Mark Spoon R.I.P.

Tja, weg isser. Von seiner Mixkunst und seinem Musikgeschmack habe ich persönlich wenig gehalten, ihm das auch so gesagt und dafür NICHT die Fresse vermöbelt bekommen. Wir respektierten uns gegenseitig, obwohl wir total unterschiedlich tickten, Techno eben. Überhaupt habe ich die Möglichkeit gehabt beide Seiten vom Löffel kennenzulernen, einerseits die Heulsuse Markus Löffel, der in der Tat Tränen vergoss, weil er ne schlechte Pille erwischt hatte und dann im Frankfurter Bus von der Kölner Mayday übel drauf kam und meinte keiner liebt ihn. Andererseits der Kotzbrocken, der Jahre später neben mir im Shuttle vom Flughafen zum Gig saß und mir was vom Pferd erzählen wollte, vonwegen er käme gerade von den Bahamas, wo er mit Richard Branson richtig einen druff gemacht hätte, dummerweise lugte das Ticket mit Abflug FFM noch aus der schlechtsitzenden Hose.
2004 waren wir dann beide in die Türkei gebucht zu diesem Ravefiasko, wo wir uns fast eine Woche lang am Strand rumrekelten und über alles mögliche quatschten. Schon damals ging es ihm gesundheitlich nicht dem Alter entsprechend, ständige Arztkutschierereien dämpften seinen Übermut, was ihn dann aber doch nicht davon abhielt in einer Nacht mal mit dem mitgereisten Zuhälterpack aufzuräumen, weil die vor seiner Butze lärmten, was dann eine zerborstene Holztür zur Folge hatte und einige lädierte Luden, die daraufhin sehr kleinlaut daherkamen. Seine Antwort zu denen: “Die Nacht ist zum Schlafen da und wenn ihr Loddeln nicht sofort den Rand haltet setzt’s was, ich bin zur Erholung hier, also benehmt Euch gefälligst” großer Spaß!
Zu diesem Zeitpunkt erschien es mir auch, als hätte da eine gewisse Läuterung eingesetzt, kein Koks, er erzählte mir von seiner Berliner Freundin mit Kind und das er mit dem Fahrrad durch Berlin cruist, was mich bei der Vorstellung von dem fetten Arsch auf einem Fahrradsattel heftigst auflachen liess, er gab dann auch zu, das Stürze, z.B. verursacht von Straßenbahnschienen, vornehmlich vor gut frequentierten Straßencafes zum Alltag gehörten. Im Großen und Ganzen waren das sehr relaxte Tage und wir telefonierten dann auch paarmal nach diesem Raveabenteuer, aber das schlief auch wieder ein. Er erzählte mir dann noch, das er eigentlich gar keinen Bock mehr auf das ganze Bizz habe und eigentlich gerne wieder als Koch arbeiten würde, was dann wohl auch mal in der Bar 25 hier passierte. Dann verlief sich das wieder und ich weiß nun gar nicht, was dannach passiert ist.
Gestern dann die Todesmeldung. Ich stimme nun nicht in das allgemeine Trauergeseier ein, das wäre nun wirklich nicht im Sinne dieses Lebemanns. Ich weiß nicht was er gesagt hätte, aber es wäre sicherlich sowas in der Art gewesen von: Wenn ihr mir Gedenken wollt, dann legt mir ne Onkelsplatte auf, ballert euch die Birne zu und fickt euch um den Verstand, alles andere ist Heuchelei. Besonders von denen die ihn nie leiden konnten, hinter seinem Rücken tuschelten und nun die große Vergebungsshow zelebrieren. Er war halt auch ein großer Verfechter des say what you mean and say it mean.

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  1. Mark Spoon (27 November 1966 – 11 January 2006) was a disc jockey, musician and record producer from Frankfurt am Main, Germany. Together with Rolf Ellmer (Jam El Mar) he recorded under several monikers, including Jam Spoon, Tokyo Ghetto Pussy and Storm. He also produced and remixed many other artists as well as becoming a veteran performer many times at Berlin’s Love Parade .

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