicht mehr live?

    @gnarf: Hehe, man ist der Reboot dick geworden. Und dann noch am Handy rumspielen zwischendurch. ;)

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    • Bei “reinem” Techno würd ich sagen, dass es nahezu immer so ist, aufgrund der verwendeten Technik, welche meist auf totale Vorprogrammierung ausgelegt ist.

      Bei “Mischformen” – also wo sowohl vorprogrammiert wird, als auch Technik verwendet wird, welche “live” gespielt wird – kann jedoch auch sowas wie das hier rauskommen:

      http://www.youtube.com/watch?v=CrlMPq6zybY

      Ein Typ vor Laptop der nur passend Sachen anklickt – und dann nen zweiter Typ an nem (ungewöhnlichen und visuell spektakulären) Sequencer.

      Ich persönlich würd obiges Beispiel soeben noch als “Live Performance” bezeichnen – weniger als “50%”, und ne passendere Beschreibung wäre wohl “DJ Foobar: Show mit Improvisation”.

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  13. Worauf hier gar nicht eingegangen wird bei Techno Liveacts, ist das neu arrangieren ihrer Tracks, d.h. aus vorgebauten Loops neue Abläufe zu bilden.
    Jeder der produziert und mal Remixe gemacht hat, weiß wie mannigfaltig da die Möglichkeiten sind.
    Ich habe bei meinen Liveacts Zugriff auf jede einzelne Spur und kann so immer spontan bestimmen, wie lange und in welcher Abfolge diese zu hören ist.
    Mal eben die Kick und Snare muten? Nur bei einer Spur den Effekt drauf, statt auf die Summe? Kein Problem! ;)
    Nicht selten kamen mir beim Live spielen so Ideen, die zur Verbesserung eines Tracks führten.
    Improvisationen mit echten Instrumenten wie Didgeridoo lassen sich bei einer solchen Kontrolle über die Einzelbestandteile eines Tracks auch viel besser gestalten, als zu einem DJ-Set “dazuzublasen”.
    Ich möchte diese Freiheit der Modularisierung eines Tracks jedenfalls nicht missen, auch wenn 90% des Publikums gar nicht bemerkt, ob das jetzt live ist, oder nicht. ;)

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  14. als lichtgestalten seien hier dann mal z.b. tim exile oder beardyman angeführt, wo wirklich nix vorbereitet ist und jeder track von beginn an vor augen des publikums entsteht… das hat naturbedingt natürlich durchaus auch mal längen, aber mir kippt da gerne und mehrfach die kinnlade runter…

    tim exile:
    http://www.youtube.com/watch?v=r5SVhGg5UV8

    beardyman (zusätzlich mit komödiantischem talent ausgestattet, die komplette stunde lohnt sich, lachen, staunen, raven, entertainment at it´s best):

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  15. Gemeine Tanith Bashe :D

    Ich muss dagegen halten, mit einem peinlichen Übunsmix, aber grade die 2te Hälfte klingt nicht wirklich wie die von dir beschriebene Ableton Performance (Ich nutze Ableton zum Auflegen seit etwa 14 Tagen)

    http://www.youtube.com/watch?v=TRjmWIL1XOY&list=UUB5zU17yVOiIQrTNjCTNIFg

    Das ist nur mit dem LaunchpadMini gemacht. Ich hab nur die Sends und Pans benutzt sowie einen Autofilter auf allen Decks und Erosion auf den Maindecks. Kein EQ, kein richtierr Mixer (was du leider hören kannst).

    Ableton ist halt etwas anders, aber das Sprengt den Rahmen da jetzt drauf einzugehen.

    -DJing mit Software wie Traktor, Serato oder mit Jogwheels und Turntables und DJing mit von dir genannter Software kannst du nicht wirklich vergleichen, das ist wie Apfel und Birnen, beides wächst am Baum und das wars.

    Der Unterschied ist vor allem, dass Ableton alle Clips perfekt auf den Beat bügelt, sogar den neuen auf den alten.
    Du brauchst das 10fache an Vorbereitung und Konzentration, arbeitest VIEL mehr mit den Augen. Du CUEst höchsten noch um zu hören ob der neue Beat auch wirklich die gleiche Shape hat wie der alte.
    Da durch entstehen vollkommen neue möglichkeiten, die wie du aber richtig erkannt hast, oft dazu führen, dass einfach 100 Decks mit je 25 FX gleichzeitig laufen und du nichtmal 5min ne Konstante in den Sets hast. Die Trance entsteht bei den fetten Acts, wie du auch riccchtig erkannt hast, dann durch die Lights.
    Das finde ich extrem schade, genau so wie du, aber macht doch mal -irgendwas- dagegen. IHR habt das alles ins Rollen gebracht. Ihr habt die Mauer quasi weggebasst, ne neue Musikrichtung damit erfunden, das abgefeiert, dann die Mauer um Berlin herum aufgebaut und jetzt nach Jahren geht der folerrichtige Shitstorm los. Das war absehbar.

    Warum nicht versuchen, der EDM Bestie so nah es nur geht zu kommen und dann ACID und Techno mitten ins Herz pumpem? Warum nichtmal auf so einem Laserfestival auflegen und die Menge dort mal einen kleinen Technozid-Flashback erleben lassen?

    Macht mal was dagegen. Ihr habt Techno maßgeblich geformt und Dinge gestartet, zu denen später Millionen angetanzt sind. War das eine einmalige Energiefreisetzung oder geht da noch was? Ich hab schonmal gesagt, wenn ihr nix macht, dann sterben mit euch net nur die Vinyls :(

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    • “Warum nicht versuchen, der EDM Bestie so nah es nur geht zu kommen und dann ACID und Techno mitten ins Herz pumpem? Warum nichtmal auf so einem Laserfestival auflegen und die Menge dort mal einen kleinen Technozid-Flashback erleben lassen?”

      Geht´s noch?????

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      • denk u well,
        i´sch hab so sehr ruecken von dem sommer-wochen-ende,
        das nach 23° sonne, umsonst und draussen,
        sogar das lachen weh tut.
        herzlichst und schoenen start in den alltagswahnsinn.
        fehlt nur noch der erklaerbaer mit seine liebesknochen. aber bitte mit sahne!

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  16. beim thema liveact sollte der reactable meiner meinung nach nicht fehlen
    rein von der optik ist das gerät auf jeden fall der hammer

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  17. das was dino einfordert ist doch genau das, was gerade passiert. möchte keine namen nennen, aber der eine oder andere pionier spielt längst mit beim edm – zirkus (konnte mich persönlich davon überzeugen…)
    vom ruhm allein lebt es sich weniger gut

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    • genau wie faithless geht das schon richtung elektronische band…

      hab the prodigy damals auf der hospital dings tour gesehn… von der musik ja n traum… nur da überteuerte tickets, halle nur halb ausverkauft, und die ganze geschichte ging auch nur relativ kurz… am ende gabs da fast noch randale…. war leider schon ne ziemliche verarsche… :-(

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  18. Wie der Ortsansässige waren wir trotz Jahreszeiten eine Menge Planung zugesagt. Es war soweit plötzlich im Revier seit Mittwoch nicht Club schon nur zum feiern. Stelle die ersten Platz konnte also am Abend gesorgt werden. Dankeschön

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  19. Neueste Variane um das Nichts zu übertunchen sind dann riesige Lightshows, die gnädigerweise den aufführenden Musikus in den Hintergrund drängen, aber ansonsten etwas Pink Floyd oder Genesis wirken und in ihrer Wirkung so etwas totalitäres haben,

    Ungefähr so in der Art? ( ab min 1.oo)
    http://www.youtube.com/watch?v=YYkJ1zLQfdk

    Das hat schon so einen leichten Cyber-Reichsparteitag Touch. :-)))

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  20. Hab meinen letzten Liveact vor ein paar Tagen in Monnem jetzt auch mal boiler-room-mässig per Infarot-Überwachungskamera aufgenommen:

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  21. Techno liveacts sollten live sein, da stimme ich dir zu. Und ich geh sogar noch ein Schritt weiter, ich finde auch dass man seine Sounds selbst mit klangerzeugern machen sollte, ohne samples, wenn ich nämlich eine Gitarre nehm, sind auch noch keine klänge eingespeichert die die Musik machen. Ziemlich viele Synthesizer arbeiten auch mit gespeicherten samples und anschließender modulation. Daher mach ich reine klangsynthese liveacts die auf Midi und klangerzeugern basieren, mit gelegentlichen samples die ich währenddessen aufnehme und verwende. Und ich kann das nur empfehlen, das macht einfach spass und ist eine eigene, hoffentlich kreative Komposition.
    Gruß

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  22. Grade recherchiert, wie ich meinen Liveact baue und schwupps wer schreibt drüber .. der Herr T. Ich versuche mich übrigens auf 2 T zu beschränken

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